Schloß Charlottenburg

An der Gartenseite des Schlosses Charlottenburg im Bereich des vorgebauten ovalen Mittelbaus (Neringbau) wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen.
In diesem Bereich wurde das aus Naturstein bestehende Hauptgesims mit der Balustrade neu hergestellt bzw. restauriert. Die gesamte Terrassendecke wurde neu hergestellt einschl. der darunterliegenden Rabitzdecke.
Weitere Baumaßnahmen wie Putzarbeiten im Bereich der Terrassenwand Fassadenanstricharbeiten Klempnerarbeiten sowie die in der Abschlußdokumentation beschriebenen Stuck- und Putzarbeiten gehörten mit zu den Sanierungsarbeiten.

Fertigstellung: April 1999 Abschlußdokumentation Stuck- und Putzarbeiten Schloß Charlottenburg Abschlußdokumentation Stuck- und Putzarbeiten Schloß Charlottenburg


Weitere von uns ausgeführte Arbeiten am Schloss Charlottenburg
Belvedere im Schloßpark
Sanierung Neringbau und östlicher Eosanderbau (3.Bauabschnitt 2002)
Sanierung Terrasse Knobelsdorfflügel (2001)


Informationen zum Schloß Charlottenburg

1695 wurde unter der Leitung von Johann Arnold Nering mit dem Bau eines kleinen Lustschlosses für die Kurfürstin Sophie Charlotte, Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III., begonnen. Da Nering noch vor Fertigstellung der "Lietzenburg" (genannt nach dem Ort Lützenburg, in der es lag) starb, wurde Martin Grünberg mit dem Weiterbau beauftragt, der jedoch die Bauleitung an den Günstling der Kurfürstin, Johann Eosander Göthe, abtreten mußte. Unter Leitung von Göthe baute man die beiden Seitenflügel, die als Unterkunft für die Bediensteten vorgesehen waren. Johann Eosander Göthe fügte den vorspringenden Mittelvorbau in den Frontbau ein, um Platz für den fast 50 m hohen Kuppelturm zu schaffen. Der Kuppelturm wurde zum Wahrzeichen des Schlosses.
Zwischen 1709 und 1712 errichtete man an der Westseite des Schlosses die Orangerie. Friedrich der Große beauftragte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff für die weiteren Anbauten an das Schloß. Als Gegenstück zur Orangerie wurde 1740-1746 an der Ostseite der Neue Flügel mit zwei Festsälen angefügt. Zur Zeit Friedrich Wilhelm II. hat man neben der Orangerie unter Leitung von Carl Gotthard Langhans 1788 ein kleines Schloßtheater errichtet, so dass sich das Schloß mit einer Gesamtlänge von 505 m präsentiert. Das Teehaus Belvedere im Schloßpark entstand in den gleichen Jahren. Zu Zeiten der Kurfürstin und der ersten preußischen Königin Sophie Charlotte wurden in dem kleinen Schloß glanzvolle Feste Bälle veranstaltet. Im 19. Jahrhundert lebte hier Fürstin Liegnitz, die Gemahlin Friedrich Wilhelm III., gelegentlich war auch Friedrich Wilhelm IV. hier.
Die gesamte Schloßanlage wurde beim Luftangriff am 23. November 1943 schwer beschädigt. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Schloß unter großen Anstrengungen wiederhergestellt. Die goldene Fortuna auf der Kuppel ist von Richard Scheibe neu geschaffen worden. Am Eingangsportal des Hofes stehen zwei Nachbildungen des borghesischen Fechters. Schloß und Schloßpark sind den Besuchern zugänglich. Das Schloß beherbergt neben den historischen Räumen das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie die Galerie der Romantik. Im Schloßpark kann man den Schinkel-Pavillon, das Belvedere und das Mausoleum besichtigen. Das Mausoleum ist nur von April bis Oktober zugänglich.
Die historischen Räume wurden in ihren ursprünglichen Formen und Farben restauriert und mit Wirkteppichen, Seidendamasten, Wandvertäfelungen, Deckengemälden und Verspiegelungen ausgestattet. Die Westseite des Mittelbaus beherbergt die Zimmer Friedrichs I. (Audienzzimmer, Schlafzimmer, Schreibzimmer, Tressenzimmer) und die seiner zweiten Frau Sophie Charlotte (Audienzzimmer, Wohnräume). Die Einrichtung der Räume besteht vor allem aus chinesischen Lackmöbeln oder deren europäische Nachahmungen sowie aus intarsierten und geschnitzten Möbeln aus der Zeit um 1700. Die Gemälde stammen u.a. von Pesne, Schonjans und Weidemann, die Wandteppiche aus der Berliner Manufaktur Vigne. Im Porzellankabinett zeigt man ostasiatisches Porzellan des 17./ 18. Jahrhunderts. Die Schloßkapelle, in der König Friedrich Wilhelm II. im Jahre 1767 die Gräfin Julie von Ingenheim geheiratet hatte, ist völlig erneuert. Im Erdgeschoß des östlichen Teils des Mittelbaus befindet sich die Eichgalerie, in der heute noch Kammerkonzerte aufgeführt werden. Im sich anschließenden von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbauten Neuen Flügel befindet sich im Erdgeschoß die Sommerwohnung Friedrich Wilhelms II. sowie die Wohnung Friedrich Wilhelms III.. Die Wohnungseinrichtung besteht aus kunstgewerblichen Arbeiten, Möbeln, Gemälden und Porzellan. Im ersten Stock des gleichen Gebäudeflügels waren die Wohnungen Friedrichs des Großen und die beiden Festsäle des Schlosses. Die beiden Festsäle waren ursprünglich von Knobelsdorff und Nahl in Rokoko ausgestattet. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, heute wieder zum Teil originalgetreu zu sehen. Die Wände des Großen Speisesaals (Weißer Saal) sind mit rosa Stuckmarmor ausgestattet. Die sich nach Osten anschließende 42 m lange Goldene Galerie füllt die ganze Breite dieses Flügels und zeigt eine wunderbare Dekoration aus vergoldetem Stuck. Die auch zu besichtigende einstige Wohnung Friedrichs des Großen zeigt eine bedeutende Bildersammlung.
Der Park wurde 1697 von Godeau als französischer Garten angelegt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde er von Peter Joseph Lenne weitestgehend als englischer Garten umgestaltet. Nach dem II. Weltkrieg ist der Mittelteil der Parks direkt hinter dem eigentlichen Schloß in seiner barocken Form wiederhergestellt worden. 1989 wurden die 24 Marmorbüsten römischer Kaiser und seiner Gemahlinnen, die sich auf der Gartenseite des Schlossen befanden, abgebaut. Die kleine Eisenbrücke am Karpfenteich ist ca. 1800 entstanden; es gibt im Park einen Marmorobelisk des Jugoslawen Dimitrijevic von 1979.
Der sogenannte Schinkel-Pavillon am Osteingang des Parks wurde 1824/25 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel im Stil einer neapolitanischen Villa erbaut. Diesen Pavillon hatte sich Friedrich Wilhelm III. für sich und seine zweite Gemahlin, Fürstin Liegnitz, im Stil dieser Zeit errichten lassen. Im nördlichen Teil des Schloßparkes steht das Belvedere, daß von Carl Gotthard Langhans 1788 als Teehaus errichtet wurde. Im Belvedere findet man eine sehenswerte Sammlung "Berliner Porzellan" des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts. Im Westteil des Schloßparkes steht am Ende der Tannenallee ein kleiner dorischer Tempel mit einer Säulenfront. Er ist das Mausoleum, das König Friedrich Wilhelm III. von Heinrich Gentz als letzte Ruhestätte für Königin Luise (1776-1810) errichten ließ. 1841 und 1889 wurde der Tempelbau vergrößert. Eine achtstufige Treppe führt in die Vorhalle, hier befinden sich die Sarkophage. Der Sarkophag und die Grabstatue der Königin wurde von Christian Daniel Rauch geschaffen. Königin Luise wird als schlafende dargestellt, eingehüllt in ein loses fallendes, leichtes Gewand, die Hände gefaltet. Dreißig Jahre danach hat auch ihr Gemahl hier seine letzte Ruhestätte gefunden. Der Sarkophag ist auch ein Werk von Christian Daniel Rauch. Weitere Beisetzungen folgten, unter anderem die von Prinz Albrecht (1809-1872), von der Fürstin Liegnitz, der zweiten Gemahlin Friedrich Wilhelms III. (1800-1873) sowie von Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) und dessen Gemahlin Kaiserin Augusta (18811-1890). In einer Steinkapsel befindet sich das Herz Friedrich Wilhelms IV. (erster Sohn König von Friedrich Wilhelms III.)



Auftraggeber: Senat
Ausführungsbeginn: April 1999