Dämmsoffe

Stuck Nagel Berlin
Dämmstoffe sind Materialien mit geringer Wärmeleitung, das in der Bauindustrie, im Anlagenbau oder bei technischen Geräten zur Wärmedämmung, zum Brandschutz und/oder zur Schalldämmungeingesetzt werden. Dämmstoffe weisen eine Reihe bauphysikalischer Kenngrößen auf, sodass ein enger Zusammenhang zwischen Wärmeschutz, Brandschutz und Schallschutz besteht. Insbesondere bei der richtigen Dämmstoffauswahl sind schalldämmende und wärmedämmende Eigenschaften immer gemeinsam zu betrachten und entsprechend auszuwählen. Nicht zu vergessen ist im Baubereich der Brandschutz.

Einteilung von Dämmstoffen

Dämmstoffe können in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Die Einteilung kann nach der Lieferform (Matten, Schüttung etc.), nach dem chemischen Aufbau (anorganische oder organische Dämmstoffe), nach der Herkunft (natürlich, synthetisch) oder dem Verwendungszweck (Wärmedämmung, Trittschalldämmung) erfolgen.

Materialgruppe Matten/Filze Platten Schüttungen
Mineralische Dämmstoffe - Perlite
Schaumglas
Kalziumsilikat
Mineralschaum
Perlite
Glimmerschiefer
Blähglas-Granulat
Mineralisch-Synthetische
Dämmstoffe
Mineralfasern Mineralfasern Mineralfaserflocken
Synthetische
Dämmstoffe
Polyester Polystyrol (EPS/XPS)
Polyurethan-
Hartschaum (PUR)
-
Pflanzliche Dämmstoffe Flachs
Hanf
Kokosfasern
Baumwolle
Holzfasern
Kork
Schilf
Zellulose
Zellulose
Kork
Baumwolle
Holzspäne
Holzfasern
Tierische Dämmstoffe Schafwolle - Schafwolle




Normung von Dämmstoffen

Im Zuge der europäische Harmonisierung der Baunormen sind neue einheitliche Regelwerke entstanden. Bisher wurden die anwendungsbezogenen Produktanforderungen und Prüfmethoden in den jeweiligen nationalen technischen Regelwerken, wie z.B. DIN-Normen, festgelegt. Bei den neuen europäischen Normen wurde strikt zwischen Stoffnormen und Prüfnormen unterschieden, was bisher bei den nationalen Normen nicht der Fall war.
Die europäische Normen für Wärmedämmung haben jetzt ohne Änderung den Status einer nationalen Norm. Dem entgegenstehende nationale Normen mussten bis zum 28.Februar 2003 zurückgezogen werden.
Mit der Einführung der europäischen Normen ändern sich die Abkürzungen Bezeichnungen aller Dämmstoffprodukte.
Die europäische Norm regelt nur die Stoffeigenschaften und enthält die Prüfverfahren sowie die Festlegung für die Konformitätsbewertung, die Kennzeichnung sowie die Etiketierung. Wo diese eingebaut werden dürfen, regelt der Gesetzgeber über eine entsprechende deutsche Anwendungsnorm, der DIN 4108-10 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe - Teil 10: Werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe Ausgabe: Juli 2007)
Dämmstoffe werden entweder nach den europäischen Normen oder aber nach bauaufsichtlichen Zulassungen produziert.

Anwendungsgebiete von Dämmstoffen nach DIN 4108-10

Anwendungsgebiet Kurzzeichen Anwendungsbeispiele
Dach, Decke DAD Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Deckung
DAA Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Abdichtung
DUK Außendämmung eines Umkehrdaches, der Bewitterung ausgesetzt
DZ Zwischensparrendämmung
DI unterseitige Innendämmung der Decke oder des Daches, abgehängte Decke
DEO Innendämmung unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
DES Innendämmung unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
Wand WAB Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAA Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAP Außendämmung der Wand unter Putz
WZ Dämmung von zweischaligen Wänden
WH Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WI Innendämmung der Wand
WTH Dämmung zwischen Haustrennwänden
WTR Dämmung von Raumtrennwänden
Perimeter PW Außenliegende Wärmedämmung (Perimeterdämmung) von Wänden gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)
PB Außenliegende Wärmedämmung unter Bodenplatten gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)




Produkteigenschaften und Kennzeichnung von Dämmstoffen nach DIN 4108-10

Produkt-
eigenschaft
Kurz-
zeichen
Beschreibung Anwendungsgebiete
Druckbelast-
barkeit
dk keine Druckbelastbarkeit Zwischensparrendämmung
dg geringe Druckbelastbarkeit unter Estrich im Wohnbereich
dm mittlere Druckbelastbarkeit nicht genutzte Dachflächen
dh hohe Druckbelastbarkeit genutzte Dachflächen
ds sehr hohe Druckbelastbarkeit Parkdeck, Industrieböden
dx extrem hohe Druckbelastbarkeit Parkdeck, Industrieböden
Wasser-
aufnahme
wk keine Anforderungen Innendämmung
wf Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser Außendämmung Wand
wd Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder Diffusion Perimeterdämmung, Umkehrdach
Zugfestigkeit zk keine Anforderungen Hohlraumdämmung
zg geringe Zugfestigkeit Außendämmung Wand hinter Bekleidung
zh hohe Zugefestigkeit Außendämmung Wand unter Putz
Schall-
technische
Eigenschaften
sk hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung wenn keine schalltechn. Anforderungen
sh hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sm mittlere Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sg geringe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
Verformung tk keine Anforderungen Innendämmung
tf Dimensionsstabilität unter Feuchte und Temperatur Außendämmung der Wand unter Putz
tl Dimensionsstabilität unter Last und Temperatur Dach mit Abdichtung




Anorganische Dämmstoffe

Stoffart Baustoff- klasse DIN EN DIN (alt) Wärmeleit- fähigkeits-gruppe (WLG) Anwendungsgebiete
Glaswolle (Mineralwolle MW) A2 13 162 18 165 035 - 045 Dach: Zwischensparren-/ Aufsparrendämmung
Wand: WDVS, hinterlüftete Dämmung
Decke: Trittschalldämmung
vielseitig einsetzbarer Dämmstoff
Steinwolle (Mineralwolle MW) A1 + A2 13 162 18 165 035 - 045 Dach: Zwischensparren-/ Aufsparrendämmung
Wand: WDVS, hinterlüftete Dämmung
Decke: Trittschalldämmung
Brandschutz
Schlackenwolle (Mineralwolle MW) A1 - - 035 - 040 Schlackenwolle wird nur begrenzt eingesetzt
Anlagenbau, Behälterbau
Stopfisolierungen
Schaumglas (CG) A1 13 167 18 174 040 - 060 Dach: Flachdachdämmung
Keller: Perimeterdämmung
lastabtragende Wärmedämmung
Blähglas (Schaumglas-Granulat) A1 13 167 18 174 060 - 070 Dach: geneigte Dächer
Decke: Hohlraumdämmung
Wand: zweischaliges Mauerwerk
Schotter, Sauberkeitsschicht
Blähperlit (EPB) A1 + B2 13 169 - 050 - 070 Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Schüttung
Wand: Schüttung, Kerndämmung
Leichtzuschlag für Mörtel und Estriche
Brandschutz
Perlitdämmplatten - - - - Dach: Flachdach
Decke: abdecken von Schüttungen
Parkdecks
Kalziumsilikat A1 - - 050 - 065 Wand: bei problematischen Innendämmungen (Altbausanierung, Fachwerk)
Putzträger, WDVS
Brandschutz
Blähglimmer (Vermiculit) A1 - - 060 - 070 Decke: Schüttung
Wand: Kerndämmung
Leichtzuschlag für Mörtel, Putz
Brandschutz
Blähton A1 14 063 - 100 - 160 Decke: Schüttung
Leichtzuschlag für Mörtel, Beton, Mauerwerk
Naturbims A1 - - 060 - 080 Decke: Schüttung
Keramikfasern A1 - - 090 - 070 Schall- und Wärmedämmung bei Indusrtieöfen,Kraftwerken bei sehr hohen Temperaturen
Brandschutz
Keramikschaum A1 - - - Thermische Isolierung und Schalldämmung im Industriebereich
Silikatschaum A1 + A2 - - 045 - 050 Decke: Unterseitendämmung
Wand: Außen- und Innendämmung, WDVS
Gipsschaum - - - 045 Raumakustik
Wärmeschutz
pyrogene Kieselsäure (mikroporöse Dämmstoffe) A1 - - 020 Hochisolation
Vakuumisolaion
Brandschutz
Aerogel ( mikroporöse Dämmstoffe) A1 - - 020 Hochleistungswärmedämmung (HLWD)
Vakuumdämmung
Raumfahrt
Wärmedämmziegel A1 bauaufsichtliche Zulassung - 090 - 140 Außenwand: monolithisches Mauerwerk




Organische Dämmstoffe

Stoffart Baustoff- klasse DIN EN DIN (alt) Wärmeleit- fähigkeits-gruppe (WLG) Anwendung
Polystyrolpartikelschaum (EPS) B 1 13 163 18 164 035 - 040 Dach: Flachdach
Wand: WDVS
Decke: Wärme-/ Trittschalldämmung
Keller: teilw. Perimeterdämmung
Polystyrolextruderschaum (XPS) B1 13 164 18 164 035 - 045 Dach: Flcahdach,Umkehrdach
Decke: Bodendämmung bei hoher Belastung
Wand: Sockelbereich
Keller: perimeterdämmung bei Feuchtebelastung
Schwimmbaddämmung
lastabtragende Dämmung
Polyurethan-Hartschaum (PUR) B2 13 165 18 164 020 - 035 Dach: Aufsparrendämmung
Decke: Fußbodendämmung
Keller: teilweise als Perimeterdämmung
Dämmung für Installationsleitungen (Heizung)
Baumwolle B1 + B2 - - 040 Dach: Zwischensparrendämmung
Wände: Holztafelbau
Hohlräume
Schafwolle B2 - - 040 Dach:Zwischensparrendämmung
Wand:Füllung bei Leichtbaukonstruktionen
Decke: Füllung zwischen Balken
Flachsfaser B2 - - 040 - 045 Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Holzbalkendecke, Trittsxhalldämmung
Wand: Leichtbau
Zelluloseflocken B1 + B2 - - 040 - 045 Einblasdämmung für Hohlräume
oder als Aufsprühung bei senkrechten Flächen
Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerbauweise
Zellulosedämmstoffplatten B2 - - 040 Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Holzständerbauweise
Holzweichfaserdämmplatten (WF) B2 13 171 68 755 040 - 055 Dach: Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung
Decke: Trittschalldämmung, Abdeckung für Schüttungen
Wand: Leichtbau, Trennwandplatten, WDVS
Holzfaser (WF), Holzwolle (WW) B2 13 168 - 045 Hohlraumverfüllung
Dach: Zwischensparrendämmung
Decke: Balkenzwischenräume
Wand: zwischen Holzständern
Holzspäne, Hobelspäne B2 - - 045 - 055 Dach: Aufsparren- und Zwischensparrendämmung
Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
Wand: Ständerwände, Putzträger, WDVS
Holzwolle-Leichtbauplatten (HWL) B1 - 1101 + 1102 065 - 090 Putzträgerplatte, Innenausbau
Mehrschicht-Leichtbauplatten (ML-Platten) abhängig vom Verbundstoff - 1101 065 - 150 Putzträgerplatte, Innenausbau
Backkork (BK) B2 13 170 18 161 045 - 060 Dach: Aufsparren- und Zwischensparrendämmung
Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
Wand: Ständerwände, Putzträger, WDVS
imprägnierter Kork (OK) B2 13 170 18 161 055 Decke: Wärme- und Trittschalldämmung
Wand: Schallentkopplung
Auflager vonStahlbetondecken
Korkschüttung / Korkschrot B2 13 170 18 161 050 Dach: teilweise als Schüttung für Zwischensparrendämmung
Decke: Hohlraumdämmung
Wand: Kerndämmung
Leichtzuschlag (für Lehmprodukte)
Phenolharz-Hartschaum (PF) B1 + B2 13 166 18 164 025 - 045 -
Polyester B1 + B2 - - 035 - 045 Dach: Zwischensparrendämmung
Wand: Trennwand
Decke: zwischen Lagerhölzern, Schallabsorber in Hohlräumen
Harnstoff-Formaldehydharz- Ortschaum (UF) B1 + B2 - 18 159 035 - 040 Wand: Ausschäumen von zweischaligem Mauerwerk und Schlitze für Heizungsrohre
Melaminharz-Schaum B1 - - 035 Schalldämmung, Akustik-Platten
Warmwasser-/ Solarspeicherdämmung
Fahrzeugbau, Luft-und Raumfahrt
Kokosfasern B2 - 18 165 040 - 050 Ausstopfen von Restflächen
Wand: Zwischenwand-/ Hohlraumdämmung
Decke: Trittschalldämmung, Hohlraumdämmung
Vorsatzschalen, Luftschalldämmung
Schilf B2 - - 055 Dachdämmung
Putzträgerplatte
Stroh B2 - - 055 - 115 -
Chinaschilf (Miscanthus) - - - - -




Sonstige Dämmstoffe

Stoffart Baustoff- klasse DIN EN DIN (alt) Wärmeleit- fähigkeits-gruppe (WLG) Anwendung
Transparente Wärmedämmung (TWD) - - 1101 066 - 140 Wand/Fassade: WDVS
Vakuumgedämmte Isolationspaneele (VIP) / Vakuumdämmung - - - 025 - 008 Kühltransporte, Transportboxen
Gebäudedämmung (Passivhaus)
Schaltbare Wärmedämmung (SWD) - - - - passive Solarnutzung
alternative zu transparenten Wärmedämmung




Anwendungstypen von Dämmstoffen (nicht mehr gültig)

Die in der nachfolgend beschriebenen Tabelle aufgeführten alten Bezeichnungen von Anwendungstypen haben ihre Gültigkeit verloren und werden hier nur als Information genannt.

Typkurzzeichen Verwendung im Bauwerk Geeignete Produkte nach DIN
W nicht druckbelastbar, z.B. für Wände, Decken und belüftete Dächer 1101
18 161
18 164
18 165
18 174
WL nicht druckbelastbar, z.B. für Dämmungen zwischen Sparren und Balkenlagen 18 165
WD druckbelastbar, z.B. unter druckverteilenden Böden (ohne Trittschallanforderung) und in Dächern unter der Dachhaut, nach DIN 1101 auch zum Einbetonieren als verlorene Schalung 1101
18 161
18 164
18 165
18 174
WS mit erhöhter Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete, z.B. Parkdecks 1101 (nur Holzwolle-Leichtbauplatten)
18 161
18 164
WDS mit erhöhter Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete, z.B. Parkdecks 18 174
WDH mit erhöhter Druckbelastbarkeitunter Druckverteilenden Böden, z.B. Parkdecks für LKW, Feuerwehrfahrzeuge 18 174
WV beanspruchbar auf Abreißfestigkeit (Querzugfestigkeit), z.B. für Fassaden mit mineralischem Putz
beanspruchbar auf Abreiß- und Scherbeanspruchung, z.B. für angesetzte Vorsatzschalen ohne Unterkonstruktion
1101

18 165
WB beanspruchbar auf Biegung, z.B, zur Bekleidung von windbelasteten Fachwerk- und Ständerkonstruktionen 1101
T Trittschalldämmstoff, z.B. unter schwimmenden Estrichen nach DIN 18 560 Teil 2 18 165
TK Trittschalldämmstoffe mit geringer Zusammendrückbarkeit, z.B. unter Fertigteilestrichen 18 165
18 164




Gefahren von Mineralfaserdämmstoffen

Die heute hergestellten Mineralfasern aus Glas- und Steinwolle sind frei von Krebsverdacht können jedoch zu Juckreiz und insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut zu stärkeren Reizreaktionen führen.
Die gesundheitliche und arbeitsschutzrechtliche Bewertung von künstlichen Mineralfasern (KMF), zu denen auch Glas- und Steinwollefasern gehören, ist in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS 521) bzw. in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) geregelt.
Mineralwolle, die vor 1996 eingebaut wurde, wird als krebsverdächtig eingestuft. Bei einer Sanierung sind entsprechende Materialanalysen durchzuführen und bei positiven Befund die entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen zu berücksichtigen.
Bereits 1972 wurden erstmals Nachweise veröffentlicht, dass künstliche Mineralfasern für den Menschen gesundheitsschädigend sein könnten.
Seit 1998 sind in Deutschland nur noch Mineralfaserdämmstoffe zugelassen, die nicht krebsverdächtig sind (Biolöslichkeit, KI 40) und deren Filamentdurchmesser größer als 3 µm und somit nicht lungengängig ist.
1994 wurde dazu vom Ausschuss für Gefahrstoffe ein neues Bewertungsschema vorgeschlagen. Danach entscheidet die Beständigkeit der Fasern im menschlichen Körper über die Gefährlichkeit, d.h. je schneller sie sich in der Lunge auflösen, desto geringer ist die Gefahr von Schäden. Entscheidend für diese Biolöslichkeit sind die Anteile bestimmter Mineralien, aus denen ein sogenannter "Kanzerogenitätsindex" (KI) errechnet wird. Empfohlen wird ein KI von mindestens 40. Liegt der Wert über 40, gelten die Fasern als nicht als krebserzeugend.
Die Halbwertszeit bei neuen KI 40-Produkten muss geringer als 40 Tage sein. Das bezieht sich auf die Halbwertzeit der Biolöslichkeit. Hierbei gilt: je höher die Biolöslichkeit, desto niedriger die Halbwertzeit.Bei alten Glasfasern beträgt die Halbwertszeit etwa 150 bis 200 Tage, bei alten Steinwollefasern ca. 300 Tagen.
Im Vergleich dazu ist die Biobeständigkeit (Biopersistenz) von Asbest über 100 Jahre, wobei die Asbestfasern auch noch in Ihrer Struktur extrem gefährlich sind (Längsaufspaltung).

Seit dem 01.06.2000 gilt die "Verbotsordnung". Sie beinhaltet das Verbot des Inverkehrbringens, der Herstellung und der Verwendung von biopersistenten (biobeständigen) künstlichen Mineralfasern für die Wärme- und Schalldämmung im Hochbau und für die technische Isolierung.

Den Nachweis, dass eine Mineralwolle den heutigen Anforderungen genügt, erkennt man am einfachsten am RAL-Gütezeichen Mineralwolle.




Ökologie

Eine Wärmedämmung verhindert Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung. Sie ist eine der effektivsten und wichtigsten Maßnahmen, den Energieverbrauch zu verringern und damit den CO&sub2;-Ausstoß und die Energiekosten zu senken.
Die ökologischen Eigenschaften eines Dämmstoffes werden jedoch nicht nur aus seiner Dämmwirkung, sondern auch aus dem Energieaufwand bei der Herstellung, den verfügbaren Rohstoffen und evtl. Schadstoffemission bei der Herstellung bzw. gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen bestimmt. Nicht zu vergessen sind die Kosten einer späteren Entsorgung.
Der Energieeinsatz bei der Herstellung von Wärmedämmstoffen muss sich innerhalb der Nutzungszeit amortisieren, d.h. dass bei der Produktion der Dämmstoffe nicht mehr Energie verbraucht werden darf, als später eingespart werden kann (Primärenergiebilanz).

Umweltzeichen für Dämmtoffe

Umweltzeichen werden für Dämmstoffe und andere Produkte vergeben, die sich gegenüber anderen Produkten durch besonders positive ökologische Eigenschaften hervortun.
Die Einteilung erfolgt jedoch nach Unterschiedlichen Kriterien, so dass ein allgemeiner Vergleich nicht möglich ist.
Eines der bekanntesten Umweltzeichen ist der “Blaue Engel“. Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein seit 1978 vergebenes Prüfsiegel/Gütesiegel für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.
Dieses Umweltzeichen wurde 1978 vom Bundesminister des Inneren und den für Umweltschutz zuständigen Ministern der Bundesländer ins Leben gerufen und soll dort, wo herkömmliche Produkte die Umwelt belasten, umweltfreundliche Entwicklungen und Alternativen erkennbar machen. Unsichtbares soll für Verbraucher, Handel und Hersteller sichtbar werden. Das Umweltzeichen wird an die Hersteller verliehen und diese können auf freiwilliger Basis ihre Produkte damit kennzeichnen.




Siehe hierzu auch Informationen zum Thema :
Wärmeschutz
Brandschutz
Schallschutz