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Außenutz auf hochwärmedämmenden Ziegelmauerwerk

Verputztes einschaliges Ziegelmauerwerk ist eine seit langen bewährte Außenwand Konstruktion. Seine große Verbreitung beruht auf der hohen Ausführungssicherheit, der Wirtschaftlichkeit und der Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten. Putze und Ziegel sind mineralische Baustoffe, die sich an der Wand in idealer Weise ergänzen.
Mit verputzten Ziegelwänden können bei geeigneter Materialauswahl alle statischen und bauphysikalischen Anforderungen, wie z.B. Tragfähigkeit, Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz, sicher erfüllt werden.
Außenputze bzw. Außenwandputzsysteme sind ein wichtiger Bestandteil der Außenwand, da sich das dahinterliegende Mauerwerk dauerhaft vor Witterungseinflüssen schützen und wesentlich zu den bauphysikalischen Eigenschaften der Außenwand beitragen. Diese Eigenschaften werden durch die Kombination von Festigkeit und wasserabweisender Wirkung des Putzes sowie der Putzdicke gewährleistet. Außenputze müssen grundsätzlich zweilagig ausgeführt werden. Glatt geriebene einlagige Außenputze entsprechen nicht den anerkannten Regeln der Technik.

Für einschalige verputzte Ziegelaußenwände werden heute überwiegend wärmedämmende Ziegel mit Rechenwerten der Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,11 und 0,18 W/(mK) eingesetzt.
Mauerwerk aus diesen Ziegeln hat ein geringeres Elastizitätsmodul, d.h. eine geringere Steifigkeit, als herkömmliches Ziegelmauerwerk, für das sich seit Jahren Leichtputze nach DIN 18550-4 als Außenputze bewährt haben. Auch die Verwendung von Wärmedämmputzen nach DIN 18550-3 sowie Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) kann zur Ausführung kommen.
Die mittlere Dicke des Leichtunterputzes muss 15 mm, die mittlere Dicke des Gesamtputzsystems muss 20 mm betragen. Leichtunterputze haben eine Druckfestigkeit <= 5,0 N/mm2 (Mörtelgruppe P II 2,5 bis 5,0 N/mm2, Mörtelgruppe PIc 1,00 bis 2,5 N/mm2) und eine Trockenrohdichte des Festmörtels von 600 kg/m3. Das Putzsystem muss wasserabweisend nach DIN 52617 sein, damit ein dauerhafter Witterungsschutz gewährleistet werden kann.

Untersuchungen haben ergeben, das für hochwärmedämmende Ziegel Unterputze verwendet werden sollen, die einen geringen E-Modul (d.h. hohe Verformbarkeit) und eine geringe Schwindneigung aufweisen. Diese Anforderungen erfüllen Leichtputze. Weiterhin haben die Untersuchungen ergeben, dass für das Verputzen von hochwärmedämmenden Mauerwerk keine weiteren besonderen Maßnahmen ergriffen werden müssen, sofern die Verarbeitungsbedingungen der Ziegel- und Putzhersteller beachtet und deren Maßnahmen durchgeführt werden. Das liegt daran, das der Leichtputz als Werktrockenmörtel durch seine besondere Zusammensetzung ein erhöhtes Wasserrückhaltevermögen hat und eine gute Haftung auf dem Putzgrund aufweist.

Wichtig ist ein homogener Untergrund aus dem gleichen Ziegelmaterial. Mischmauerwerke wirken sich negativ auf den Putz aus, beanspruchen ihn zusätzlich und es kann zu Rissbildung kommen. Dafür wird von den Ziegelherstellern besondere Ergänzungsprodukte wie Eckziegel, Ziegelrollladenkästen, Ziegelstürze und Deckenabmauerziegel angeboten. Für eine möglichst mängelfreie Fassade sollte man diese Produkte auch verwenden und nicht an den Kosten durch billige Ersatzlösungen sparen. Das Mauerwerk sollte nach der DIN 1053 (Mauerwerk), der VOB/C DIN 18 330 (Maurerarbeiten) sowie den jeweiligen Zulassungen fachgerecht hergestellt worden sein. Der Abstand der Stoßfugen sollte nicht mehr als 5 mm betragen. Bei größeren Stoßfugen müssen diese beidseitig in einem gesonderten Arbeitsgang mit Leichtmörtel verschlossen werden. Das selbe gilt für Mauertaschen, Fehlstellen sowie Nut- und Federflächen.

Besondere Maßnahmen sind bei Rollladenkästen und mit außenliegenden Wärmedämmplatten vor Betonbauteilen, die Kältebrücken verhindern sollen, notwendig. Dabei ist zu beachten, dass die richtigen Rollladenkästen sowie gebaffelte Wärmedämmplatten verwendet werden.

Das Ziegelmauerwerk sollte durch geeignete Maßnahmen durch zuviel Feuchtigkeit geschützt werden, dazu zählt unter anderem das Ableiten von Regenwasser von Dachflächen über provisorisch angebrachte Fallrohre aber auch der Schutz vor dem Eindringen von Feuchtigkeit während der Rohbauzeit, da sich dadurch die Wärmedämmeigenschaften des Ziegelmauerwerks extrem negativ beeinträchtigen können. Bei längeren Arbeitsunterbrechung kann es sogar sinnvoll sein, einen wasserabweisenden Unterputz aufzubringen.
Vor dem Verputzen muss der Putzgrund trocken sein. Sollte auf nicht ausreichend trockenen Putzgrund geputzt werden, verlängert sich die Standzeit vor dem Aufbringen des Oberputzes erheblich. Bei zu starker Feuchtigkeit des Mauerwerkes kann es zu Rissbildung, Farbveränderungen oder Ausblühungen an der Putzoberfläche kommen.
Wie bei allen Putzen ist auch auf eine ausreichende Trocknungszeit des Unterputzes zu achten. Nach einer Faustregel sollte man pro mm Putzauftrag 1 Tag warten, bis man den Oberputz aufträgt, abhängig von den umgebenen Verhältnissen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeiten.

Die heute verfügbaren Oberputze bieten eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten durch Farbgebung und Oberflächenstruktur. Gebräuchliche Oberputzdicken sind ca. 3 bis 5 mm. Darüber hinaus können auch dickere (z.B. Kratzputz) oder dünnere Oberputzdicken gewählt werden, dafür sind aber gesonderte Maßnahmen erforderlich. Auf Oberputzen mit geglätteter, fein zugeriebener, gefilzter, oder verwaschener Struktur sind auch unschädliche Haarrisse leicht erkennbar.

Bei farbigen Edelputzes (außer bei dickschichtigen Kratzputz) muss grundsätzlich ein Egalisationsanstrich vorgesehen werden. Die Ausführung kann im Einvernehmen mit dem Bauherren davon abhängig gemacht werden, ob der gewünschte Effekt einen solchen Anstrich erfordert.

Im Sockelbereich von wärmedämmenden Ziegelmauerwerk haben sich abweichend von der DIN 18550 wasserabweisende Leichtputze der Mörtelgruppe PII bewährt. Auf Zementputze sollten im Sockelbereich mit wärmedämmenden Ziegel verzichtet werden. Selbstverständlich darf auf die Bauwerksabdichtung im Sockel- und Perimeterbereich nicht verzichtet werden.

Egalisationsfarbanstriche auf Edelputzen
Sockelputzarbeiten
Allgemeine Hinweise für Außenputzarbeiten