Schloss Charlottenburg

Das Schloss Charlottenburg wird in mehreren Bauabschnitten saniert. Zur Zeit wird der III. Bauabschnitt durchgeführt. Bei den ersten beiden Bauabschnitten waren wir ebenfalls beteiligt.

Stuck Nagel Berlin: Ansicht Schloss Charlottenburg Rückseite - Neringbau und östlicher Eosanderbau
Schloss Charlottenburg: Neringbau und Eosanderbau

An der Gartenseite des Schlosses im Bereich des Neringbaus und des östlichen Eosanderbaus werden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Dachbalustrade und im Gesimsbereich vorgenommen. Die von uns erbrachten Leistungen beinhalten die Stuck- und Putzarbeiten im Hauptgesimsbereich sowie an den Giebeln des Eosanderbaus der Außenfassaden sowie die Putzarbeiten im Zusammenhang mit der Sanierung des Schwammbefalls im Konditorhof. Dazu zählen Arbeiten an den Gesimsen sowie diverse Innenputzarbeiten an den angrenzenden Räumen des Schlosses.

Das Hauptgesims sowie das darüberliegende Putzfeld wird von uns überarbeitet. Lose Stellen werden abgeschlagen und entsprechend dem historischen Bestand wieder in Schablonentechnik bzw. bei kleineren Fehlstellen in freihändiger Arbeit aus Kalkputz mit hochhydraulischem Kalk als Bindemittel (Mörtelgruppe P IIa) hergestellt. Diese Arbeiten werden ebenfalls im Konditorhof ausgeführt.
In dem Hauptgesims befinden sich zahlreiche Mauerwerksrisse, die saniert werden müssen. Im Bereich der Risse wird der Putz abgeschlagen und die schadhaften Mauerfugen im Bereich der Mauerwerksrisse müssen ausgekratzt werden. Den Rissverlauf folgend werden ca. alle 30 cm Bohrlöcher zur Aufnahme der Kunststoffschraubpacker gebohrt. Die Bohrlöcher werden gereinigt und mit Wasser ausgespült, anschließend die Schraubpacker in die Bohrkanäle eingedreht und die Verschlussstücke aufgeschraubt. Die Schraubpacker werden anschließend mit zementhaltigen Material festgelegt und die Risse an der Oberfläche verputzt.
Zur Systemüberprüfung werden von dem untersten Packer beginnend Wasser injiziert, bis das Wasser beim darüberliegendem Packer austritt. Nach erfolgter Prüfung ist der Riss zur Injektion vorbereitet. Für die Verpressung wird Tricodur der Firma Tricosal verwendet. Tricodur ist ein einkomponentiges, gebrauchsfertiges Bindemittel auf Feinzementbasis für Niederdruck-Injektion und wird mit dem Tricosal-Mischcenter bei 4000 U/min gebrauchsfertig angerührt. Mit einer handbetriebenen Injektionspresse wird das zementöse Material in die Packer injektiert, bis die Masse aus den darüberliegendem Packer austritt. Nach Erhärtung der injektierten Masse werden die Packer demontiert und zugeputzt.

Das Mauerwerk der Giebel ist salzbelastet. Aus diesem Grund werden diese mit einem Sanierputzsystem verputzt. Nach dem Abschlagen der Giebel stellt sich heraus, dass das Mauerwerk sehr uneben ist. Alle losen Teile müssen abgeschlagen und die mürben Fugen 2 cm tief ausgekratzt werden. Anschließend wird der Untergrund mittels Druckluft gereinigt. Danach erfolgt der Spritzbewurf, der bei dem von uns ausgeführten Sanierputzsystem zwingend vorgeschrieben ist und der auf den Untergrund zu 50-60% aufgebracht wird. Nach ausreichender Standzeit wird das unebene Mauerwerk mit einem Porengrundputz ausgeglichen. Anschließend wird der Grundputz aufgebracht und gut aufgeraut. Als Oberputz wird ein Kalkputz, der passend zum Sanierputz ist aufgebracht und glatt gerieben.

Für Sanierputze gibt es keine DIN-Norm, allerdings eine Richtlinie des WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft), die Normcharakter besitzt. Aus diesem Grunde sollte man nur Sanierputzsysteme einsetzen, die den Markblatt 2-2-91/D mit dem Ergänzungsblatt 2-6-99/D entsprechen und auch so gekennzeichnet sind.

Im Innenbereich werden von uns diverse Putzarbeiten an Wänden und Decken durchgeführt. Die Decken bestehen aus Holzbalken mit darunterliegender Schalung, Wände aus Mauerwerk sowie als Trennwände aus Holz. Das dass Schloss Charlottenbug ein Denkmal ist, muss mit historischen Materialien gearbeitet werden. Dazu zählt auch die Verwendung von ehemals verwendeten Putzträgern aus Rohrmatten. Rohrmatten bestehen aus Schilfrohr, die mit verzinktem Draht zusammengebunden sind. Damit der Putz sich gut an dem Putzträger verkrallen kann, ist es wichtig, dass die einzelnen Halme des Schilfrohres nicht eng aneinander liegen. Die Schilfrohrmatten werden mit einem Kalkgipsmörtel (Mörtelgruppe P IVd) und das Mauerwerk mit einem Kalkputz (Mörtelgruppe P Ic) verputzt.


Ausführungsbeginn: Mai 2002



Informationen zum Schloß Charlottenburg


Weitere von uns ausgeführte Arbeiten am Schloß Charlottenburg:
Sanierung Neringflügel (1.Bauabschnitt 1998)
Abdichtung Sockel Knebellsdorfflügel (2001)
Belvedere im Schlo▀park (2002-2003)