Energieausweiss

Stuck Nagel Berlin
Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet. Die Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen der Energieausweise werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.
Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hatte den Prototyp eines bundeseinheitlichen Energieausweises unter der Bezeichnung Energiepass für Wohngebäude im Bestand entwickelt und diesen in einem Feldversuch bis Ende 2004 an fast 4000 Wohngebäuden getestet.
In der Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV) wird statt des Begriffes Energiepass der Begriff Energieausweis verwendet und beschrieben.
Seit der Einführung der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV) wird nur noch der Begriff Energieausweis verwendet. Der Begriff Energiepass ist damit bedeutungslos geworden.


Bei Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ist nach der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) ein Energiebedarfsausweis auszustellen.

Einem potenziellen Käufer, Mieter, Pächter oder Leasingnehmer eines bebauten Grundstücks, Wohnungs- oder Teileigentums ist auf Verlangen unverzüglich ein Energieausweis vorzulegen. Ausgenommen hiervon sind Gebäude mit nicht mehr als 50m² Fläche und Baudenkmäler (§ 16 Abs. 4 EnEV).

Bei Verkauf und Neuvermietung ohne vollständigen, korrekten oder zulässigen Nachweis drohen Bußgelder bis zu 15.000 €.

Wer als Hauseigentümer sein Heim weder verkaufen, vermieten oder modernisieren möchte, benötigt keinen Energieausweis. Die Nachrüstverpflichtungen gem. §10 der EnEV 2009 sind aber einzuhalten.


Grundsätzlich können Energieausweise für bestehende Gebäude entweder auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des gemessenen Energieverbrauchs ausgestellt werden. Dabei gelten folgende differenzierte Regelungen:
Für Wohngebäude mit max. 4 Wohnungen mit Bauantrag vor dem 1. November 1977 müssen Energieausweise ab 1. Oktober 2008 auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden. Ausnahmen gelten für Gebäude, die schon bei der Fertigstellung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1977 erfüllt haben oder nachträglich auf diesen Stand gebracht wurden.
Für Nichtwohngebäude besteht Wahlfreiheit zwischen Energiebedarf oder Verbrauch als Basis des Energieausweises.

Die Ausweispflicht für Nichtwohngebäude gilt ab dem 1. Juli 2009. In öffentlichen Gebäuden mit mehr als 1.000 m² Nutzfläche muss dann ein Energieausweis gut sichtbar angebracht werden. Für Neubauten wurde der Energieausweis bereits im Jahr 2002 eingeführt.


Bei steigenden Energiepreisen werden energieeffiziente Gebäude immer attraktiver. Der Energieausweis dokumentiert die energetische Qualität von Gebäuden und gibt konkrete Modernisierungstipps zur Energieeinsparung.
Als Instrument für mehr Markttransparenz motiviert der Energieausweis zu Investitionen in die Sanierung, die unter Berücksichtigung der Vorgaben der EnEV durchgeführt werden müssen. Er führt zu mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt für Mieter, Käufer und Eigentümer.
Er soll für mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen und allen Marktteilnehmern verlässliche Informationen über den Energiebedarf und die energetische Qualität von Gebäuden liefern.
Wer in Zukunft eine Wohnung bzw. ein Haus kaufen, mieten oder pachten möchte, kann so verschiedene Immobilien unkompliziert miteinander vergleichen und bekommt mit dem Energieausweis eine wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfe an die Hand.
Für Eigentümer, die eine Modernisierung ihres Gebäudes planen, stellt der Energieausweis darüber hinaus eine kostengünstige Erstberatung dar. Er erfasst die wichtigsten Gebäudedaten, liefert Informationen über den energetischen Zustand des Gebäudes und zeigt, ob eine Sanierung grundsätzlich nötig ist. Auf Grundlage konkreter Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis kann eine Modernisierungsplanung erfolgen oder weitere Energieberatungen aufbauen.
Der Energieausweis allgemein ist ein vierseitiges Dokument, das der energetischen Bewertung von Gebäuden dient. Jedem Mieter, Pächter oder Käufer von Gebäuden oder Wohnungen muss künftig vor Abschluss eines Vertrags die Möglichkeit gegeben werden, den Energieausweis einzusehen.
Der Energieausweis wird grundsätzlich benötigt zum Nachweis der energetischen Anforderungen an Neubauten, Sanierungsmaßnahmen, Erweiterungen und Ausbau von Gebäuden sowie zur Dokumentation der energetischen Qualität von Bestandsgebäuden.
Energieausweise müssen folgende Angaben enthalten:
Gebäudetyp / -nutzung
Standort / Adresse der Immobilie
Gebäudenutzfläche (in m²)
Anzahl derWohneinheiten
Baujahr des Gebäudes
Baujahr der Heizungsanalge
Energieverbauchs- bzw. -Bedarfskennwert in kWh/(m²a)
Energieverbrauch der letzten 3 Heizperioden
Energieträger / Brennstoff
Begriffserläuterungen
Modernisierungsempfehlungen
Angaben zum Aussteller einschließlich Unterschrift


Die Farbskala dient der optischen Bewertung und Verdeutlichung der Verbrauchs-Effizienz im Gebäude. Je nachdem, ob der Kennwert im grünen oder im roten Bereich der Farbskala liegt, bedeutet dies, dass wenig (grüner Bereich) oder viel (roter Bereich) Energie für Heizung und Warmwasser benötigt wird.
Der Energieausweis enthält zudem eine zweite Farbskala mit Vergleichswerten, um aufzuzeigen, wie hoch typischerweise der Energiebedarf verschiedenster Gebäudetypen ist. Diese Darstellung reicht vom Passivhaus bis hin zum unsanierten Mehrfamilienwohnhaus. Das betreffende Gebäude kann so leicht eingestuft werden, wo es im Vergleich zu diesen anderen Häusern steht.
Der Energie-Kennwert ist ein Zahlenwert zum Vergleich der Energieeffizienz verschiedener Gebäude. Er beziffert die Energiemenge in kWh, die zur Beheizung eines Quadratmeters an Gebäude-Nutzfläche über ein Jahr benötigt wird.

Es gibt aber auch erhebliche Kritik an dem Energieausweiss. Eine wünschenswerte Transparenz und Einfachheit des Ausweises ist nicht erreicht worden.
Um die Angaben zu prüfen, ist Expertenwissen notwendig. Flächenbezugsgröße ist die Gebäudenutzfläche, nicht die Wohnfläche. Das Ergebnis wird in den Größen Primärenergiebedarf, Endenergiebedarf und Energieverbrauchskennwert ausgewiesen. Diese Begriffe sind einem Laien nicht bekannt, weichen schon bei ein und demselben Gebäude stark voneinander ab und sind untereinander oft gar nicht vergleichbar. Hinzu kommt, dass die Energie zwar nach dem Brennwert abgerechnet wird, bei der Berechnung für den Ausweis jedoch nur der untere Heizwert Berücksichtigung findet. Die Angaben aus dem Ausweis lassen sich somit nicht mit Hilfe von Mietverträgen oder Heizkostenabrechnungen nachvollziehen. Dies führt dazu, dass aus dem Ergebnis auch nicht die zu erwartenden Verbrauchskosten abgelesen werden können.


Mit dem Inkraftttreten der Energieeinsparverordnung 2007 am 1. Oktober 2007 wird der Energieausweis für Bestandsgebäude ab 1.Juli 2008 schrittweise Pflicht. Bei Vermietung, Verpachtung oder Verkauf sind für Wohngebäude, die bis 1965 fertiggesteIlt worden sind, Energieausweise ab dem 1. Juli 2008 und für jüngere Wohngebäude ab dem 1. Januar 2009 verpflichtend auszustellen.





Siehe hierzu auch Informationen zum Thema:
Energieeinsparverordnung
Wärmeschutz
Wärmedämm-Verbundsystem
Dämmstoffe