Sockelputzarbeiten

Der Sockelbereich ist hohen Belastungen durch aufspritzendes Niederschlagwasser ausgesetzt. Sie sind sehr häufig stärker verschmutzt als andere Bereiche und müssen sorgfältig von Erde und Verschmutzungen gereinigt werden. Es ist daher wichtig, dass nicht nur der Sockelputz richtig ausgeführt wird, sondern dass auch die konstruktiven Gegebenheiten mithelfen, die Belastungen gering zu halten.
Der Putz im Sockelbereich muss ausreichend fest, wasserabweisend nach DIN 18550 und widerstandsfähig gegen die kombinierte Einwirkung von Feuchtigkeit und Frost in diesem Bereich sein. Er wird mindestens zweilagig ausgeführt.

Als Sockelbereich ist der spritzwasserbelastete Bereich einer Fassade zu verstehen. Der Sockelbereich beginnt mit der Gelände- bzw. Belagoberkante und hat eine Höhe von mindestens 30 cm. Aufgrund der größeren Belastungen durch Spritzwasser und Schmutz sowie eventuell höherer mechanischer Beanspruchungen sind im Sockelbereich besondere Maßnahmen gegenüber der übrigen Fassadenfläche notwendig.
Durch konstruktive Maßnahmen muss Niederschlagwasser von der Fassade abgeleitet werden. Das sind üblicherweise ein Kiesbett bzw. eine kapillarbrechende Schicht. Pflaster oder Plattenbeläge sind mit entsprechendem Gefälle vom Gebäude weg, sowie mit einer konstruktiven Trennung vom Gebäude herzustellen.
Der in den erdberührenden Bereich geführte Sockelputz ist bis zur Geländeoberkante mit einem Feuchteschutz, z.B. einer flexiblen Dichtungsschlämme oder einen Bitumenanstrich, zu versehen. Vor diesem Bereich ist eine Schutzschicht, z.B. Noppenfolie, Drainplatte, Kiesbett o.ä. , anzuordnen, da der Sockelputz zum Erdreich keinen Kontakt haben darf. Zweckmäßig ist es, wenn die Abdichtungsarbeiten sowie die Noppenbahn bauseits ausgeführt werden, da meistens nach Beendigung der Sockelputzarbeiten die Höhen der Geländeoberkanten noch nicht feststehen und die Arbeiten außerhalb des Gebäudes erst später ausgeführt werden.
Zusätzlich muss eine wirksame Abdichtung am Baukörper nach DIN 18195 - Bauwerksabdichtungen vorhanden sein, sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung, da nur so aufsteigende Feuchtigkeit verhindert werden kann. Nach der DIN 18195 Teil 10 müssen diese Schichten auch schon während der Bauzeit mit geeigneten Maßnahmen geschützt werden.

Sockelputze sollten grundsätzlich hinter dem Wandputz zurückspringen, bzw. bündig mit dem Wandputz liegen. Sollte der Sockelputz aus konstruktiven oder optischen Gründen vor der Außenwandfläche vorspringen, was bei Altbauten mit häufig Stuckfassaden der Fall ist, sind besondere Maßnahmen gegen Witterungseinflüsse zu treffen. Dazu zählt auch der besondere Schutz der auskragenden Schräge des oberen Sockelabschluss durch Verblechung oder einen geeigneten Schutzanstrich.

Sockelputz auf Beton- und Mauerwerksflächen

Bei Neubauten sind die Verhältnisse meist überschaubar. Ein Außensockelputz sollte mindestens 30 cm hoch über der fertiggestalteten Geländelinie liegen.
Die nach DIN 18550 für Sockelputze im Außenbereich vorgesehene Zementputze der Putzmörtelgruppe P III ergeben sehr feste und kaum saugende, aber auch sehr starre und wenig elastische Putze. Sie sind am besten für Betonuntergründe geeignet.
Wenn im Sockelbereich Mauersteine mit geringer Festigkeitsklasse vorliegen, was oft bei Altbauten vorkommt, ist dort ein üblicher Zementputz meistens zu starr und zu rissanfällig, da die Eigenspannungen vom Untergrund (geringer E-Modul) nicht abgebaut werden kann. Putze der Putzmörtelgruppe P III müssen nach DIN 18550 eine Mindestdruckfestigkeit von 10 N/mm2 aufweisen. Diese Festigkeit und der dabei erreichte E-Modul sind für Mauerwerk mit geringer Druckfestigkeit jedoch zu hoch. Für Außensockelputz auf Mauerwerk der Steinfestigkeitsklasse <= 6 darf daher der Mörtel der Putzmörtelgruppe PIII ausnahmsweise eine Mindestdruckfestigkeit von nur 5 N/mm2 haben. Die Anforderungen hinsichtlich der wasserabweisenden Eigenschaften müssen aber auch von diesem Putzmörtel erfüllt werden.
Ist es notwendig, den Sockelputz auf Bitumenbeschichtungen oder auf Teilen von Bitumenbeschichtungen auszuführen, ist das Anbringen eines Putzträgers zwingend notwendig. Dabei sind die Montagedübel des Putzträgers mindestens 150 mm über der Geländeoberkante anzubringen, damit die Abdichtung nicht zerstört wird und Wasser durch die Befestigungslöcher in das Bauwerk eindringen kann. Dagegen kann auf eine mineralische Abdichtung eine mineralische, kunststoffvergütete Putzhaftbrücke appliziert werden.

Bei Altbauten ist außerdem kritisch der Untergrund zu untersuchen, insbesondere auf Ausblühungen von auskristallisierten Salzen ist zu achten oder auf konstruktive Gegebenheiten, die zu einer Überlastung des Putzes führen können. Sollte das der Fall sein, ist es sinvoll, ein Sanierputzsystem aufzubringen.

Sockelputz bei wärmedämmenden Ziegelmauerwerk

Im Sockelbereich von wärmedämmenden Ziegelmauerwerk (z.B. Porotonziegel) haben sich, abweichend von der DIN 18550-1, wasserabweisende Unterputze der Putzmörtelgruppe P II, deren Festigkeit im Bereich von 3,5N/mm2 bis 7,5N/mm2 liegen (z.B. Leichtputze) bewährt. Putze mit höherer Festigkeit auf wärmedämmendem Ziegelmauerwerk sollten auch im Sockelbereich vermieden werden. Ebenso darf kein Spritzbewurf auf wärmedämmendes Ziegelmauerwerk aufgebracht werden.

Außenputz auf hochwärmedämmenden Ziegelmauerwerk

Sockelputz mit Dämmplatten im Sockel- und erdberührten Bereich

Fast ausschließlich werden heute im Neubaubereich und der Sanierung von Altbauten im Sockel- und erdberührten Bereich Dämmplatten gegen Wärmeverluste und Witterungseinflüsse verbaut. Gleichzeitig ist die Dämmschicht ein Schutz der Bauwerksabdichtung. Die vom Erdreich berührten äußeren Flächen der Außenwände eines Bauwerkes müssen gegen das Eindringen von Feuchtigkeit abgedichtet werden. Die vertikale Abdichtung muss unterhalb des Erdreichs bis zum Fundamentansatz und oberhalb an die waagerechte Abdichtung bzw. 30 cm über das Gelände reichen. Oberhalb des Geländes darf gemäß DIN 18195 die vertikale Abdichtung entfallen, wenn dort ausreichend wasserabweisende Bauteile verwendet werden. Das liegt vor, wenn ein wasserabweisender Sockelputz bzw. ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) eingesetzt wird. Aber ein WDVS übernimmt grundsätzlich keine Abdichtungsfunktion. Nach der neuen DIN 18195-4 ist in Mauerwerkswänden lediglich nur noch eine einzige Querschnittsabdichtung (Horizontalabdichtung) vorzusehen. In der Regel wird sie unmittelbar auf der bis zur Fundamentaußenkante durchlaufenden Bodenplatte verlegt.
In dem Sockel- und Perimeterbereich dürfen keine Dämmplatten verwendet werden, die ansonsten bei Wärmedämm-Verbundsystemen an der Fassade zur Anwendung kommen (Polystyrol-Dämmplatten, Mineralfaser-Dämmplatten). Oberhalb der Geländeoberkante sind zugelassene Sockel- und Perimeterdämmplatten zu verwenden, die auch geringfügig in das Erdreich einbinden dürfen. Falls bauseitig Dämmplatten angebracht worden sind, muss geprüft werden, ob di Dämmplatten eine ausreichende Haftung zum Untergrund besitzen und ggf. müssen diese Dämmplatten nachbefestigt werden. Offene Fugen sind mit geeignetem Material auszuschäumen. Glatte Perimeterdämmplatten sind aufzurauen und Plattenüberstände abzuschleifen. Beim Aufbringen der Armierungsschicht ist vorzugsweise mit einer zusätzlichen Armierungsschicht zu arbeiten, um die Rissgefahr, die durch unsachgemäß geklebte oder befestigte Dämmplatten verursacht werden, zu minimieren.
Unterhalb der Gelände- bzw. Belagoberkante dürfen nur Schaumkunststoffplatten und Schaumglasplatten, die als Perimeterdämmung und zugleich als Schutzschicht der Abdichtung im erdberührten Bereich der Außenflächen von Bauwerken dienen, zur Anwendung kommen, die bauaufsichtlich zugelassen sind. Als Perimeterdämmung wird die Wärmedämmung bis Oberkante Erdreich (erdberührte Bauteilfläche) bezeichnet. Charakteristisch für die Perimeterdämmung ist, dass die Wärmedämmschicht auf der Außenseite des betreffenden Bauteils (z.B. Kellerwand) außerhalb der Bauwerksabdichtung angeordnet wird.

Für den armierten Unterputz bzw. die Armierungsschicht sind Armierungsmörtel und Armierungsgewebe zu verwenden. Wie bei jedem Wärmedämm-Verbundsystem sind keine Komponenten verschiedener Systemshersteller verwendet werden.
Zur Erzielung einer erhöhten mechanischen Beanspruchbarkeit, z.B. Widerstand gegen Stoßbelastungen, können verschiedene Varianten ausgeführt werden:
- Verwendung von Sockeldämmplatten mit erhöhter Belastbarkeit - zusätzliche Armierungsschicht - zusätzliche Einlage eines Panzergewebes - keramische Beläge
Als Oberputze können sowohl geeignete mineralische Putze (z.B. Haft- und Filzputze) wie auch organisch gebundene Putze (z.B. Kunstharzputze und Buntsteinputze) sowie keramische Beläge verwendet werden. Mineralische Putze auf Wärmedämmplatten werden nach dem heutigen Stand der Technik in Anlehnung an die DIN 18550 in der Mörtelgruppe P II (Mindestdruckfestigkeit 2,5 N/mm2) ausgeführt und sollten im Sockelbereich oberhalb der Geländeoberkante eine geeignete wasserabweisende Beschichtungen aufweisen.


Zusätzliche Maßnahmen im Sockelbereich