Detaillösungen

Stuck Nagel Berlin

Putzanschlüsse

Man unterscheidet bei den Putzanschlüssen zwischen sichtbaren Putzanschlüssen, bei den der Putz sichtbar an andere Materialien anschließt (Zinkblech, Holz, Stahl etc.) und den unsichtbaren Putzanschlüssen bei denen Putz nicht sichtbar an andere Materialien anschließt. Hierbei verwendet man häufig zwischen den zu putzenden Baustoffen (Mauerwerk, Stahl, Holz) ein Putzträger (Drahtgewebe, Rippenstreckmetall, Armierungsgewebe, Ziegeldrahtgewebe u.a.).Funktion des Putzträgers ist die Herstellung bzw. Verbesserung der Haftbarkeit des Putzes auf dem Untergrund.
Durch Witterungseinflüsse wie Wind, Regen und Temperaturunterschiede treten häufig Schäden an den Putzanschlüssen in bauphysikalischer Hinsicht auf.
In chemischer Hinsicht bilden Schadstoffe in der Luft, auf der Straße (Tausalz) oder im Niederschlagwasser einer Gefahr in Verbindung mit Feuchtigkeit bzw. Wasser.
Gerade sichtbare Putzanschlüsse sind besonders anfällig gegen Schäden, wenn diese nicht sachgemäß ausgeführt wurden bzw. fehlerhaft sind.
An der Herstellung von Putzanschlüssen sind in der Regel mehrere Gewerke beteiligt, so z.B. Putzer/Stukkateur, Klempner, Maler, Tischler, Fensterbauer, Zimmerer, Steinmetze und Stahlbauer. Insofern bergen Putzanschlüsse mit Blick auf die Gewährleistung ein erhöhtes Konfliktpotential mit sich. Die Ausführung von sichtbaren Putzanschlüssen ist nicht immer genormt, so daß es an bestehenden Gebäuden unterschiedliche Lösungen gibt. Alle möglichen Ausführungsarten haben ihre Vor- und Nachteile sowie eine unterschiedliche Dauerhaftigkeit. Oftmals ist die Ausführungsart durch den Kostenfaktor bestimmt.


Putzanschlüsse an Holz

Häufigste Schadensursache bei Putzanschlüssen an Holz sind mechanische Beanspruchungen (z.B. Öffnen und Schließen von Türen und Fenster) sowie das unterschiedliche Verhalten bei Temperaturschwankungen. Diese Schäden zeigen sich in Rissen im Putz, Lockerungen und Absprengung des Putzes.
Treffen Putzanschlüsse und Bauteile aus Holz aufeinander, sind diese durch Einschneiden bis auf den Putzgrund voneinander zu trennen. Sollten Einbauteile aus Holz wie Fenster neu eingebaut werden, sind diese vorher zu grundieren. Sämtliche Holzbauteile sind beim Einbau gegen mechanische Beanspruchungen ausreichend zu befestigen. An besonders beanspruchten Putzanschlüssen kann man die Fuge mit geeigneten Mitteln versiegeln.
In den letzten Jahren sind weitere Möglichkeiten für die Ausbildung von Putzanschlüssen hinzu gekommen.
Zum Einen lassen sich Anputzleisten (Apu-Leiste) als Trennung anbringen. Apu-Leisten sind Kunststoffleisten in der Größe von ca. 10x10 mm (Größe variiert zwischen den Herstellern und dem Verwendungszweck), die normalerweise bei der Verwendung von Wärmedämmverbundsystemen zum Einsatz kommen. Auf der einen Seite sind die Apu-Leisten mit einem doppelseitigen Klebeband versehen, womit die Leiste auf das Fenster geklebt wird. Der Vorteil der Apu-Leiste liegt darin, daß ein exakt sauberer und gerader Anschluß zwischen Fenster und Putz entsteht. Allerdings kann man die Apu-Leisten aufgrund des Klebebandes nur bei neuen Fenstern verwenden.
Zum Anderen kann man Abschlußprofile aus verzinkten Stahlblech oder Edelstahl als Abschluß der Laibungen anbringen. In dem Zwischenraum zwischen Holz und Abschlußschiene baut man ein Fugendichtband ein. Diese Ausführungsart ist zwar die sicherste und beste Lösung, doch ist sie mit extrem hohen Kosten verbunden.
Alle vorgenannten Ausführungen gelten sinngemäß auch für Anschlüsse an Kunststoff (z.B. Kunststoffenster) und Natursteinen.
Um die Schäden zu beheben ist der Putz im geschädigten Bereich abzuschlagen und neu zu verputzen unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte zur Vermeidung von Schäden. Bei Fenstern, Türen und Toren ist oftmals eine zusätzliche Befestigung erforderlich. Zusätzlich sollte bei Türen und Toren ein hydraulischer Schließmechanismus angebracht werden, um Vibrationen zu vermeiden.


Putzanschlüsse an Stahl

Nicht sichtbare Putzanschlüsse an Stahl führten und führen häufig zu Schaden. Der entstandene Schadensumfang kann sich hierbei auf das gesamte Bauwerk ausdehnen und führt u. U. zur Gefährdung der Standsicherheit einzelner Gebäudeteile. Sofern nicht rechtzeitig saniert wird, ist der entstandene Schaden nur mit umfangreichen Aufwand zu sanieren. Betroffen sind alle Bauteile, wo Stahl eingebaut wurde, vor allem bei Balkonen und Erkern, Stürzen Gesimsköpfen und eingebauter Stahl zur zusätzlichen Befestigung von vorgemauerten Gesimsen sowie bei Fenstern, Türen und Toren.
Schadensursachen sind mechanische Beanspruchungen, unterschiedliches Verhalten der Baustoffe bei Temperaturunterschieden, unzureichende Putzträger sowie mangelnder Korrosionsschutz der Stahlbauteile. Die vorgenannten Schäden zeigen sich in Rissen, Lockerungen des Putzes, Korrosion der Stahlbauteile sowie die dadurch verbundenen Absprengung des Putzes.
Treffen Putzflächen und Stahl aufeinander sind dies durch Einschneiden bis auf den Putzgrund einzuschneiden. Einzubauende Stahlteile sind dem. DIN-Norm ganzseitig wirksam gegen Korrosion zu schützen. Nicht sichtbare Stahlbauteile benötigen neben einen wirksamen Korrosionsschutz auch einen korrosionsbeständigen Putzträger.
Um die Schäden zu beheben ist der Putz sowie ggf. die Ausmauerung im schadhaften Bereich zu entfernen und die Stahlbauteile müssen gründlich entrostet werden. Anschließend werden sie mit Rostschutzfarbe 1-2 eingestrichen. Nach der eventuell erforderlichen Ausmauerung werden die Stahlbauteile mit geeigneten, korrosionsbeständigen Putzträger mit genügender Überdeckung verdrahtet und anschließend neu verputzt.
Bei bereits fortgeschrittener Korrosion an Stahlbauteilen ist der Ausbau des Stahls erforderlich und muß durch neuen Stahl ersetzt werden. Hierbei ist die Hilfe eines Statikers zwingend erforderlich.


Putzanschlüsse an Verblechung

Die Putzanschlüsse an die Verblechung (vor allem aus Zinkblech) sind und bleiben äußerst gefährdet für Schäden an dem Putz. Zinkblech tritt an vielen Bauteilen an Stelle des Putzes, wo dieser seine Schutzfunktion (Ableitung bzw. Fernhalten von Niederschlagwasser) nicht oder nur ungenügend erfüllen kann.
Nicht nur die fachgerechte Ausführung der Anschlußpunkte sind von entscheidender Bedeutung für die Dauerhaftigkeit, sondern ebenso die richtige Wahl der geeigneten Detaillösungen durch den Planer.
Schäden können an allen Bauteilen auftreten, wo Putz in Verbindung mit Zinkblech kommt. Das sind insbesondere Gesimse, Fensterbänke und Verdachungen.
Schadensursachen sind das unterschiedliche Verhalten der Baustoffe bei Temperaturschwankungen, zu geringes Gefälle der Abwässerung bei Gesimsen und Verdachungen, mangelndes Problembewußtsein der Planer und Bauherren für geeignete Lösungen, auch in hinblick auf den Kostenfaktor sowie mangelnder Qualifikation durch den Klempner.
Die vorgenannten Schäden zeigen sich in Rissen, Putzdurchfeuchtungen, Putzauswaschungen und Absprengungen des Putzes.
Um diese Schäden zu vermeiden müssen die geeigneten Lösungen am richtigen Ort angewendet werden.
Für die Behebung dieser Schäden muß der schadhafte Putz abgeschlagen sowie die beschädigte Verblechung und ggf. die bestehende Abwässerung entfernt werden. Anschließend muß die Abwässerung aus Zementkalkmörtel mit genügendem Gefälle (ca. 2-3%) hergestellt und mit Zinkblech abgedeckt werden. Zum Abschluß erfolgt der Neuputz mit dem Einputzen der Zinkbleche.
Die vorgenannten Ausführungen gelten sinngemäß auch für die Verwendung anderer Verblechungsmaterialien als Zink, so z.B. Kupferblech.


Kantenschutz

Eckschutzschienen, auch Putzeckprofil genannt, kommen überall dort zum Einsatz, wo Ecken gegen mechanische Beschädigungen geschützt werden sollen oder Putzflächen gegenüber anderen Flächen abgegrenzt werden. Weiterhin erreicht man einen exakt geraden Verlauf der Ecke. Der Nachteil gegenüber den geputzten Ecken liegt darin, daß bei einer Beschädigung die gesamte Eckschutzschiene ausgebaut, eine neue eingesetzt und neu verputz werden muß. Außeneckschutzschienen gibt es in verschiedenen Materialarten und Ausführungen. Als Materialien stehen zur Verfügung:

Edelstahl
verzinktes Stahlblech
verzinktes Stahlblech mit PVC-Überzug
Aluminium

Als Ausführungen stehen Schienen mit eckiger oder spitzer Kante zur Auswahl.
Eckschutzschienen werden mit speziellen Ansetzmörtel der MG III (Zementmörtel als Werktrockenmörtel) angesetzt. Die Mörtelbatzen werden ca. alle 50 cm auf die Ecken aufgetragen, die Eckschutzschiene eingedrückt und mit Maurerschnur, Wasserwaage und Richtscheit ausgerichtet.
Durch die gespreizten Schenkel aus Streckmetall an der Schiene kann der Ansetzmörtel das Profil komplett durchdringen und dadurch eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Untergrund herstellen. An äußerst stark beanspruchten Außenecken, etwa im Bereich von Türen und Toren im Sockel- und Erdgeschoßbereich, kommen verstärkte Mauerwerkeckschutzschienen zum Einsatz. Diese haben eine Schenkellänge zwischen 20 und 40 mm und werden mit speziellen Mauerwerksanker direkt im Mauerwerk befestigt, so daß sie stärkere mechanische Beanspruchungen standhalten können als normale Eckschutzschienen.
Über die Profile wird der Putz abgezogen, so daß die Eckschutzschiene gleichzeitig die Funktion einer Putzlehre übernimmt.
Die Profile sollten beim Zuschneiden immer etwas kürzer geschnitten werden als die tatsächliche Länge, da durch temperaturbedingte Längenänderungen Verspannungen auftraten können.


Mauerwerksrisse

Mauerwerksrisse, die nicht Putzbedingt sind, bedürfen einer gesonderten und fachgerechten Sanierung, da sie ansonsten nach kurzer Zeit wieder auftreten. Die Mauerwerksrisse sind statisch bedingt. Sie können an Stellen auftreten, an denen unterschiedliche Materialien zusammentreffen, bei inhomogenen Putzgrund, insbesondere an Mischmauerwerk, unterschiedlichen Bauteildicke (z.B. im Bereich von Heizkörpernischen) sowie an Problempunkten an der Fassade mit extremen Beanspruchungen (z.B. Anschluß Ixel Laibung-Fassade). Diese Risse gehen meistens nicht durch das ganze Bauteil hindurch.
Es gibt aber auch Risse im Putzgrund die durch Bewegungen im Erdreich (Neubau in unmittelbarer Umgebung des Hauses) oder durch den Straßenverkehr entstehen. Diese Risse gehen dann meisten durch das ganze Bauteil hindurch und bedürfen einer gesonderten.
Sollte man sich nicht sicher sein, ob der Riß sich weiter ausdehnt oder schon zur Ruhe gekommen ist, kann man ein Gipsplombe über den Riß anbringen (mit Angabe des Datums der Ausführung) und somit erkennen, ob der Riß sich weiter ausdehnt oder nicht. Diese Maßnahme ist allerdings aufgrund des Zeitfaktors nur vor Beginn der Maßnahmen möglich.
Maßnahmen zur Sanierung von Mauerwerksrissen helfen nur, wenn der Riß bereits zur Ruhe gekommen ist.
Einfache Mauerwerksrisse im Bereich von unterschiedlichen Materialien sowie an Querrissen können sicher mit einem korrosionsgeschützten Drahtgewebe überspannt werden. Andere Risse, die nicht durch das ganze Bauteil hindurch gehen, müssen keilförmig aufgestemmt werden. Anschließend schlägt man Stahlkeile in den Riß damit er sich nicht mehr zusammenziehen kann und wirft ihn mit Beton unter Beimischung eines Quellmittels (Quellbeton) aus und verdrahtet ihn mit genügend überstand mit einem korrosionsgeschützten Putzträger.


Mauerwerksanker

Mauerwerksanker sind eine zusätzliche Befestigung der tragenden Holzbalken im Deckenbereich mit dem Mauerwerk. Sollten beim Abschlagen des Putzes Mauerwerksanker sichtbar werden, ist der umliegende Mörtel an den Ankern zu entfernen und der Anker mechanisch gründlich zu entrosten.
Anschließend streicht man den Anker 1-2 mal mit Rostschutzfarbe ein und wirft die Hohlräume des zuvor entfernten Mörtels mit Zementkalkmörtel aus. Dieses auswerfen solte unbedingt in einem separatem Arbeitsgang und nicht beim Putzauftrag erfolgen. Danach ist der Anker mit genügend überstand mit einem korrosionsgeschützten Drahtgewebe zu verdrahten.


Fugenausbildung

Fugen sind Räume zwischen angrenzenden Bauteilen, die zum Ausgleich von Druck- und Zugkräften und/oder zur Erzielung passgerechten Zusammenfügens von Bauteilen angeordnet werden bzw. angeordnet werden müssen.
Entsprechend ihrer Funktion unterscheidet man:

Dehnungsfugen, die ein zwangfreies Bewegen angrenzender Bauteile ermöglichen sollen. Ursache der Bewegungen sind hierbei das Ausdehnungsverhalten der Bauteile bei Temperaturunterschieden.
Setzungsfugen, die ein zwangfreies Bewegen von unterschiedlichen Baukörpern in Folge von Bodenbewegungen ermöglichen sollen. Setzungsfugen werden nach Abklingen der Bodenbewegungen nicht mehr beansprucht.
Passfugen, die das Zusammenfügen von Bauteilen unter Beachtung möglicher Maßtoleranzen ermöglichen. Paßfugen sind hauptsächlich Arbeits- bzw. Montagehilfen und selten durch Zug- oder Druckkräfte stark beansprucht.


Zusätzliche Maßnahmen im Sockelbereich

Im Zuge der Beseitigung von Feuchteschäden im Sockelbereich wird oftmals nur der unmittelbar geschädigte Putz über dem Terrain abgeschlagen und durch einen Sockelputz aus Zementputz (MG III) erneuert. Sofern die Ursachen der Feuchtigkeitsschäden nicht gleichzeitig mit beseitigt werden , wird in der Regel zwar der Sockelbereich durch den dichten Zementmörtel abgedichtet; weiterhin aufsteigende Feuchtigkeit wird jedoch zwangsläufig innerhalb der Außenwand weiter nach oben steigen, bis oberhalb des sanierten Sockelbereiches wiederum Verdunstung möglich ist. Die zuvor im Sockelbereich beseitigten Feuchteschäden werden damit erneuert, nur diesmal in höheren Bereichen auftreten.
Mechanische Verfahren durch Einbringen einer horizontalen Sperrschicht in die Außenwand stellen in der Regel die sichersten Methoden für eine dauerhafte Unterbindung kapillar aufsteigender Feuchtigkeit dar, sind aber relativ teuer.
Injektionsverfahren sind in der Regel preiswerter als die mechanischen Verfahren, jedoch nicht immer anwendbar. Oftmals sind diese Verfahren nicht erfolgreich angewandt worden, da keine ausreichende vorhergehende Schadensanalyse erfolgt ist. Die Wahl des Injektionsverfahren ist abhängig von dem auftretenden schädlichen Salzen.
Eine Vielzahl elektro-physikalischer Verfahren ist nur in den seltensten Fällen erfolgversprechend und in der Regel nicht zu empfehlen. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist maßgeblich durch eine Vielzahl von Parametern beeinflußt wie z.B. durch den Versalzungsgrad der einzelnen Baustoffe. Selbst bei der erforderlichen ständigen Wartung und Kontrolle dieser Maßnahmen sind ausreichend konstante Randbedingungen für einen Erfolg nur selten zu schaffen.
Sofern ein Freilegen der feuchtigkeitgeschädigten Außenwand möglich ist, sind nachträglich vertikale Abdichtungen und Dränagen, z.B nach DIN 19198, aufzubringen.
Problematisch ist stets der Anschluß an die Fundamentkante bzw. vorhandene Horizontalsperren. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß Bitumenabdichtungen und die oftmals verwendeten Teerprodukte in älteren Horizontalsperren miteinander nicht verträglich sind. Vor allem dann, wenn keine Horizontalsperre vorhanden ist, wird oftmals die zusätzliche Anordnung von Dränagen sinnvoll sein, um anfallendes Wasser möglichst von vornherein fernzuhalten.
Sind die vorhandenen Feuchteschäden auf hygroskopische Wasseraufnahme infolge hoher Salzbelastung des Mauerwerkes zurückzuführen, sind abdichtungstechnische Maßnahmen am Kellermauerwerk wirkungslos. Nach ausreichend genauer Untersuchung der Verteilung von Schadsalzen über die Höhe der Außenwand und auch über die Tiefe der Bauteile sind jeweils auf das individuelle Sanierungsvorhaben abgestimmte Maßnahmenkataloge festzulegen. Unter Umständen ist bereits das Abschlagen von versalzenen Putzen und ein Auskratzen des Fugenmörtels ausreichend, da in der Regel dort die Konzentration von Schadsalzen am Größten sind.
Die chemische Salzbehandlung z.B. durch Aufbringen von Bleihexafluorsilicaten ermöglicht zwar die Umwandlung von einigen Schadsalzen in schwer lösliche Verbindungen; eine optimale Dosierung dieser Mittel ist jedoch äußerst schwierig. Derartige chemische Salzbehandlungen sind mit großem Aufwand nur dann sinnvoll, wenn besonders schützenswerte Teile wie Ornamente o.ä. praktisch unter Laborbedingungen behandelt werden können.
In den häufigsten Fällen, in denen die Schadsalze nicht vollständig entfernt bzw. in schwer lösliche Verbindungen umgewandelt werden können und auch der Feuchtetransport in der Außenwand nicht restlos unterbunden werden kann, werden am Wirkungsvollsten Sanierputze eingesetzt.

Siehe hierzu auch: Sockelputzarbeiten

Ursachen von Fassadenschäden

Viele Ursachen von Fassadenschäden an Altbaufassaden resümieren aus technischen und manuellen Fehlern, mangelnder Sachkenntnis sowie der falschen Materialwahl. Doch läßt sich daraus nicht herleiten, dass in vergangenen Jahren alles falsch gemacht wurde. Die meisten Fassaden wurden nach dem damaligen Stand der Technik sowie den damaligen Kenntnissen der Baumaterialien hergestellt bzw. zwischenzeitlich saniert. Aufgrund von Erfahrungen und Erkenntnissen hat sich der Stand der Technik immer wieder geändert und angepaßt. Aber auch die Veränderung der Umwelt und das vermehrte Verkehrsaufkommen sowie veränderte Nutzungen der Gebäude (insbesondere der Einbau von Zentralheizungen) konnten die damaligen Architekten und Ausführenden nicht wissen und somit auch nicht beachten. Auch die Tatsache, dass eine Fassade der Pflege bedarf, um den Alterungsprozess der verwendeten Baustoffe hinaus zu zögern wurde, und wird auch heute nicht, ausreichend beachtet.
Es gibt einige typische Schadensursachen und -bilder an Altbaufassaden. Diese sind vor allem:

Feuchtigkeit (Schlagregen, Nebel, Frost)
Ausblühungen, Krustenbildung
Abplatzungen
Verschmutzungen (Ruß, Staub)
Absandungen
Salze (hauptsächlich im erdnahen Bereich)
Mikroorganismen
Luftschadstoffe (SO2, NOx, organische Verbindungen)

Die Feuchtigkeit ist eine wesentliche Ursache für die Baumaterialverwitterung. Durch Wasser werden Schadstoffe (Salze aus dem Baustoff oder dem Erdreich sowie Luftschadstoffe) in die Baumaterialien eingetragen. Je nach Eindringtiefe kommt es zur Auskristallisation von Salzen oder zu Bindemittelumbildung mit einer Zerstörung des Gefüges. Die Lösung und Kristallisation von Salzen führt zu einer Zerstörung des Baumaterials.
Da Feuchtigkeit jedoch in sehr unterschiedlicher Weise auf die Konstruktion einwirkt, kommt der genauen Ursachenermittlung und dem Aufzeigen der bauphysikalischen Zusammenhänge bei der Sanierung entscheidende Bedeutung zu.

Mangelnder Feuchtigkeitsschutz als Schadensursache

Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich kommt zum Einen durch fehlende oder beschädigte horizontale Sperrschichten. Horizontale Sperrschichten wurden bei Gebäuden, die älter als 70 bis 80 Jahre sind in der Regel nicht vorgesehen. Zum Anderen kann sie auch durch fehlende oder beschädigte vertikale Wandabdichtungen und Dränagen kommen. Da sich die Beanspruchung durch Sicker- bzw. Grundwasser im Laufe der Gebäudenutzung oftmals verändert hat, entsprechen die vorhandenen Abdichtungen und konstruktive Gegebenheiten nicht mehr den tatsächlich vorhandenen Wasserbeanspruchungen.
Durch das Eindringen von Niederschlagwasser treten bei den unterschiedlichen Baustoffen feuchtebedingte Längenänderungen auf. Die Längenänderung ist bei einem Kalkmörtel größer als bei einem Kalkzementmörtel.
Die Frost-Tau-Beständigkeit von Baustoffen ist in erster Linie von der Oberflächenbeschaffenheit und Porenstruktur abhängig; sofern bei Bewitterung bzw. Wasserlagerung die Baustoffporen nicht vollständig mit Wasser gefüllt werden, ist in der Regel ein Ausdehnen des Wassers innerhalb der Poren beim Gefrieren schadlos möglich. Werden die Poren vollständig mit Wasser gefüllt, so wird dies bei Frostbeanspruchung in der Regel zu Absprengungen an der Oberfläche führen. Diese Baustoffe sind nicht ohne weiteres frostbeständig.
Durch Risse in Außenwandoberflächen, durch die Schlagregen eindringen kann, kommt es zu fortschreitender Zerstörung des Untergrundes und der Beschichtung. Auch wenn relativ diffusionsoffene Beschichtungen vorhanden sind, wird in der Regel die durch die Risse eindringende Feuchtigkeit nicht ausreichend schnell auf dem Diffusionswege wieder aus den Bauteilen gelangen können.
Fehlender oder beschädigte Feuchtigkeitsschutz bei der Abdeckung von Fassadenprofilierungen ermöglichen ein eindringen von Feuchtigkeit in den Untergrund und deren Zerstörung.
Überall dort, wo freier Kalk oder andere Salze in Baustoffen vorhanden sind, wird eindringendes Wasser dies Salze lösen. Bei Verdunstung an der Oberfläche bleiben diese gelösten Salze als Oberflächenbelag zurück. Die daraus resultierenden Schadensbilder sind im günstigsten Fall lediglich optische Beeinträchtigungen und reichen bis zur völligen Zerstörung der oberflächennahen Baustoffe.
Als Schadensursache tritt auch die hygroskopische Feuchteaufnahme auf. Die dabei entstehenden Schadsalze stammen nicht nur aus der Luft und dem Grundwasser, sondern auch aus den Baustoffen selbst und aus Konservierungsstoffen.

Mangelnder Wärmeschutz als Schadensursache

Nach Veränderung der Nutzung vorhandener Gebäude kann alleine infolge der Nutzungsänderung bereits erhebliche Feuchtigkeit auf dem Diffusionswege in die Außenwand gelangen. Insbesondere bei ursprünglich unbeheizten Gebäuden kann durch unzureichenden Wärmeschutz allein durch die Tatsache, das im Gebäudeinneren höhere Temperaturen mit entsprechenden höheren relativen Luftfeuchten herrschen als zuvor, Tauwasser in der Außenwandkonstruktion anfallen. Bei mehrschichtigen Außenwänden ist stets dann die Gefahr von Tauwasseranfall gegeben, wenn zur Außenseite hin dampfdichtere Schichten vorhanden sind. Mehrschichtige Außenbauteile sind in feuchteschutztechnischer Hinsicht günstig ausgebildet, wenn

der Diffusionsdurchlaßwiederstand der Bauteilschichten nach außen abnimmt und
der Wärmeduchlaßwiederstand nach außen zunimmt Tauwasseranfall tritt stets dort auf, wo die vorhandene Oberflächentemperatur unter die Taupunkttemperatur absinkt. Die Oberflächentemperatur ist abhängig von

dem Bauteilaufbau (Baustoffe)
der Bauteilgeometrie (Wärmebrücken) und
den lüftungstechnischen Voraussetzungen (Wärmeübergänge)

Problembereiche hinsichtlich des Tauwasseranfalls sind insbesondere geometrisch bzw. konstruktionsbedingte Wärmebrücken (z.B. auskragende Stahlträger von Balkonen, auskragenden Dachüberstände, KG-Deckenauflager, Außenwandecken u.a.), wo auch zusätzlich die Luftströmung behindert wird.
An Außenwandbauteilen, wo die temperaturbedingten Längenänderungen nicht beachtet werden, treten in der Regel Spannungsrisse (thermisch bedingte Risse), die die Materialfestigkeit überschreiten, so dass es zu Rißbildung kommen kann. Diese Risse können durch eine Fugenausbildung (Dehnfuge) vermieden werden.
Im Bereich von Wärmebrücken, wo die Temperatur der Baustoffe stark unterschiedlich sind, kommt es infolge der unterschiedlichen temperaturbedingten Längenänderungen ebenfalls zur Rißbildung.
Die wechselnde Beanspruchung durch das Zusammenziehen des Baustoffes bei fallenden Temperaturen, bei Zunahme des Eisdrucks im Frostbereich und die folgende Wiederausdehnung bei ansteigenden Temperaturen bringen nicht frostbeständige Materialien zum Absanden, Aufplatzen und Zerfrieren.

Weitere Schadensursachen

In einem Zusammenwirken mehrerer Faktoren werden hauptsächlich Materialien wie gipshaltige Baustoffe und Dolomitkalkputze verändert, aber auch kalkhaltige Baustoffe werden durch chemische Prozesse, bei denen sich Gips bildet, verändert und waschen aus.
Für die Verbundfestigkeit und Gebrauchsfähigkeit einer Fassade ist eine bestimmte Verbundfestigkeit zwischen Untergrund und Beschichtung unbedingt erforderlich. Aufgrund der Tatsache, daß Altbaufassaden häufig nicht mit einem Spritzbewurf versehen sind, ist die Verbundfestigkeit nicht immer gewährleistet.
Weitere Ursachen für Schäden an Fassaden sind Korrosion aufgrund fehlendem oder defektem Korrosionsschutz , mangelhafte Putzanschlüsse an Holz- und Stahlbauteilen sowie an die Verblechung sowie falsche, fehlende oder nicht mehr ausreichende Farbanstriche.