Stuck Nagel Berlin: Glossar Stuck Nagel Berlin


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A

Ädikula
Wandnische mit architektonischer Rahmung, häufig zur Aufstellung von Statuen.
An der Fassade bezeichnet die Ädikula den architektonischen Rahmen eines Fensters, einer Nische oder eines Portales und dient hauptsächlich als Fassadenschmuck. Seine zwei vorgeblendeten Säulen, Pfeiler oder Pilaster tragen ein Gebälk und einen dreieckigen oder segmenbogenförmigen Giebel.


Ägyptische Säule
Ägyptische Säulen sind die ältesten erhalten Säulen. Beliebt sind in der ägyptischen Architektur in allen Epochen Säulen mit Attributen aus der Pflanzenwelt. Dabei werden die Wasserpflanzen Lotus und Papyros bevorzugt. Die Bündelsäulen stilisieren frühere Dekorationssäulen und werden in zwei Varianten verwendet, als Knospensäule und als offener Kelch.


Akanthus
Disterart im Bereich des Mittelmeeres, deren charakteristische Merkmale große, zackige Blätter sind, die sich an den Blattspitzen leicht einrollen. Der Akanthus wurde bereits in der Antike als Vorbild für korinthische Kapitelle und andere Dekorationselemente wie zum Beispiel Friese übernommen. In der Renaissance, im Barock und im Klassizismus wird dieses Dekorelement wieder verstärkt beim Baudekor aufgenommen.


Akroterie
Das Akroterion, auch der Akroter oder die Akroterie kommt häufig in der antiken griechischen, etruskischen und römischen Tempelarchitektur sowie bei Grabstelen vor. Das Akroterion dient als Architekturelement der Bekrönung des Giebelfirstes und der Verzierung der auslaufenden Dachschrägen an den Giebelecken.
Anfänglich eine kreisförmige Scheibe aus bemaltem Ton (Scheibenakroter), wurde das Akroterion ornamental und plastisch immer reicher ausgebildet, meist unter Verwendung pflanzlicher Motive wie dem Akanthus oder der Palmette. Darüber hinaus kommen neben vollplastischen Akroterien in Form von Vasen, Dreifüßen oder Fabeltieren wie dem Greif und der Sphinx auch menschliche Figuren – etwa Niken, reitende Amazonen – als Akroterion vor. Im Altertum waren Akroteria – wie andere Bauglieder auch – polychrom verziert, das heißt farbig gefasst. Das Akroterion sitzt immer auf einem die Dachschrägen ausgleichenden Kasten, dem Akroterkasten.
Das Akroterion war auch in der Renaissance, im Klassizismus und im Historismus gebräuchliches Element der Ornamentik in der Architektur. Es beschränkte sich keinesfalls auf öffentliche Gebäude oder gar Immediatbauten, sondern war auch in der profanen Architektur gebräuchlich.


Algen
Algen ist die Gattungsbezeichnung für artenreiche niedere Pflanzen aus einzelnen Zellen oder Zellverbänden, die zur Photosynthese befähigt sind. Sie benötigen zu ihrem Wachstum Feuchtigkeit, Kohlendioxid, Mineralstoffe (anorgan. Verbindungen) und Licht. Algen können nahezu überall auf der Erdoberfläche vorkommen, sowohl in anhaltend als auch auf nur zeitweise feuchten Standorten, in Trockengebieten, in heißen Quellen wie auf Eis und Schnee. Rotalgen und Braunalgen (z.B. Blasentange) sind meist auf festem Untergrund verankert und bilden z.T. über 100 m lange Kolonien (Tange). Die Algen des Planktons sind die wichtigsten Produzenten für energiereiche, organische Substanzen in den Nahrungsketten der Meere und Binnenseen. Algen befallen als Schadorganismen Metalle, Baustoffe, Anstriche, Kunststoffe, sie vermehren sich störend in Kühlwasser und Wasserkreisläufen. Auch in Schwimmbädern und Aquarien sind Algen besonders störend. Algen werden durch Algizide bekämpft.
Algen und Pilze auf Fassaden


Algenbewuchs
Algenbewuchs entsteht normalerweise an Außenflächen, wenn Feuchtigkeit, Licht, CO2 und die entsprechenden Mineralstoffe auf feuchtem Untergrund vorhanden sind. Tritt besonders an Schiffsteilen unter der Wasserlinie und in Schwimmbädern auf. Algen auf Fassaden weisen keine substanzzerstörende Wirkung auf. Sie können sich auf Wärmedämmverbundsystemen bilden. Während bei einer ungedämmten Fläche die Wärmetransmission für ein rasches Abtrocknen der Fassadenfläche nach Regeneinwirkung sorgt, wird durch die Wärmedämmung erreicht, dass die Wärme im Mauerwerk verbleibt und nicht zur äußeren Oberfläche abwandert. Dies bedeutet gleichzeitig, dass eine z.B. durch Regen angenässte Fassade weniger rasch abtrocknet. Dadurch kann sich bei ungünstigen örtlichen und klimatischen Bedingungen eine Algenbildung ergeben, welche sich als grünliche oder schwärzliche Fleckenbildung auf der Fassade bemerkbar macht. Ob eine Fassade von Algenbefall bedroht ist, kann nicht vorhergesehen werden.
Algen und Pilze auf Fassaden


Algizide
Algizide ist die Bezeichnung für unterschiedliche Verbindungen mit der Eigenschaft, Algen abzutöten oder deren Wachstum oder Vermehrung zu hemmen. In Beschichtungsmitteln werden bevorzugt in Wasser weitgehend unlösliche Algizide verwendet.


Amphitheater
Das Amphitheater bezeichnet eine runde oder elliptische Arena mit umlaufenden, stufenförmig ansteigenden Sitzreihen.

Die römische Gesellschaft war von Schaustellungen und Spielen aller Art begeistert, darunter die vom Senat 105 v. Chr. als allgemeine Schauveranstaltungen frei gegebenen Gladiatorenkämpfe. Seit 186 v. Chr. gab es bereits Tierhetzen (venationes) und Seeschlachten (naumachiae). Schauplätze der Veranstaltungen waren zumeist die Amphitheater, deren Form sich wie beim Theater aus provisorischen Holztribünen entwickelt hatte, die den Kampfplatz umgaben. Zur vollen Reife gelangte das Amphitheater in der Stadt Rom. Die Cavea (Zuschauerraum) ist wie beim Theater in konzentrisch aufsteigenden Ringen um die Arena aufgebaut. Die Zuschauer verteilten sich nach gesellschaftlichem Rang. Ein umlaufender Sockel mit bequemen Sitzen und reich verzierter Brüstung war der Prominenz vorbehalten. Die Logen in der Querachse waren für den Kaiser und die leitenden Tribunen reserviert. Die Ränge besetzten übereinander das wohlhabende Bürgertum, der Mittelstand, die Frauen, während die Volksmasse mit Stehplätzen ganz oben vorlieb nehmen musste. Die Spielstätte, die Arena, ruht auf einem Untergeschoss mit Gängen, Rampen, Aufzügen und Tierkäfigen, sowie einem Arsenal für die technische Ausrüstung und die Requisiten. Die architektonische Gliederung deckt sich mit der Konstruktion. Mit dem Amphitheatrum Flavium, dem Colosseum, war der endgültige Architekturtyp des römischen Amphitheaters verwirklicht, dem alle anderen folgten.


Anorganische Beschichtungsstoffe
Beschichtungsstoffe, die nicht auf Kohlenstoffverbindungen basieren, z.B. Silikat-, Mineralfarben und -putze.
Gegensatz: organische Beschichtungsstoffe


Anorganische Bindemittel
Die wichtigsten anorganischen Bindemittel sind:
Lehm
Gips
Kalkhydrat
hydraulische Kalke
latent hydraulische Kalke
Zement


Apsis
Unter Apsis versteht man eine aus dem römischen Sakral- und Profanbau abgeleitete, mit Halbkuppel überdeckte Raumform, die zu einem Hauptraum geöffnet ist. Die Apsis ist zu einem Teilraum des Chores seit Mitte des 9.Jh. geworden und hat in der Romanik ihre Selbstständigkeit weitgehend eingebüßt. Auch ein Seitenschiff konnte in Nebenapsiden enden. Die Apsidole (kleine Apsis) ist demgegenüber einer Apsis oder dem Chorumgang radial vorgelagert und bildet auf diese Weise einen Kapellenkranz aus.


Architrav
In der Baukunst der Antike der waagerechte Hauptbalken, der auf Säulen aufliegend den Oberbau trägt.In der Renaissance, dem Barock und dem Klassizismus wird der Architrav wieder verstärkt als Bauelement eingesetzt.


Arkade
Bogenstellung, d.h. eine Reihe von Bögen, die über Säulen und Pfeiler ansetzen.


Attika
Wandfläche über dem Hauptgesims eines Bauwerkes, der zuweilen den Dachansatz verdeckt und als niedriges Geschoss ausgebildet sein kenn.


Außenputz
Außenputz
Allgemeine Hinweise für Außenputzarbeiten





B

Backsteingotik
Die Backsteingotik, Norddeutsche Backsteingotik oder Norddeutscher Backsteinbau, ist eine in Norddeutschland und dem Ostseeraum verbreitete Bauweise der Gotik. Die Verwendung von Backstein als Baustoff setzte in Nordeuropa im 12. Jahrhundert ein, die ältesten Bauten gehören deshalb noch der so genannten Backsteinromanik an. Im 16. Jahrhundert ging die Backsteingotik in die Backsteinrenaissance über.
Charakteristisch ist einerseits das Fehlen von figurativen Bauplastiken, die mit Backsteinen nicht zu realisieren waren, andererseits die reiche Gliederung durch gemauerte Ornamente und Flächenstrukturierungen durch den Wechsel von roten und glasierten Ziegeln und weiß gekalkten Wandflächen.
Viele von der Backsteingotik geprägte Altstädte und Einzelbauten wurden in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.


Baldachin
Ein Baldachin ist ein Zierdach für Throne, Betten, Kanzeln, Denkmäler und anderes, das ursprünglich aus Brokat gefertigt wurde.
In der Architektur wird der Begriff auch für die prunkvolle Überdachung von Thronen, Kanzeln, Bischofssitzen und ähnlichem verwendet und bezeichnet ganz allgemein schmuckvolle Giebel. Auch die auf Säulen ruhende Überdachung von Altären, insbesondere in den frühchristlichen Kirchen und Denkmälern wird so genannt.


Basilika
Die römische Basilika ist ein kommunaler Mehrzweckbau mit repräsentativem Anspruch. Sie dient als Markthalle, Bankgebäude und Börse sowie als Gerichtssaal. Meist wird sie am Forum, also im Zentrum des öffentlichen Lebens errichtet. Für dieses Gebäude existiert kein griechisches Vorbild. Für Rom sind als früheste Beispiele die Basilica Porcia von 189 v. Chr. die Basilica Aemilia aus dem Jahr 179 v. Chr. und die Basilica Sempronia von 170 v. Chr. bezeugt. An der Schmalseite besitzt die Basilika eine Vorhalle. Daran schließt sich der Längsbau an, gelegentlich auch einmal ein Querbau wie in Cosa. Er besteht aus dem überhöhten Mittelraum und einem Umgang mit Kolonnaden. Darüber befinden sich gleichartige Galerien. In der Hauptachse liegt die Tribuna. Im Laufe der Entwicklung steigern sich die Dimensionen und wächst die Anzahl der Schiffe. Dann tritt an die Stelle der Kolonnadenarchitektur eine Folge von Arkaden mit Tonnengewölben in den Umgängen. Schließlich wird in der Kaiserzeit die halbrunde Exedra in der Hauptachse der dem Eingang gegenüberliegenden Seite eingefügt.
Im Zuge der Christianisierung übertrug sich der Begriff auf die nach dem Vorbild der antiken Basiliken gestalteten Kirchengebäude insbesondere aus romanischer Zeit, mit einem mehrschiffigen Raum und erhöhtem Obergaden. In der kunst- und bauhistorischen Terminologie wird der Begriff Basilika nur auf jene Bauten angewendet, die dem in der frühchristlichen Zeit geprägten Schema entsprechen.
In der katholischen Kirche ist Basilika außerdem ein Titel für Kirchenbauten von herausragender Bedeutung.
Neben der Hallenkirche, der Saalkirche und dem Zentralbau ist sie einer der vier Grundtypen des christlichen Kirchenbaus.


Basis
Profilierter ausladender Fuß einer Säule oder eines Pfeilers.


Baustellenmörtel
Baustellenmörtel


Bauhütte
Die Bauhütte, auch Dombauhütte oder Hütte ist der mittelalterliche Werkstattverband der an einem Kirchenbau arbeitenden Steinmetzen, Bildhauer und Bautechniker, der auch die Oberleitung über andere Gewerke obliegt. Die Bauhütten entwickelten sich aus dem romanischen Kirchenbau durch Mönche hin zum organisierten Bauablauf gotischer Kathedralen, der unterschiedlichste Handwerke umfasste.
Um bei den langen Bauzeiten die Konzeption und Einheitlichkeit von Architektur und Plastik zu gewährleisten und dabei technische und stilistische Neuerungen einfließen lassen zu können, gaben sich die Bauhütten eigene Ordnungen und grenzten sich damit gegen die Zünfte ab. Von besonderer Bedeutung war die qualifizierte Ausbildung der gotischen Bauhütte, die in Lehrlinge, Gesellen und Wandergesellen, Kunstdiener, Laubhauer, Parliere, Steinbildhauer und Meister unterschied. Ideelle Überzeugungen, finanzielle Mittel und der Einsatz von hervorragenden Fachleuten waren Voraussetzung für die Entstehung der gotischen Baukunst in Frankreich, Deutschland und England. Im deutschsprachigen Raum war die Straßburger Bauhütte führend.
Von besonderer Bedeutung war die qualifizierte Ausbildung der gotischen Bauhütte, die in Lehrlinge, Gesellen und Wandergesellen, Kunstdiener, Laubhauer, Parliere, Steinbildhauer und Meister unterschied.
Mit dem Ende der Gotik schwand die Bedeutung der Bauhütten und faktisch endet die Zeit der Bauhütten 1731 mit ihrem endgültigen Verbot. Heute gibt es Bauhütten, die zumeist Dombauhütten genannt und von kirchlichen Stiftungen getragen werden. Die heute betriebenen Bauhütten befassen sich vornehmlich mit Instandhaltungsarbeiten von kirchlichen Steinbauwerken.


Benediktiner
Die Benediktiner (lateinisch Ordo Sancti Benedicti, OSB) sind ein kontemplativ ausgerichteter Orden innerhalb der römisch-katholischen, aber auch in der anglikanischen Kirche und vereinzelt in der evangelisch-lutherischen Kirche. Der Benediktinerorden gilt gemeinhin als ältester Orden des westlichen Ordenslebens.
Bezeichnend sind die Grundsätze des Ordens, die neben der Ordensregel (Regula Benedicti) alles enthalten, was den Benediktinerorden auszeichnet: "Ora et labora et lege" (lateinisch: "Bete und arbeite und lies"). Drei Gelübde legt der Benediktinermönch im Laufe seines Ordenslebens ab: "Stabilitas" (Beständigkeit in der Gemeinschaft), "Klösterlichen Lebenswandel" und "Gehorsam". Als ein Motto der Benediktiner kann gelten: "Ut in omnibus glorificetur Deus – Auf dass Gott in allem verherrlicht werde".


Beschichtung
Ist der Oberbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende, aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schicht auf einen Untergrund. Der Beschichtungsstoff kann mehr oder weniger in den Untergrund eindringen. Bei mehrschichtigen Beschichtungen kann mehr oder weniger in den Untergrund eindringen. Bei mehrschichtigen Beschichtungen spricht man auch von einem Beschichtungsaufbau (Beschichtungssystem). Die Begriffe: Beschichtung, Anstrich und Lackierung werden z.T. alternativ verwendet.


Bindemittel
Bindemittel


Biedermeier
Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet. Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der Napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. Bedeutsam ist der Begriff als Epochenbezeichnung der Kulturgeschichte. Für die zum selben Zeitabschnitt gehörende entgegengesetzte Bewegung zur politischen, revolutionären Veränderung, die unter anderem bei Literaten wie Georg Büchner und Heinrich Heine ihren Niederschlag fand, wird dagegen der Begriff Vormärz verwendet.
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett "hausbacken" und "konservativ" versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private.


Biozide
Biozide sind Zusätze, die zum Schutz vor schädigenden Mikroorganismen eingesetzt werden (nach Entwurf EN ISO 4618-4/1999). Biozide sind chemische Wirkstoffe natürlichen oder synthetischen Ursprungs, die pflanzliche oder tierische Organismen abtöten.


Bogen
Überwölbung einer Maueröffnung, deren Steine zur Erhöhung der Druckfestigkeit keilförmig zugeschnitten oder verfugt sind.




C

Casein
Casein ist gesäuerte Magermilch und wurde früher dem Kalkmörtel oder den Kalkanstrichen zugegeben, um durch den Eiweißanteil eine höhere Putzfestigkeit und Witterungsbeständigkeit zu erzielen.


Cella
Cella bezeichnet den inneren Hauptraum eines antiken griechischen oder römischen Tempels. Die Cella, in der die Götterstatue aufgestellt war, wurde als Raum der Gottheit angesehen und war nicht allgemein dem Besuch geöffnet. Die zentrale Kulthandlung - das Opfer - fand nicht in der Cella statt, sondern wurde auf dem außerhalb des Tempels stehenden Altar dargebracht.


Chor
In der christlichen Kunst Stätte für das Gebet der Geistlichen, meist auch Standort des Altars. Im Kirchenbau Bezeichnung für den Raum zwischen Vierung und Apsis.
Ursprünglich wurde mit Chor der Platz der geistlichen Sänger während der Liturgie bezeichnet.
Seit karolingische Zeit wird der abschließende Raumteil in Verlängerung des Mittelschiffes jenseits des Querschiffes verstanden.
Hier erhebt sich der Hochaltar und befindet sich das Chorgestühl.
Häufig war er durch Chorschranken vom Laienraum abgegrenzt. Seit dem 13.Jh. bildeten Lettner diesen Abschluss.
In der Romanik entstehen der Chordurchgang mit Chorkapelle sowie die Doppelchoranlage mit einem zweiten, gegenüberliegenden Chor.




D

Dekonstruktivismus (Architektur)
Dekonstruktivismus ist eine Kunststilrichtung, die den Anspruch einer Ablösung der Postmoderne erhebt. In der Architektur sollen Struktur und Form simultan einer Destruktion und einer erneuten Konstruktion unterzogen werden.
Beispielhafte Bauwerke:
Jüdisches Museum Berlin von Daniel Liebeskind
Museo Guggenheim in Bilbao von Frank O. Gehry


Dekorative Innenwandgestaltung
Dekorative Innenwandgestaltung


Denkmalpflege
Denkmalpflege beschäftigt sich mit der Pflege erhaltenswerter Kunstdenkmäler der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunsthandwerks aller Stiepochen. Der Denkmalschutz ist eine hoheitliche Aufgabe, bei dem durch entsprechende Gesetze Boden-, Bau- und Kulturdenkmäler unter Schutz gestellt werden. Geseztliche Grundlage für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege sind die Denkmalschutzgesetze der einzelnen Bundesländer. Denkmalschutzrechtliche Verfahren werden von den Unteren Denkmalschutzbehörden (Landrats- und Bürgermeisterämter) oder den höheren Denkmalschutzbehörden (Regierungspräsidien) entschieden. Zentrale Fachbehördesind die landesdenkmalämter, die Beratungen in fast allen denkmalpflegerische Belangen durchführen.


Dichte
Die Dichte ist das Verhältnis der Masse eines Stoffes zu seinem Volumen (Dichte=Masse dividiertdurch Volumen). Grob betrachtet kann man aus der Dichte darauf schließen, ob ein Stoff leicht (kleiner Wert) oder schwer und kompakt ist (hoher Wert). Bei porösen, faserigen oder körnigen Stoffen spricht man von Rohdichte. Verwendete Einheiten der Dichte: g/cm3, kg/dm3 oder kg/l. Früher wurde die Dichte auch als "spezifisches Gewicht" bezeichnet. Wird die Dichte nur als Verhältniszahl ohne Einheit angegeben, spricht man von der relativen Dichte. Diese ist bezogen auf die gleiche Raummenge (Volumen) Wasser. Wasser hat die Dichte 1.


Dichtstoffe
Sind Dichtungsmassen, auch Fugenmassen genannt, zum Abdichten, z.B. der Verglasung an Fenstern oder Fugen. Unterschieden wird zwischen plastischen , elastoplastischen, plastoelastischen und elastischen Dichtstoffen.
Beschrieben sind die Dichtstoffe in der DIN 18540 bzw. DIN 52452


Diffusion
Diffusion bezeichnet das Durchdringen von Gasen oder Flüssigkeiten durch feste Körper, z.B. Wasserdampf durch Anstrichfilme.


Dispersionsfarbe
Dispersionsfarbe


Dispersionssilikatfarbe
Dispersionssilikatfarbe


Dorische Ordnung
Die dorische Ordnung ist eine der fünf klassischen Säulenordnungen. In der Hierarchie der Ordnungen steht sie zwischen der toskanischen und der ionischen Ordnung.
Der dorische Stil ist der älteste der griechischen Säulenordnung und ist im 7.Jh. v.Chr. im griech. Mutterland entstanden. Die Säulen mit ihren 16-20 Kanneluren. Zwischen den Kanneluren gibt es keine Stege, sie stoßen mit Graten aufeinander.
Die Säule steht ohne Basis auf dem obersten Absatz des dreistufigen Unterbaus, dem Stylobat, und zeigen eine Verjüngung nach oben und eine deutliche Anschwellung (Entasis).
Den oberen Abschluss bildet, nach einer rundum laufenden Einkerbung, das Kapitell (Säulenkopf) mit dem wulstartigen Echinus und der quadratischen Eckplatte, dem Abakus.
Auf ihm liegt das Gebälk, beginnend mit dem Hauptbalken (Architrav), oben mit vorspringender Leiste, an deren Unterseite über jeder Säulenmitte und jedem Zwischenraum kleine Leisten (Regulae) mit jeweils sechs Tropfen (Guttae) angebracht sind und dem darüberliegendem Triglyphenfries, benannt nach den vertikal unterteilten Dreischlitzplatten (Triglyphen), die jeweils in Säulenachse und mittig dazwischenliegen. Der Abstand zwischen den Triglyphen ist mit den etwa quadratischen, meist mit figürlichen Reliefs oder Statuen geschmückten Metopen ausgefüllt.
Über dem Triglyphenfries befindet sich das umlaufende, ausladende Kranzgesims (Geison) mit über jeder Triglyphe und über jeder Metope angeordneten Hängeplatte (Mutulus), mit jeweils drei Reihen von sechs Tropfen (Guttae).
Über dem Kranzgesims (Geison) befindet sich die etwa viertelrunde Rinnleiste (Sima). Diese setzt an den Schrägkanten der darüberliegenden dreieckigen Giebelfeldes (Tympanon), das sich an der Vorder- und Rückseite des Tempels befindet, fort An der Spitze und an den beiden seitlichen Enden der Giebel befinden sich aufrecht stehende Figuren oder andere ornamentale Formen, die Akroterien.
Die farbige Bemalung spielte eine wesentliche Rolle. Die senkrecht übereinanderliegenden Glieder Triglyphe, Regulae und Mutulus waren meist dunkelblau, die horizontal verlaufende obere Abschlussleiste am Architrav und die Unterseite des Kranzgesimses (Geison) zwischen den Tropfenplatten in sattem Rot gefasst. Die Tropfen wa-ren in einem hellen Ton oder Gelb abgesetzt. Die Metopen blieben weiß oder hatten, mit Skulpturen geschmückt, einen blauen oder roten Hintergrund.


Dorischer Eckkonflikt
In der Regel befindet sich die Triglyphe direkt über der Säule. Im Eckbereich befindet sie sich am äußersten Ende des Gebälkes. Dadurch vergrößert sich die Metope und muss in ihrer Größe angepasst werden bzw. der Säulenabstand der letzten beiden Säulen wird verringert, so dass die Größe der Metope gleich bleibt.




E

Egalisierungsfarbanstrich
Zusätzlicher Schlussanstrich auf mineralische Beschichtungen. Oftmals erforderlich, besonders bei farbiger Ausführung, aufgrund typischer Oberflächenschattierungen und Scheckigkeiten, bedingt durch den chemischen Abbindeprozess und die jeweiligen Objektbedingungen.
Egalisationsfarbanstriche auf Edelputzen


Eierstab
Zierleiste mit eiförmigen und pfeilspitzartigen Elementen. Der Eierstab wurde aus der antiken Architektur in die Renaissance übernommen.


Eklektizismus
Eklektizismus (von griech. eklektós "ausgewählt") ist Bezeichnung für eine Kunstrichtungen, die anstelle eigener Kreativität aus vergangenen Stilepochen "das Schönste" aussucht und in ihre Werke einfügt. Die übernommenen Stilelemente werden dabei aus ihrem ästhetischen sozialen und funktionalen Kontext gelöst und auf den bloßen Dekorationswert reduziert. Eine Blütezeit des Eklektizismus war das 19. Jahrhundert während des Historismus.




F

Flechten
Flechten sind Lagerpflanzen, die eine dauernde Lebensgemeinschaft (Symbiose) zwischen Pilzen und Algen darstellen, mit etwa 16000 Arten. Die Alge steuert durch Photosynthese Kohlehydrate zum Nährstoffhaushalt der Flechten bei, während der Pilz die Versorgung von Wasser und Mineralien übernimmt. Die Symbiose erlaubt es den Flechten, unter extremen klimatischen Bedingungen zu existieren und sich auf Dächern, Mauern usw. anzusiedeln, wo andere Algen und Pilze sich allein nicht ausbreiten können. Dieser Pflanzengruppe wird nur wenig Beachtung geschenkt, obwohl einige Arten dieser Gruppe neben den Pilzen zu den häufigsten pflanzlichen zerstörenden Elementen auf dem Anstrichuntergrund gehören. Die von den Flechten ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte wirken schon in äußerst geringer Menge und Konzentration und zersetzen auch den härtesten Untergrund. Selbst sehr harte Substrate wie Quarzit und Dolomit werden in wasserlösliche Verbindungen überführt. Außerdem werden die besiedelten Untergründe durch die Saugfasern der Flechten Gefüge gelockert, wodurch neue Risse entstehen: Grundlage für eine schnell fortschreitende Erosion, weil eingedrungenes Wasser bei Frost eine zusätzliche Sprengwirkung ausübt. Zur Bekämpfung von Flechten können bestimmte Algizide und Fungizide verwendet werden.
Algen und Pilze auf Fassaden
Schimmelbildung


Fluatieren
Das Aufbringen von Fluaten zur Isolier- oder Putzneutralisation für kalk- und zementhaltige Putze. Fluate sind Metallsalze (Aluminium, Magnesium, Zink) der Kieselfluorwasserstoffsäure. Fluate bewirken eine gute Neutralisation des für zahlreiche Anstrichstoffe schädlichen Alkalis. In der Regel wird zweimal fluatiert. Auf lehm- und gipshaltigen sowie bei früher schon mehrfach fluatierten Flächen sind Fluate unwirksam.


Fogging-Effekt
Fogging-Effekt


Formarbeiten
Formarbeiten


Fries
Horizontal verlaufendes, meist plastisch ausgearbeitetes Ornamentband, das den oberen Abschluss einer Wand bildet. Von den Audsleys als bekrönendes Element oder als oberer Abschluss ornamental gestaltetet Wände in Innenräumen verwendet.


Fungizid
Spezieller Zusatz für Dispersions- und Siliconfarben sowie Putze. Zum vorbeugenden Schutz und zur Behandlung schimmel- und pilzbefallener Flächen im Außen- und Innenbereich.




G

Gebälk
Balkensystem zwischen Mauer und Dach. In der klassischen Architektur aus Architrav, Fries und Gesims bestehend; in der Architektur der Renaissance und des Klassizismus wiederentdeckt.


Gebundenes System
Von einem gebundenem System spricht man, wenn in einer Basilika das Vierungsquadrat als Maßeinheit dem gesamten Grundriss zugrunde gelegt ist. Der Chor ist dann ebenfalls so groß wie ein Vierungsquadrat, und Mittel- und Querschiff bilden in ihrer Breite und Länge eine feste Summe von Vierungsquadraten. Zudem entspricht die Breite der Seitenschiffe einem halben Vierungsquadrat, so dass auf ein Joch im Mittelschiff zwei Joche im Seitenschiff kommen.


Gesims
Gesims auch Sims, horizontal verlaufendes, plastisches Gliederungselement in der Architektur.


Gips
Gips
Gips - ein universell einsetzbarer Stoff
Gips - Naturprodukt und Abfallstoff


Grabmal
Die Grabstätte eines Verstorbenen wird seit prähistorischen Zeiten durch ein Erinnerungszeichen herausgehoben. Die Etrusker bestatteten ihre Toten in unterirdischen Grabkammern; sie kennen bereits den Sarkophag mit Deckel. Die römischen Grabmäler sind häutig Rundgräber und liegen außerhalb der Städte längs der Straßen (Rom: Via Appia). Frühchristliche Grabstätten waren meist die Katakomben. Aus der römischen Kaiserzeit wurde die vielgestaltige Form des Mausoleums bis in frühchristliche Zeit tradiert.


Grotte
Grotte bezeichnet eine künstliche Erd- oder Felsenhöhle, die in der geheimnisvollen Verbindung von Natur und Kunst einen ursprünglichen Zustand symbolisiert. Seit der Renaissance sind Grotten ein beliebtes Gestaltungselement in Gärten.


Gründerzeit
Auch Gründerjahre genannt, sind im eigentlichen Sinne die Jahre 1871-73, eine Epoche der deutschen, Wirtschaftsentwicklung, die durch waghalsige Spekulationen mit dem durch die fränzösischen Kriegsentschädigungen nach Deutschland einfließendes Kapital gekennzeichnet ist und durch einen großen Wirtschaftskrach beendet wurde. Blütezeit von 1870-1900. Die Gründerzeit entwickelte einen aufwendigen Baustil.





H

Hallenkirche
Die Hallenkirche ist ein Bautyp, der durch die Gestalt des Langhauses gekennzeichnet ist. Dessen Schiffe sind von gleicher oder annähernd gleicher Höhe und meist unter einem gemeinsamen Satteldach vereinigt. Neben der Saalkirche, der Basilika und dem Zentralbau bildet er einen der vier Grundtypen des christlichen Kirchenbaus.


Historischer Putz
Historische Putze sind Putze, die bis zu Beginn der 50er Jahre verarbeitet wurden. Ab den 50 er Jahren wurden immer mehr Kunstharz- und Siliconharzputze verarbeitet.
Weiter Informationen zu historischen Putzen


Hydrophobierung
Schutzbehandlung, die eine Baustoffoberfläche dadurch Wasser abweisend macht, dass deren Saugfähigkeit durch Auskleidung der Porenwandungen herabgesetzt wird. Als Hydrophobierungsmittel kommen pigment- und füllstoffreiche Produktgruppen (vorwiegend Silane, Siloxane und Silivone) zur Anwendung, die nicht filmbildend wirken.




I

Imprägniermittel
Ein Imprägniermittel ist ein filmbildender Stoff zum Tränken saugfähiger Untergründe (z.B. Holz, Putz, Beton), um diese zu neutralisieren oder gegen schädliche Einflüsse (z.B. durch Insekten, Pilzbefall), gegen leichtes Entflammen oder Einwirken von Wasser zu schützen.


Innenputz
Innenputz


Innenstuckarbeiten
Innenstuckarbeiten


Internationale Stil
Der Internationale Stil (engl. (The) International Style) ist eine Strömung der klassischen modernen Architektur, die oft mit dieser gleichgesetzt wird. Die Entwicklung des Internationalen Stils begann um 1922 in Europa, später verbreitete er sich in der ganzen Welt. Die Bezeichnung International Style wurde als künstlicher Oberbegriff für minimalistische und funktionalistische Tendenzen der europäischen modernen Architektur der 1920er und 1930er gebildet.
Ausgewählte Vertreter:
Le Corbusier, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Philip Johnson, Richard Neutra


Islamische Kunst
Kunst der islamischen, d.h. arabischen Welt; reicht vom 7.Jh. n. Chr. bis zur Gegenwart und erstreckt sich regional - in ost-westlicher Ausrichtung - von Indien bis nach Spanien.


Ionische Ordnung
Die Ionische Ordnung ist eine der fünf klassischen Säulenordnungen. In der Hierarchie der Ordnungen steht sie zwischen der dorischen und der korinthischen Ordnung.
Man unterscheidet die kleinasiatisch-ionische Ordnung von der attisch-ionischen Ordnung, deren charakteristische Unterscheidungsmerkmale eine unterschiedliche Ausbildung der Säulenbasis und der Figurenfries, auch Zophoros genannt, über dem Architrav sind. Die Spielart der römischen Architektur wird als römisch-ionische Ordnung bezeichnet. Eine barocke Variante der ionischen Ordnung stellt die deutsche Säulenordnung dar.
Der ionische Stil entwickelte sich um 750 v.Chr. von den in Attika siedelnden Ioniern, mit Hauptverbreitungsgebiet in den griech. Kolonien Kleinasiens. Im Gegensatz zur dorischen Ordnung steht die Säule auf einer Basis, bestehend aus der quadratischen Sockelplatte (Plinte) und einer Hohlkehle (Trochilus) und zwei Rundstäben (Tori) mit rundem Querschnitt, sie ist schlanker als die dorische Säule und ist nach oben weniger verjüngt und hat an den Kaneluren Stege anstatt Grate, die über der Basis und unter dem Kapitell halbrund abschließen.
Das Kapitell besteht aus einem mit Eierstab verzierten Wulstkörper, ähnlich dem dorischen Kapitell und den charakteristischen, paarig angeordneten Voluten. Den oberen Abschluss bildet die profilierte Abschlussplatte (Abakus). Auf den Kapitellen ruht das dreifach unterteilte Architrav (Epystil), darüber der Fries. Der weiter Aufbau en-spricht der dorischen Ordnung. Variierende Sonderformen und die polychromen Fassungen sind sehr verschieden.





J






K

Kalk
Kalk
Baukalke
Kalk - ein Baustoff mit Geschichte


Kalkfarbe
Kalkfarbe


Kalksandsteine
Kalksandsteine


Kanneluren
Senkrechte Rillen im Schaft einer Säule oder eines Pilasters.


Kapitell
Ausladendes Kopfstück einer Säule oder Pfeilers, das als Zwischenstück zwischen Stütze und Last vermittelt.


Kartusche
Ornamentform der Renaissance, die ein medaillonförmiges, meist mit Voluten verziertes Rahmenwerk darstellt, das ursprünglich für Wappen und Inschriften verwendet wurde, später jedoch als reine Zierform in Architektur und Kunsthandwerk Anwendung fand.


Kastell
Das Kastell bezeichnet ein Römische Militärlager und war ein wichtiges Element des römischen Heerwesens. Sie zählen zu dem politischen und strategischen Konzept zur Sicherung des römischen Imperiums. Ihnen liegt ein fast immer gleiches Schema zugrunde: Sie sind mit Wall und Graben umgeben. Die Via praetoria verläuft vom Eingangstor auf die breite Via principalis zu, so dass das Gelände in einen schmalen Vorderabschnitt und einen breiteren Hinterabschnitt unterteilt wird. Die Längsachse (via praetoria) teilt die beiden Abschnitte nochmals in zwei spiegelgleiche Hälften. In der Retentura umgeben die Quartiere das technisch organisatorische Zentrum des Lagers. Im Kern steht das Gebäude der Principia oder des Praetoriums sowie der Legatenpalast bzzo. die Quästur. Sie wiederum sind von Arsenal, Lazarett, Forum und Fuhrpark umschlossen. Längs der Hauptstraße liegt in der Praetentura eine Art Ladenstraße. Dahinter befinden sich die Wohnhäuser der Offiziere, die von der Schule und dem Gefängnis flankiert sind. Die Unterkunftshäuser waren aus Fachwerk errichtet.


Klinker
Klinker mit der Kurzbezeichnung KMz (Vollklinker) oder KHLz ( Hochlochklinker) sind ziegelartige Steine aus kalkarmen Tonen mit 5 - 8 % Eisengehalt und Quarzbestandteilen, welche bei hohen Temperaturen zwischen 1000 und 1200 °C bis zur Sinterung gebrannt werden. Das verschiedenfarbige Aussehen beruht auf einer durch den Eisengehalt auftretenden Ausschmelzung von Glasflüssen. Die Frostbeständigkeit wird durch Prüfung nachgewiesen.


Knorpelstil
Als Knorpelstil (auch: Knorpelbarock, Ohrmuschelstil) bezeichnet man einen Stil in der plastischen Kunst des 17. Jahrhunderts, der in der Nachfolge des Manierismus eine ausgeprägte Ornamentik pflegt.
Der Knorpelstil entstand aus dem niederländischen Knorpelwerk, in dem seit der Spätrenaissance symmetrisch angeordnete Ornamente in Form knorpelartiger, ineinander übergehender Verdickungen verwendet wurden. Das Knorpelwerk seinerseits ging aus dem Rollwerk hervor.
Hauptbestandteil sind ohrmuschelartig angeordnete Akanthusblätter. In manchen späten Beispielen wird der Gesamteindruck völlig vom wuchernden Ornament beherrscht, in dem der eigentliche Bildinhalt unterzugehen scheint.
Besonders in Norddeutschland, in Skandinavien und im Baltikum war der Stil von ca. 1630 bis 1680 in Kirchen und Herrenhäusern weit verbreitet. Im Knorpelstil wurden zahlreiche Altäre, Kanzeln, Epitaphien und Möbel gefertigt.


Kolossalordnung
Die Kolossalordnung (auch Große Ordnung oder Monumentalordnung genannt) besagt, dass an einem Gebäude eine Ordnung, nämlich eine Säulen-, Halbsäulen-, Pfeiler- oder Pilasterordnung zwei oder mehr Geschosse übergreift.
In der klassischen, aus der klassischen Antike abgeleiteten Architektur regiert üblicherweise eine Ordnung nur ein Geschoss. Hat ein Bauwerk mehrere Geschosse, werden mehrere Ordnungen geschossweise übereinandergestellt, in der Reihenfolge dorische, ionische, korinthische Ordnung.
Doch sind bereits in der spätrömischen Baukunst Vorstufen der Kolossalordnung zu finden. In der Neuzeit wird die Kolossalordnung ein wichtiges Element der Fassadengestaltung, zunächst vor allem in der römischen Renaissance: die einer Fassade vorgesetzten Pilaster ziehen sich über mehrere Geschosse und tragen ein meist wuchtiges Kranzgesims.
In der durch Renaissance und Barock geprägten Palastarchitektur begegnet häufig die Kolossalordnung oberhalb einer podiumsartigen Erdgeschosszone.
Verwendet wurde die Kolossalordnung in allen Architekturepochen und Stilrichtungen, die sich auf die antike Baukunst beziehen: Renaissance, Palladianismus, Barock und Rokoko, Klassizismus um 1800, Bauten in klassischen Formen im Historismus des 19. Jahrhunderts, Neoklassizismus des 20. Jahrhunderts, im zitathafter Verwendung auch in der Postmoderne.


Komposite Ordnung
Die komposite Ordnung ist eine der fünf klassischen Säulenordnungen. In der Hierarchie der Säulenordnungen nimmt sie den obersten Platz über der korinthischen Ordnung ein.
Das Kompositkapitell ist eine Kapitellform der antiken römischen Baukunst, die sich aus Elementen des ionischen und des korinthischen Kapitells zusammensetzt. So werden die ionischen Voluten mit den Akanthusblättern der korinthischen Ordnung kombiniert. Das Kompositkapitell findet sich auch in den Epochen, die stilistisch der Antike folgen (Renaissance, Barock, Klassizismus, Historismus).


Korinthische Ordnung
Die Korinthische Ordnung ist eine der fünf klassischen Säulenordnungen. In der Hierarchie der Säulenordnungen nimmt sie den Platz zwischen der ionischen und der kompositen Ordnung ein.
Der korinthische Stil gentwickelte sich um 400 v.Chr. aus der ionischen Ordnung und ist somit die jüngste in der antiken griechischen Arhitektur. Sie unterscheidet sich von ihr durch die Form des Kapitells. Diese hat einen Blattkelch aus sechzehn Akanthusblättern, deren acht einen unteren Kranz bilden, die übrigen acht steigen höher an. Aus dem oberen Blattkranz entwickeln sich acht Volutenpaare. Sie sind an den Ecken bzw. in der Mitte einer jeden Ansichtsfläche angeordnet. Die überstehenden Eckvoluten tragen den konkav eingezogenen Abakus. Das Kapitell wird auch als korinthisches Kapitell bezeichnet.


Korrosion
Korrosion ist die Materialzerstörung an der Oberfläche von Werkstücken durch Einwirkung von Chemikalien, besonders durch die Oxidation mit der Luft oder gelöstem Sauerstoff an Metallflächen. Das Oxidationsprodukt von Eisen und Stahl, der Rost, ist porös und fördert den weiteren Oxidationsvorgang bis zum Zerfressen des gesamten Materials. Bei vielen Leicht- und Buntmetallen bildet sich eine undurchlässige Oxidationsschicht (z.B. Tonerde bei Aluminium, Patina bei Kupfer), welche weitere Korrosion verhindert. Schutz gegen Korrosion bieten Abdeckungen der Oberfläche durch Anstrich oder andere Oberflächenvergütungen (z.B. Eloxieren, Galvanisieren) sowie korrosionsbeständige Legierungen (z.B. Edelstahl). An Steinbauten (besonders bei Sandstein) werden Korrosionserscheinungen vorwiegend durch schwefel- und säurehaltige Industrieabgase hervorgerufen.
Weiterhin bezeichnet die Korrosion die Verwitterung von Gesteinen durch Wasser oder die im Wasser gelösten Stoffe.


Kranzgesims
Hauptgesims an der Fassade unter dem Dachgesims.


Kreuzgang
Unter einem Kreuzgang wird der meist südlich einer Klosterkirche gelegene, viereckige Innenhof bezeichnet, an dessen vier Seiten ein überdachter, meist gewölbter Arkadengang entlangführt. Von seiner Aufgabe also Ort der Statio und als Prozessionsweg wird der Name abgeleitet, eine andere Deutung geht von dem in der Mitte des Areals gepflanzten Baum und den von ihm in die vier Himmelsrichtungen ausgehenden Wegen aus. Das Kloster erhält durch den Kreuzgang seine nach innen orientierte Struktur. Seit dem 8.Jh. sind Kreuzgänge nachweisbar. Auf einer Stätte der Besinnung und Belehrung weist besonders der mit vielen biblischen Schilderungen ausgestattete Kapitellschmuck hin.


Krypta
Sie ist eine vollständig unterirdische, gewölbte Gruft unter dem Chor einer Kirche. Im Dom zu Speyer erstreckte sie sich erstmals über das gesamte Querhaus. Vorläufer ist die römische Confessio, das Märtyrergrab unter dem Altar, das, von einem Gang umgeben, den Gläubigen die Verehrung ermöglichte. Seit dem 9.Jh. beginnt sich die Hallenkrypta durchzusetzen. In der Romanik bilden sich daraus die säulenreichen vieljochigen Krypten, die vielseitigen liturgischen Funktionen, z.B. als Grab- und Andachtsstätten, dienten. Die Hallenform mit drei gleich hohen Schiffen ergab sich durch die Notwendigkeit, über der Krypta den ebenerdigen Fußboden des Chores und Querhauses anlegen zu können.


Kunststoffdispersion
Eine Kunststoffdispersion ist eine feine Verteilung von Polymeren oder Kunstharzen in einer Flüssigkeit, meistens in Wasser.


Kunststoffdispersionsfarbe
Eine Kunststoffdispersionsfarbe ist eine aus Kunststoffdispersion und Pigmenten hergestellter Beschichtungsstoff. Im täglichen Sprachgebrauch wird anstelle der Benennung "Kunststoffdispersionsfarbe" auch die Benennung "Dispersionsfarbe" angewendet. Der vielfach verwendete Begriff "Latexfarbe" meint die gleichen Anstrichstoffe, mitunter bezogen auf bestimmte Oberflächeneigenschaften.
Dispersionsfarbe


k-Wert
siehe U-Wert





L

Langhaus
Haupteil der Kirche, von der Fassade bis zur Vierung.


Latexfarbe
Im täglichen Sprachgebrauch verwendeter Ausdruck für Kunststoffdispersionsfarben mit besonders strapazierfähiger Oberfläche und unterschiedlichen Glanz. Dieser Begriff ist nicht definiert und gibt keine Auskunft über das Bindemittel oder die Qualitätseigenschaften. Latex ist eigentlich der Name für den Kautschuksaft des Gummibaumes. Chemisch gesehen ist Latex eine natürliche Kautschukemulsion, die beim Trocknen einen elastischen, wasserbeständigen, sauerstoffaufnehmenden Film gibt. In den heutigen "Latexfarben" bzw. Kunststoffdispersionsfarben ist allerdings kein Latex enthalten.

Leimfarbe
Leimfarbe ist ein Anstrichstoff mit Leim als wasserlöslichem Bindemittel , der seine Löslichkeit im wasser nach dem Trocknen nicht verliert. Der Anstrich bleibt also empfindlich gegen Nässe und Feuchtigkeit und kann durch Abwaschen entfernt werden.
Leimfarbe


Luftfeuchte
Die Luftfeuchte ist der Wasserdampfgehalt der Luft. Die absolute Luftfeuchte ist das Gewicht des Wassers in Gramm gemessen pro m3 Luft.
Die Sättigungsfeuchte bzw. maximale Luftfeuchte ist die Höchstmenge an absolurter Luftfeuchte ohne Ausfall von Wasser in flüssiger Form.
Die relative Luftfeuchte ist je nach Temperatur unterschiedlich und beschreibt das Verhältnis zwischen absoluter und maximaler Feuchte.
Beispiele für maximale Luftfeuchte:
0 Grad C 4,8 g/m3 Luft
10 Grad C 9,4 g/m3 Luft
20 Grad C 17,3 g/m3 Luft
30 Grad C 30,3 g/m3 Luft

Bei Putzen und Anstrichmaterialien beeinflusst der Feuchtigkeitsgehalt der Luft die Trocknungsvorgänge. Bei eingefärbten Putzen kann es zu Fleckenbildung kommen. Mikroskopisch fein verteilte Feuchtigkeit durch Nebel und Tau können zu optischen Beeinträchtigungen führen.




M

Manierismus
Der Manierismus bezeichnet in der Kunstgeschichte die Übergangsform zwischen der Renaissance und dem Barock in Malerei, Baukunst, Plastik, Musik und Literatur.
Neben der kunstgeschichtlichen Bedeutung wird der Begriff auch universell benutzt und bezeichnet dann eine Handlung oder Haltung, die als gekünstelt ("manieriert"), pathetisch oder schwülstig empfunden werden kann.


Marsfeld
Das Marsfeld (Campus Martius)war ein mehr als 250 Hektar großer Bereich des alten Rom im öffentlichen Besitz. Er war dem römischen Kriegsgott Mars gewidmet und wurde als Schaf- und Pferdeweide benutzt, solange das Militär ihn nicht zu Übungszwecken benötigte. Da er bis zum Bau der Aurelianischen Mauern außerhalb der Stadtmauern lag, war das Marsfeld der natürliche Ort für Empfänge von ausländischen Herrschern und Botschaftern, die die Stadt nicht betreten durften. Fremde Kulte konnten hier ihre Tempel errichten. Später war er häufig der Ort der römischen Triumphzüge, den Feiern nach Beendigung eines erfolgreichen Feldzuges. Pompeius ließ 55 v. Chr. auf dem Campus Martius das erste Theater aus Stein errichten, das Theater des Pompeius. Mit dem Wachstum der Stadt am Ende der Republik und im frühen Prinzipat wurden mehr und mehr Gebäude auf dem Campus Martius errichtet. Bedeutend darunter sind das Augustusmausoleum und das Marcellustheater. Der Campus war schließlich gefüllt mit einer Vielzahl von Tempeln und öffentlichen Gebäuden, Zirkussen, Theatern, Portiken, Badeanlagen, Monumenten und Obelisken.


Mosaik
Mosaik ist eine schon im Altertum bekannte Gattung der Maltechnik (Wandmalerei), die zu den Maltechniken zählt, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen und/oder verschieden geformten Teilen (Stein- oder Glasstücken, auch Teilen von Papier oder Stoffen) Muster oder Bilder entstehen. Als Musivische Technik bezeichnet man das Zusammensetzen von verschiedenfarbigen flachen Plättchen (aus Stein, Metall, Holz, etc.) zu dekorativen Mustern.


Mastaba
Mastaba ist ein nach dem ägyptisch-arabischen Wort für Bank benannter Typ von Grabbauten der altägyptischen Kultur.
Dieser Ziegelbau über dem Grab eines hohen Hofbeamten bildet die Form eines lang gestreckten Bankgrabes. Abgedeckt ist er durch ein flaches oder auch flach gewölbtes Dach. Die Wände sind senkrecht oder geböscht und aus Lehmziegeln gebildet. Die Mastaba blieb den vornehmen Toten vorbehalten.


Maßwerk
Das Maßwerk ist ein Bauornament aus geometrischen Grundformen und setzt sich vor allem aus Kreis, Pass, Blatt, Wabe und in deren Öffnungen einspringende Nasen zusammen und ist ein Stilelement der Gotik. Ursprünglich handelt es sich um Lochformen im steinernen Bogenfeld über zwei von einem gemeinsamen Bogen überfangenem Fenstern ("negatives" Maßwerk) oder Radfenster. Seit der Hochgotik besteht das Maßwerk aus gebogenen, besonders in der (englischen) Spätgotik auch geraden Profilsteinen. Diese sind gleich dick oder dünner als das Stabwerk im unteren Fensterteil. Das Maßwerk dient der Gliederung von Fenstern, Giebeln, Wimpergen und Brüstungen.


Mauerwerk
Mauerwerk


Mauerziegel
Nach der DIN 105 sind Mauerziegel gebrannte Produkte aus Ton, Lehm oder tonartigen Massen. Sie können mit oder ohne Zusatz von Magerungsmitteln oder porenbildenden Zuschlagstoffen hergestellt werden. Der Anteil von Sand liegt i.d.R. bei 40 - 80 Massen-%. Durch die Verbrennung von beigemengtem Styropor-Granulat entstehen Porenziegel, beim Brennen wird das Styropor nahezu völlig ausgebrannt. Vollziegel können zur Gewichteinsparung einen Lochanteil bis max. 15 % aufweisen. Bei Lochziegeln unterscheidet man zwischen Hochlochziegeln und Langlochziegeln (Leichtlanglochziegel und Leichtlanglochplatten). Die Lochziegel zeichnen sich durch geringeres Gewicht und, je nach Ziegelmauerwerk, durch einen geringeren Wärmeverlust aus.
Ziegel
aktuelle Ziegelformate
historische Ziegelformate


Megaron
Das kretische Megaron ist bestimmt von dem Charakter des Offenen und allseits Durchlässigen. Dies kann durch Pfeilerund Säulensäle erreicht werden, die meist nach mehreren Seiten hin offen sind, d.h. in andere Räume übergehen oder sich um Lichthöfe gruppieren. Neben monolithischen Pfeilern werden Rechteckpfeiler bevorzugt, auf denen Deckenbalken ruhen. Eine besonders großzügige Art bildet der königliche Palast von Knossos, dessen zentraler Raum, die Halle der Doppeläxte (Labyrinth kommt von Labrys = Doppelaxt ab), nur eine durchlaufende Wand besitzt. Die Pfeilerstellungen ersetzen die übrigen Wände und öffnen sich über Vorhallen und Säulengänge zu einer Aussichtstetrasse. Im Megaron verkörpert sich die minoische Architekturvorstellung am deutlichsten.
Das griechische Megaron ist dagegen ein frei stehender Rechteckbau mit einer großen Halle für Herd- und Wohnraum. Als Baukörper ist es elmentar einfach gebildet. Der längsrechteckige Raum mit geschlossenen Seitenwänden öffnet sich an einer Schmalseite zu einer Vorhalle. Manchmal sind Nebenräume angefügt.


Metope
Als Metope wird in der Architektur der Raum zwischen zwei Triglyphen im dorischen Fries bzw. im Triglyphenfries bezeichnet. Dieser Raum kann entweder offen oder mit Zwischenfeldern geschlossen sein.


Mörtel
Mörtel ist ein Gemisch aus Bindemitteln, Zuschlag (Korn <7mm) und Anmachwasser. Je nach Anwendung werden Mörtel in Mauermörtel oder Putzmörtel eingeteilt. Je nach Zustand werden sie als Trockenmörtel, Frischmörtel oder Festmörtel bezeichnet.
Putzmörtelgruppen


Myzel
Myzele sind Pilzkörper aus mikroskopisch feinen Zellfäden (Hyphen). Bei Fruchtkörper bildenden Formen sind die Hyphen, die meist zu einem Scheingewebe verflochten sind. Die Zellwände bestehen aus einem Gemisch von Chitin (= stickstoffhaltiges, celluloseähnliche Kohlehydrat) und Hemicellulosen (= Zellbestandteilen).
Das Myzel von Schimmelpilzen ist meist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Erst wenn es zur Bildung von Sporen kommt werden die Schimmelpilz als zum Teil gefärbte (z.B. grün, braun, schwarz) Beläge wahrgenommen.
Algen und Pilze auf Fassaden
Schimmelbildung





N

Nassabriebbeständigkeit
Die Nassabriebbeständigkeit nach DIN EN 13 300 (die DIN EN 13 300 hat die DIN 53 778 ersetzt) beurteilt die Beständigkeit der Beschichtung gegen wiederholtes Reinigen. Sie kann nur von Beschichtungen mit einer maximalen Korngröße unter 100 um, die auf glatte, nicht strukturierte oder grobe Oberflächen aufgetragen wurden, gemessen werden. Sie wird nach dem Verfahren der ISO 11 998 bestimmt und in folgende Klassen eingeteilt:
Klasse 1 <5 um bei 200 Hüben
Klasse 2 <=5um und < 20 um bei 200 Hüben (Entspricht scheubeständig gemäß DIN 53 778
Klasse 3 >=20 um und < 70 um bei 200 Hüben (Entspricht waschbeständigkeit gemäß DIN 53 778)
Klasse 4 < 70 um bei 40 Hüben
Klasse 5 > 70 um bei 40 Hüben


Neugotik
Die Neugotik, auch Neogotik oder Gothic Revival genannt, ist ein Kunst- und Architekturstil des 19. Jahrhunderts. Sie ist eine der frühesten Stilarten des Historismus, der auf verschiedene Stile der vergangenen zwei Jahrtausende zurückgriff.
Im Mittelpunkt der Verbreitung der Neugotik stand ein umfassendes Bau- und Einrichtungsprogramm, das bis in die Literatur und den Lebensstil Einzug hielt. Die Formensprache der Neugotik orientierte sich an einem idealisierten Mittelalterbild. Ihre Blüte hatte sie in der Zeit von 1830 bis 1900.
Um an die Freiheit und Geisteskultur der mittelalterlichen Städte anzuknüpfen, errichtete man in neugotischem Stil vor allem Kirchen, Parlamente, Rathäuser und Universitäten, aber auch andere öffentliche Bauten wie Postämter, Schulen oder Bahnhöfe.


Neumann, Baltasar (27.1.1687-18.8.1753)
Johann Balthasar Neumann üblicherweise nur Balthasar Neumann genannt, wurde am 27. Januar 1687 in Eger geboren und verstarb am 19. August 1753 in Würzburg. Er war einer der bedeutenden deutschen Baumeister des Barock und des Rokoko und stand als Ingenieuroffizier im Dienst der Fürstbischöfe von Würzburg. 1719 wurde er Leiter des Bauwesen. Mit Geschick und Einfühlvermögen verband Baltasar Neumann fremde Einflüsse mit eigenem Formenempfinden zu Bauten mit kühn verbundenen Raumfluchten und prächtiger Dekoration, die einen Höhepunkt des deutschen Barock und Rokoko darstellten.
Balthasar Neumann schuf rund 100 bedeutende Brücken, Kirchen, Klöster, Schlösser, Wohn- und Geschäftshäuser. Im Kirchenbau verband Neumann Langhaus und Zentralbau mit Freipfeilern zu großzügigen, beschwingten Räumen. Balthasar Neumann versorgte Würzburg mit Kanälen, lenkte frisches Quellwasser in den Vierröhrenbrunnen und legte neue Straßenzüge an. Für die Berechnungen seiner Rokokobauten entwickelte er einen speziellen Proportionalwinkel, das "instrumentum architecturae". Mit ihm konnten die Proportionen der verschiedenen Säulenarten bequem abgelesen werden.

Wichtige Bauten Baltasar Neumanns:
Abteikirche des Klosters Schöntal (bis 1736)
Würzburger Residenz in italienisch-französischem Barockstil (1720 bis 1744) nach dem Muster des Versailler Schlosses
Schönbornkapelle am nördlichen Querarm des Würzburger Doms (1723 bis 1724)
Brunnenhalle in Bad Bocklet, 2007, Brunnenhalle in Bad Bocklet (1725)
Pfarrkirche St. Andreas in Retzstadt (1726)
Maschikuliturm der Festung Marienberg bei Würzburg (1728)
Rundkirche des Klosters Holzkirchen in Holzkirchen (1728 bis 1730)
Deutschordenskirche in Bad Mergentheim (1730 bis 1735)
Wallfahrtskirche des Klosters Gößweinstein (1730 bis 1739)
Schloss Bruchsal (Treppenhaus, ab 1731)
Pfarrkirche Hl. Nikolaus in Arnstein (Oberfranken) (1731 bis 1734)
Tauberbrücke Tauberrettersheim (1733)
Schloss Werneck (1733 bis 1746)
Innenraum der Barockkirche St. Paulin in Trier, 2007
Basilika Vierzehnheiligen, 2005
Innenraum der Pfarrkirche St. Paulin in Trier (1734 bis 1757) Pfarrkirche St. Laurentius in Retzbach (1736 bis 1738)
Pfarrkirche St. Cäcilia in Heusenstamm (1739)
Pfarrkirche St. Cäcilia in Saffig (1739 bis 1742)
Entwürfe für das Neue Schloss (Meersburg) (um 1740)
Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (Treppenhaus, 1740 bis 1746, Hochaltar von St. Marien, 1745 bis 1746)
Kreuzkapelle in Kitzingen (1741 bis 1745)
Laurentiuskirche in Dirmstein (1742 bis 1746)
Basilika der Abtei Münsterschwarzach (1743)
Basilika Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein (von 1743 bis 1772)
Umbau des Klosters Oberzell in Zell am Main (1744 bis 1760)
Heilige Stiege der Kreuzbergkirche in Bonn (1746 bis 1751)
Kirche der Abtei Neresheim (1747 bis 1792)
Pfarrkirche St. Michael in Hofheim (1747 bis 1754)
Stiftsrathaus in Ellwangen (1748 bis 1750)
Wallfahrtskirche Käppele in Würzburg (1748 bis 1750)
Gartenpavillon in Randersacker (um 1750)
Wallfahrtskirche Maria in Limbach (1751 bis 1755)
Schloss Veitshöchheim in Veitshöchheim (1753)


Neutralisation
Aufhebung von basischen oder alkalischen Eigenschaften durch Säuren und umgekehrt. Die alkalischen Eigenschaften von Kalk- oder Zementputzflächen werden z.B. durch Fluate neutralisiert.




O

Obergaden
Obergaden ist die durchfensterte obere Wand des Mittelschiffs einer Basilika.


Organische Beschichtungsstoffe
Organische Beschichtungsstoffe sind alle Beschichtungen, deren Bindemittel vornehmlich aus Kohlenstoffbeschichtungen, z.B. Dispersionsfarben, Kunstharzputze, Acrylharz- und Alkydharzlackfarben, Ölfarben.
Gegensatz: Anorganische Beschichtungsstoffe

Ornament
Schmuckmotiv aus Zierde von Bauten und anderen Kunsterzeugnissen. Das Hauptmerkmal des Ornaments ist der Rapport, d.h. die rhytmische Wiederholung von gleichartigen Ornamentmotiven. Diese können in Reihung oder auch als Flächenornament ausgeprägt werden, wobei fast alle Formvarianten möglich sind. Neben abstrakten Ornamenten bilden florale oder vegetabile Ornamente die Haupttypen. Eine Sonderform stellen die Tierornament dar, die häufig stilisierte Tier. und Fabelwesen mit Flechtbandmotiven und Ranken verbinden. In der islamischen Kunst bildete sich überdies ein eigener Ornamenttypus heraus, der aus der Schönschrift hervorgegangen ist und deshalb als Kalligraphie bezeichnet wird.



P

Palladianismus
Palladianismus bezeichnet einen klassizistisch geprägten Baustil, der sich am Werk des Architekten Andrea Palladio und seiner Nachfolger wie Vincenzo Scamozzi orientiert. Palladio entwarf und baute um die Mitte des 16. Jahrhundert Paläste und Villen in Venetien sowie Kirchen in der Stadt Venedig selbst. Großen Einfluss auf die Nachwelt übte er zudem mit dem architekturtheoretischen Werk "I quattro libri dell'architettura" aus, das 1570 in Venedig erschien.
Die Stilrichtung lebte im 18.Jahrhundert als Neopalladianismus wieder auf.


Palladiomotiv>
Palladiomotiv bezeichnet eine Kombination aus Kolonnade und Arkade, bei der ein mittlerer, von Säulen getragener großer Bogen von je einer schmäleren und niedrigeren Säulenstellung mit waagerechten Gebälk flankiert wir. Da das Motiv bereits Sebastino Serlio entwickelt hat, bezeichnet man es auch als "Serliomotiv" bzw. "Serliane".


Pantheon
Der Pantheon ist der großartigste Rundbau des Altertums, ein allen Göttern geweihter Tempel (= griechisch "Pantheon"), ist zugleich das besterhaltene römische Bauwerk der Stadt. Auf dem Marsfeld wurde er unter Kaiser Hadrian errichtet. Ein Säulenportikus ist der Fassade vorgelagert, während der Innenraum als Typus von den Kaiserthermen her abgeleitet worden ist. Die dreischiffige Vorhalle besitzt eine aus acht monolithen Granitsäulen gebildete Front. Im Innenraum befinden sich Rechtecknischen in den Diagonalen und drei Halbrundnischen in den Achsen. Die Lichtführung wir durch die fast 9 m weite Scheitelöffnung in der Kuppel bestimmt. Die Kuppelkalotte war außen ursprünglich mit vergoldeten Ziegelplatten bedeckt. Die innere Zylinder ist mit verschiedenartigen Marmorplatten verkleidet. Die kassettierte Halbkreiskuppel war ebenfalls vergoldet. Der Bau fand im Laufe der Geschichte viele Nachfolger.


Pilaster
Flacher, nur wenig aus der Wand hervortretender Wandpfleiler, der häufig mit einer Basis und fast immer mit einem Kapitell versehen ist. Er dient sowohl zur Gliederung der Wand als auch zur Vestärkung einer Mauer und kann als Träger eines Gebälks oder zur Rahmung von Eingangsportalen oder Fenstern verwendet werden.


Pilze


Pilzbefall
Anstrichuntergründe und Beschichtungen können bei Vorliegen ungünstiger klimatischer (im Wesentlichen hohe Feuchtigkeit in Verbindung mit entsprechenden Temperaturen) Verhältnisse Nährböden für das Wachstum von Pilzen sein. Am bekanntesten sind in Innenräumen die Schimmelpilze, die nicht nur die optische Wirkung der Oberflächen beeinträchtigen, sondern auch unter Umständen gesundheitliche Relevanz aufweisen können. Sichtbarer Pilzbefall in Innenräumen kann durch falsches Wohnverhalten oder durch bauphysikalische Gegebenheiten entstehen. Im Außenbereich wird im Wesentlichen Holz von Pilzen befallen. Während meistens die Pilze holzzerstörend sind, weisen Bläuepilze keine holzzerstörende Wirkung auf. Nachdem biozide Wirkstoffe zur Vorbeugung oder zur Bekämpfung von Pilzen recht umweltproblematisch sind, kommt dem konstruktiven Holzschutz immer mehr Bedeutung zu. Man unterscheidet nach DIN 55945 (Lacke und Anstrichstoffe - Fachausdrücke und Definitionen für Beschichtungsstoffe und Beschichtungen) das Auftreten von Pilzbewuchs in und auf Beschichtungen:
1. Primärbefall, bei dem sich die Pilze von Inhaltsstoffen der Beschichtung ernähren, wobei die Beschichtung geschädigt und ggf. zerstört wird.
2. Sekundärbefall, bei dem sich die Pilze auf einen Belag von Staub und Schmutz bilden, jedoch die Beschichtung nicht schädigen.
Algen und Pilze auf Fassaden
Schimmelbildung


Pfalz
Pfalz bezeichnet einen repräsentativen Wohnbau der deutschen Könige und Kaiser im Mittelalter. Da sie keine feste Residenz hatten, reisten sie von einer Pfalz zur anderen, die über das ganze Reichsgebiet verstreut waren.
Eine Pfalz bestand zumindest aus dem Palas, einer Pfalzkapelle und einem Gutshof. Die Könige und Kaiser führten dort Amtshandlungen aus, hielten dort ihre Hoftage ab, und hohe kirchliche Feste wurden hier gefeiert.


Pfeiler
Massive, gemauerte Stütze mit rechteckigem Grundriss. Man unterscheidet frei stehende Pfeiler, die z.B. eine Arkade stützen oder mit der Wand verbundene Pfeiler, die auch als Pilaster bezeichnet werden.


Polymeritharzfarbe
Polymeritharzfarbe


Portal
Das Portal ist der architektonisch und plastisch besonders ausgeschmückte Eingang eines Gebäudes.
In der Romanik entwickelt sich eine verbindliche Grundform , die das ganze Mittelalter hindurch bestand hat. Ein Rundbogen über rechteckiger Türöffnung gibt Raum für ein besonderes Türfeld. Manchmal wird bei besonders breiten Portalen der Türsturz durch ein Trumeaupfeiler abgestützt. Portalgewände können schräg in die Wand geschnitten oder (beim Stufenportal) abgetreppt sein. In den Ecken sind Säulen und Gewändefiguren eingestellt. Diese Gewändegliederung setzt sich in den Archivolten fort. Unter antiken Einflüssen nimmt das Portal manchmal die Form eines Triumphbogens an.
Profanbau
Profanbauten sind Bauwerke (Gebäude) für weltliche Zwecke. Der Begriff wird in den Kunst- und Kulturwissenschaften, beispielsweise innerhalb der Architekturgeschichte, verwendet, um (öffentliche) Gebäude und deren Nutzungen voneinander abzugrenzen und zu typisieren. Als Gegenbegriff zum Profanbau gilt dabei der Sakralbau, der kirchlichen beziehungsweise religiösen Zwecken vorbehalten ist. Beispiele für Profanbauten sind Museen, Rathäuser, Universitätsbauten oder Bahnhöfe.


Putz
Putz ist der erhärtende Belag aus Putzmörtel, der an Wänden, Decken und anderen Bauteilen aufgetragen wird und eine feste Verbindung mit dem Putzgrund eingeht. Putz dient entweder als Unterlage für weitere Beschichtungen oder als Außenhaut eines Bauteils, die damit entsprechend gestaltet werden kann. Im Innenbereich kann Putz die Luftfeuchtigkeit regulieren, im Außenbereich schützt sie vor Witterungseinflüssen.
Putzarbeiten


Putzmörtelgruppen
Putzmörtelgruppen


Putzsystem
Bei einem Putzsystem handelt es sich um eine Reihe von aufeinander abgestimmter Materialien und/oder Maßnahme und nicht um einen einzelnen Putz.

Pyramide
Die Pyramide ist eine Bauform, meist mit quadratischer Grundfläche, die aus unterschiedlichen alten Kulturen bekannt ist, wie Ägypten, Lateinamerika, China und den Kanaren. Die Pharaonen türmten Pyramiden über ihrem künftigen Grab auf. Die Architektur einer Pyramide kann als Symbol eines Bündels von Sonnenstrahlen angesehen werden, auf dem der Ka (Seele, schöpferische, geistige Kraft) des Königs zur Sonne aufsteigen kann. Eine Besonderheit stellen Scheintüren dar sowie die seitliche Abknickung der inneren Wegführung, die zur höchsten Raffinesse vervollkommnet wird.





Q

Quadriga
Quadriga bezeichnet einen zweirädigen Wagen, der von vier Pferden gezogen wird. Bei den Römern als Renn- und Triumphzugwagen benützt. Erscheint auch als Bekrönung von Triumphbögen und Grabmälern.
Allgemein bekannt ist die Statuengruppe der Quadriga auf dem von Carl Gotthard Langhans im frühklassizistischen Stil errichteten Brandenburger Tor in Berlin von Johann Gottfried Schadow.


Querhaus
Auch Querschiff genannt; quer zum Langhaus liegender ein- oder mehrschiffiger Bauteil einer Kirche. Der Kreuzungspunkt von Mittel- und Querschiff wird als Vierung oft besonders hervorgehoben.





R

Rapport
Systematische Wiederholung einzelner Motive, die für den Aufbau eines Musters bestimmend sind.

Restaurator
Die Tätigkeit des Restaurators besteht in der materiellen Bewahrung von Kultur- und Kunstgütern im öffentlichen, kirchlichen und privaten Besitz durch Untersuchung, Erfassung, Konservierung, Restaurierung, Wartung, Beratung und Erforschung und der diesbezüglichen Dokumentation. Die Tätigkeit des Restaurators besteht in Ausnahmefällen auch in der wissenschaftlich fundierten Rekonstruktion von Kultur- und Kunstgütern.

Rissinjektion
Unter Rissinjektion versteht man das Injizieren von speziellen Reaktionsharzen oder mineralischen Füllgütern in Risse und Hohlräume.


Rocaille
Barocke Ornamentform, die in den 30er Jahren des 18.Jh. entstand und ein muschelförmiges, sich volutenartig zusammenrollendes Ornament bezeichnet, das Elemente des Akanthus enthällt. Von der Rocaille leitet sich der Stilbegriff Rokoko ab.


Rost
Rost ist eine rotbraune, lockere Schicht von Eisenoxiden (FeO, Fe2O3*H2O), die auf der Oberfläche von Eisen oder Stahl in feuchter Luft oder kohlendioxidhaltigem Wasser entsteht. Der Rost wird begünstigt durch Säuredämpfe (Schwefeldioxid im Rauch) und durch Berührung mit edleren Metallen (Lokalelemente). Rost wird beseitigt durch Mineralsäuren oder durch mechanische Bearbeitung (Bürsten, Sandstrahlgebläse). Rostschutz wird erzielt durch Anstriche (z.B. Mennige) oder Überziehen mit Zink, Zinn (Weißblech), Chrom und anderen Metallen, Kunstharzen (z.B. PVC), Kunstlacken (Silicone), Emaillieren u.a.. Durch Legieren mit Mangan, Vanadin und anderen Stahlveredlern kann Eisen korrosionsfest gemacht werden.





S

Saalkirche
Eine Saalkirche ist ein einschiffiges Kirchengebäude, das aus einem einzigen, saalartigen Raum besteht. Neben der Hallenkirche, der Basilika und dem Zentralbau ist sie einer der vier Grundtypen des christlichen Kirchenbaus. Es gibt allerdings keine klare Abgrenzung zwischen den einzelnen Gebäudeformen, und an vielen Kirchen hat sich im Laufe ihrer Baugeschichte eine Kombination aus verschieden Typen entwickelt.


Säule
Stützendes Glied mit rundem Grunbdriss, das ein Gebälk oder ähnliches trägt. Die Säule ist gewöhnlich in Basis, Schaft und Kapitell gegliedert. Die Basis besteht aus einer quadratischen Platte (Plinthe) sowie Wülsten und Kehlen. Die Säule ist aus einem durchgängigen Stein (Monolith) oder einzelnen Steinzylindern (Trommeln) zusammengesetzt. Das Kapitell vermittelt zwischen Säule und weiteren tragenden Elementen, wie zum Beispiel den Bögen oder dem Gebälk


Säulenordnung
Die Säulenordnung ist ein klassisches Proportionssystem von Säule und Gebälk, in dem die Basis, Schaft, Kapitell, Architrav und Gesims aufeinander abgestimmt sind und eine feste Ordnung bilden. Während der griechischen Antike sind drei Säulenordnungen zu unterscheiden. Die dorische Ordnung, die ionische Ordnung und die korinthische Ordnung.
Um 625 v.Chr. löste auf dem Festland die dorische Ordnung mit ihren steinernen Tempelbau die früheren Holzkonstruktionen ab. Die ionische Ordnung entstand um 570 v. Chr., wurde von den in Attika siedelnden Iioniern hervorgebracht und hatte in den kleinasiatischen Küstengebieten ihr Hauptverbreitungsgebiet. In Korinth entwickelte sich erst um 400 v.Chr. aus der ionischen Ordnung die korinthische.
Die Römer übernahmen von den Griechen deren Säulenordnung in leicht abgewandelter Form als römisch-dorische Ordnung, römisch-ionische Ordnung und entwickelten aus der römisch-dorischen Ordnung und der etruskischen Säule die toskanische Ordnung. Aus der Verbindung der ionischen Ordnung mit der korinthischen Ordnung entstand die komposite Ordnung. In der Renaissance bildete die Säulenordnung einen wichtigen Teil der Architekturtheorie, die ihren Einfluss bis in das 18.Jh. hinein behielt.
Die fünf klassischen Säulenordnungen:
Toskanische Ordnung
Dorische Ordnung
Ionische Ordnung
Korinthische Ordnung
Komposite Ordnung
Weitere Säulenordnungen:
Kolassalordnung
Salomonische Ordnung


Sakralbau
Sakralbauten sind Bauwerke, die für sakrale, rituelle oder kultische Handlungen wie beispielsweise Gottesdienste oder Opferungen durch religiöse Gemeinschaften genutzt werden. Sakralbauten interpretieren sich als Anwesenheitsort höherer Macht, und werden daher alltagssprachlich auch als Gotteshäuser bezeichnet.
Der Begriff Sakralbau entstammt den Kultur- und Kunstwissenschaften und dient dort als Abgrenzung zum Profanbau, einem Bauwerk für weltliche Aufgaben. Insbesondere für bauliche Anlagen und Orte aus Vor- oder Urgeschichte existiert auch der Begriff der Kultstätte (Kultplatz). Wichtigster Bautypus der Sakralarchitektur ist der Tempel (zu dem im allgemeinen Sinne des Begriffs auch Kirchen, Moscheen und ähnliches zählen), daneben gibt es zahlreiche mehr oder weniger freistehende Bauwerke (Schreine, Altäre) und religiös motivierte Denkmäler. Eine besondere Art von Sakralbauten bilden Grabanlagen und Grabbauten.


Salomonische Ordnung
Säule im Barock, vor allem in Spanien vorkommend, gebräuchlich gedrehte Säule, benannt nach ihrer (literarisch bezeugten) Verwendung am Salomonischen Tempel in Jerusalem.


Schimmel
Schimmelpilze sind einzellige Pflanzen, die sich aus Sporen entwickeln. Die Sporen von Schimmelpilzen kommen überall in der Luft vor und können sich bei entsprechender Feuchtigkeit, Temperatur und organischen Nährboden weiter entwickeln. Zunächst sind die entstehenden Zellfäden farblos. Durch Weiterwachsen zu einem Geflecht entsteht das so genannte Myzel, welches sich im Alter dunkel färbt und als Flecken unterschiedlicher Färbung erkennbar wird. Besonders bekannt im Baubereich: Aspergillus niger, der sich oft in feuchten, nicht gelüfteten Räumen durch schwarze Flecken zeigt (Pilzbefall). Aufgrund ihrer Ernährungsweise siedeln Schimmelpilze nur auf organischem Material. Außer Brot und anderen Lebensmitteln können auch viele technische Produkte (Textilwaren, Holz, Seilereierzeugnisse, Leder, Farben, Leim, Gummi, Papier usw.) von Schimmelpilzen befallen werden und dadurch Schaden leiden und es kommt zu Stockflecken. Einige Schimmelpilze sind krankheitserregend. Schimmelsporen verursachen Allergien. Lebensmittelvergiftungen werden verursacht durch Pilzgifte. Zur Schimmelbekämpfung im Hygiene- und Lebensmittelsektor dienen Antimykotika, Desinfektions- und Konservierungsmittel, im technischen Bereich die Fungizide.
Schimmelbildung
Algen und Pilze auf Fassaden


Schinkel, Karl Friedrich (1781-1841)
1799 -1800 absolvierte der aus Neuruppin stammende Schinkel ein Architekturstudium an der Berliner Bauakademie und war ein Schüler Gillys. In Ermangelung von Bauaufträgen war er jedoch zunächst als Maler tätig und entwarf Architekturlandschaften und Bühnenbilder. Auf Reisen durch Italien, Frankreich und England studierte er die Architektur der Antike, der Gotik und der Renaissance. Nachdem Schinkel 1815 Oberbaurat und 1830 Leiter der preußischen Staatsbaubehörde geworden war, hatte er eine Vielfalt von Betätigungsfeldern: Dazu gehörten alle architektonischen Bauaufgaben vom Kaufhaus bis zum Schloss, von kunsthandwerklichen Entwürfen bis zu Fragen der Denkmalpflege. 1834 schrieb er sein theoretisches Werk "Grundlagen der praktischen Baukunst", 1820-1840 erschien eine Sammlung architektonischer Stiche. Als griechisch geprägter Klassizist errichtete er in Berlin die Neue Wache (1817-1818), das Schauspielhaus am Gandarmenmarkt (1818-1821) und das Alte Museum (1823-1829). 1834 lieferte er Entwürfe für das Königsschloss in Athen. Als romantiker entwarf er Kirchen im gotischen Stil wie die Friedrich-Werdersche Kirche (1824-1830). Wegweisend für die Berliner Architektur waren auch seine Gebäude mit Backsteinfassaden, so etwa der funktionale Bau der Berliner Bauakademie (1832-1835).

Wichtige Bauten Karl Friedrich Schinkel:
Pomonatempel auf dem Pfingstberg in Potsdam (1800)
sechseckige Hofanlage mit Scheunen, Ställen, Verwalter- und Molkenhaus auf dem Vorwerk Bärwinkel bei Neuhardenberg (1801)
Schloss Owinsk, Provinz Posen (zusammen mit Ludwig Catel) (1806)
Schloss Rosenau (Coburg), (einschließlich erhaltener Innenarchitektur) (1806)
Begräbnisstätte für Königin Luise (1810)
Schloss Ehrenburg, Coburg (vollständiger Umbau) (1810)
Kirche in Glienicke bei Wittstock (1815)
Kreuzkirche in Joachimsthal (Barnim) (1817)
Neue Wache in Berlin (1818)
Schauspielhaus in Berlin am Gendarmenmarkt (1818)
Schlossbrücke (Berlin-Mitte) (1819)
Schloss Tegel, Berlin (vollständige Umgestaltung für Wilhelm von Humboldt) (1821)
Schloss Neuhardenberg (vollständiger Umbau für Karl August von Hardenberg) (1822)
Luisenkirche in Berlin-Charlottenburg (1823)
Jagdschloss Antonin, Provinz Posen (1824)
Altes Museum in Berlin am Lustgarten, ursprünglich bezeichnet als „Neues Museum“ (1824)
Kirche im heutigen Saarbrücker Stadtteil Bischmisheim (achteckiger Grundriss und achteckiges Kirchenschiff) (1824)
Friedrichswerdersche Kirche in Berlin (heute Schinkel-Museum in der Werderstraße) und Kirche Schöneberg (1824)
Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Voigtsdorf bei Habelschwerdt (1824)
Neuer Pavillon in Berlin-Charlottenburg (einschließlich erhaltener Innenarchitektur) (1825)
Schloss Glienicke, Berlin (vollständige Neugestaltung) (1825)
Alter Leuchtturm, Kap Arkona auf Rügen (1826)
Dorfkirche Straupitz (1826)
Elisenbrunnen in Aachen (1827)
Schloss Charlottenhof in Potsdam (einschließlich erhaltener Innenarchitektur) (1829)
Nikolaikirche in Potsdam (1830)
Altstädtische Hauptwache in Dresden (1831)
Alexander Newski Kapelle in Peterhof (1831)
Bauakademie in Berlin, ursprünglich bezeichnet als „Allgemeine Bauschule“ (1831)
Rathaus in Kolberg (1832)
Johanniskirche in Berlin (1832)
Römische Bäder in Potsdam (1833)
Palais Redern am Pariser Platz in Berlin (1906 für den Bau des Hotel Adlon abgerissen) (1833)
Westfront der St. Johanniskirche in Zittau (keine klassizistische Überformung, sondern Integration zweier bestehender Türme)(1833)
Schloss Babelsberg in Potsdam (1834)
die sogenannten Berliner Vorstadtkirchen, darunter die Elisabethkirche (1834)
Jenisch-Haus in Hamburg zusammen mit Franz Gustav Forsmann (1834)
neue Berliner Sternwarte (1835)
Schloss Stolzenfels am Rhein (bei Koblenz) (1835)
Fassade für das Hauptgebäude der Universität Leipzig (1836)
Mittelturm des Jagdschlosses Granitz, Rügen (1836)
Erlöserkirche in Kunnerwitz (1836)
Altstädtische Kirche in Königsberg (1838)
Schloss Kamenz, Provinz Schlesien (1838)


Schlußstein
Der Schlussstein ist ein meist plastisch ausgestalteter Stein im Scheitel eines Bogens oder im Knotenpunkt von Rippen innerhalb eines Gewölbes. Die Endstücke der Rippen des Kreuzrippengewölbes sind an den Schlussstein angearbeitet.


Sgraffito
Sgraffito


Siliconharzfarben
Siliconharzfarben sind Wasser abweisend wirkende Anstrichfarben auf Siliconharz-Emulsionsbasis in Kombination mit Dispersionsbindemitteln. Siliconharzfarben vereinen die positiven Eigenschaften von mineralischen und kunstharzgebundenen Werkstoffen. Sie sind wie Dispersionsfarben ausgesprochen Wasser abweisend und gleichzeitig ähnlich wie Silikatfarben sehr (wasser)dampfdurchlässig.
Siliconharzfarbe
Siliconharzemulsionsfarbe


Silikatfarbe
Silikatfarbe ist ein Anstrichstoff, der als Bindemittel Kali-Wasserglas enthält. Die Härtung erfolgt durch Verkieselung (kristalline Versteinerung) mit dem Untergrund. Dispersions-Silikatfarben sind Silikatfarben mit Zusätzen von maximal 5% Massenanteil organischer Bestandteile, bezogen auf die Gesamtmenge des Beschichtungsstoffes.
Silikatfarbe
Dispersionssilikatfarbe


Sinterschicht
Die Sinterschicht ist eine glasklare Bindemittelhaut an Putzoberflächen (z.B. Kalk-Sinterschicht). Sinterschichten an der Putzoberfläche entstehen besonders durch übermäßige Glättvorgänge und der dadurch bedingten Bindemittelanreicherung. Sinterschichten müssen vor der Ausführung von Beschichtungsarbeiten, z:B. durch Schleifen, entfernt werden.


Spachteltechnik
Dekorative Innenwandgestaltung


Sphinx
Die ägyptische Sphinx ist ein liegendes Fabelwesen und besitzt eine aus Löwenkörper und menschlichen Kopf zusammengesetzte Gestalt. Vermutlich diente sie als Wächterfigur, die in Gizeh die Züge von Königin Chefren tragen soll.
Im antiken Griechenland wurde der ägyptische männliche Sphinx zur weiblichen Figur umgestaltet und galt als Todessymbol.
In der romanischen Kunst des Mittelalters taucht sie als apotropisches oder dämonisches Mischwesen in der Kathedralplastik wieder auf.


Spritzbewurf
Spritzbewurf


Stuckarbeiten
Stuckarbeiten


Stuckfassaden
Stuckfassaden


Stuckmarmor
Stuckmarmor


Stüler, Friedrich August
Der in Thüringen geboren Stüler ging 1818 als Schüler Schinkels nach Berlin. 1829 wurde er Hofbauinspekteur, später Ministerialbaurat und traf damit die Nachfolge Schinkels als führender Baumeister des preußischen Hofes an. Als Architekt des Historismus schuf er Kirchen und öffentliche Bauten im romanischen Stil, aber auch in Renaissanceformen. Der Wiederaufbau des von Adolf Demmler begonnenen Schweriner Stadtschlosses (1844-1857) ist ein frühes Beispiel der französischen Neorenaissance auf die deutsche Architektur. Stüler Hauptwerke sind neben dem Umbau des Berliner Stadtschlosses (1844-1857), der Universität Königsberg (1844-1863) und der Burg Hohenzollern (1850-1867) vor allem Museumsbauten, z.B. das Neue Museum in Berlin (1843-1855), die Berliner Nationalgalerie (nach seinem Tode 1866-1876 von Strack vollendet) und das Nationalmuseum in Stockholm.


Stukkolustro
Stukkolustro


Stützenwechsel
Unter einem Stützenwechsel versteht man den Wechsel von Säule und Pfeiler in rhythmischer Folge in einer Basilika. Daneben gibt es Pfeiler- und Säulenbasiliken. Verbreitet sind der "rheinische Stützenwechsel" mit seiner Folge von Pfeiler - Säule - Pfeiler sowie der "sächsische Stützenwechsel" mit seiner Abfolge von Pfeiler - Säule - Säule - Pfeiler.



T

Tempel
Nichtchristlicher besonders in der Antike vorkommender Kultbau. Die klassische Tempelfront hatte eine große Bedeutung für die barocke Fassadengestaltung.
Griechischer Tempel
Römischer Tempel


Tempelstirnwand
Auch Tempelfront oder Tempelfassade. Die vordere Ansicht eines Tempels.


Thermen
Die Bezeichnung ist dem Griechischen entlehnt und heißt "warm, heiß". Während die griechischen Badeanlagen einfache Räume mit Wannen, Becken oder Schwitzbad waren, entwickelten die Römer in Anlehnung an ihre Palastbauten eine eigene Architekturgestalt. Unterschiedlich temperierte Räume, die mit großem Luxus ausgestattet waren, umgaben die Badehallen. Wichtigste Bestandteile waren das "Frigidarium", Kaltbad, das "Tepidarium ", Laubad, und das "Caldatium", Warmbad. Sie waren hintereinander in einer Raumfolge angeordnet. Die Einfügung von Peristylen und Wandelhallen ermöglichte die Unterbringung jeglicher Form von Körperpflege. Die älteste erhaltene Anlage sind die Stabianer Thermen mit kreisförmigem Frigidarium und vier Einzelbädern mit separaten Eingängen. In Pompeji kamen eine Palästra, ein Umkleide- und Ruheraum und ein offenes Schwimmbecken ("natatio" oder "piscina") hinzu. In der Kaiserzeit bildete sich ausgehend von dem Reihentypus durch Verdopplung der Raumgruppen der Doppelreihentypus oder der Ringtypus aus, bei dem der Weg vom Ausgangspunkt in zwei Richtungen zurückgelegt werden kann.


Toskanische Ordnung
Die toskanische Ordnung (auch als Rustika, tuskische oder etruskische Ordnung bekannt) ist eine der fünf klassischen Säulenordnungen. In der Hierarchie der Säulenordnungen nimmt sie den untersten Platz ein.
Der Aufbau der toskanischen Ordnung entspricht in Grundzügen der dorischen Ordnung.
Die toskanische Säule hat entgegen der dorischen eine Basis. Im Säulenschaft fehlt die Kannelierung, das heißt: es sind keine Rillen vorhanden. Das Kapitell ist meistens schmucklos.
Das Gebälk war, wie bei den griechischen Frühformen, anfangs aus Holz und nicht aus Stein.


Triglyphe
Platte mit drei senkrechten Rillen im Gebälk der dorischen Ordnung.


Triumphbogen
Monumentaler Ehrenbogen in der Antike für einen Kaiser oder eine Schlacht. In der christlichen Kirche Bogen zwischen Langhaus oder Chor und Vierung.
Triumphbögen werden seit dem 2. Jh. n. Chr. als ursprünglich eintorige Bogenstellungen, den zwei breite Pfeiler stützen, errichtet. Eine Kreisbogentonne trägt die schwere Attika mit der Widmungsinschrift und dem Standbild bzio. der plastischen Quadriga, dem Viergespann des zu Ehrenden. Diese Grundform erfährt eine Bereicherung seit augustäiseher Zeit durch die Gliederung durch Säulen und Gebälk. Dazu wird die eintorige Ausführung durch eine dreitorige ersetzt. Diese Gestaltung bleibt auch als Architekturgliederung in der abendländischen Architektur erhalten, bei den Westfassaden der französischen Kathedralen bis hin zum Arc de Triomphede l'Etoile in Paris um 1836.


Tympanon
Giebelfeld im antiken Tempelbau und davon abgeleiteten Stilformen, meist skulptural geschmückt.
In der mittelalterlichen Baukunst wird als Tympanon das Feld zwischen eines Portals zwischen Rundbogen (Archivolte) und dem Türsturz bezeichnet. Es wird häufig mit Reliefdarstellungen oder ornamentalem Dekor geschmückt.




U

U-Wert
Der U-Wert (früher k-Wert) gibt die Wärmemenge an, die in einer Sekunde durch 1 m² eines Bauteils hindurchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft 1 K(Kelvin) beträgt.




V

Vegetabil
Pflanzlich


Vermiculite Putz
Vermiculite- oder Perlite-Putz ist ein Dämmputz für brandschutztechnische Bekleidungen aus Putzmörtel, wobei Vermiculie oder Perlite der Zuschlagstoff ist und Gips oder Zement das Bindemittel. Der Mörtel für den mindestens 10 mm dicken Unterputz muss aus 1 Raumteil (RT) Zement oder 3 RT Gips und 4 bis 5 RT geblähten (expandierten) Vermiculite der Körnung 3/6 mm, oder Perlite 0/3 mm bestehen. Der Mörtel für den für den etwa 5 mm dicken geglätteten Oberputz muss entsprechend aufgebaut sein, wobei Vermiculite- oder Perlite-Körnungen 0/3 mm mit einem Anteil von mindestens 70% der Körnung 1/3 mm zu verwenden sind. Zur besseren Verarbeitung dürfen sowohl beim Ober- als auch beim Unterputz bis zu 20% des Zements durch Kalkhydrat ersetzt werden.


Vierung
Im Kirchenbau Schnittpunkt von Lang- und Querhaus, sehr oft architektonisch herausgehben.


Vitruv
Marcus Vitruvius Pollio (auch: Vitruv oder Vitruvius) war ein römischer Architekt, Ingenieur und Schriftsteller des 1. Jahrhunderts v. Chr.
Zwischen 33 und 22 v. Chr. entstand sein Werk "Zehn Bücher über Architektur". Es ist das einzige erhaltene antike Werk über Architektur und nach Vitruvs eigenen Angaben auch das erste lateinische Werk überhaupt, das eine umfassende Darstellung der Architektur zum Ziel hat.
Die Bücher 1 bis 7 widmen sich der Tätigkeit des Architekten, während sich die Bücher 8 bis 10 mehr dem Ingenieurwesen zuzurechnen sind. Diese Felder bildeten in der Antike eine Einheit.


Volute
Eingerolltes Ornament oder Bauelement.


Vorspritz
Spritzbewurf





W

Weichmacher
Weichmacher werden Kunststoffen beigemischt, damit diese eine vielseitige Verwendbarkeit bekommen und einfach zu bearbeiten sind. Sie wirken wie ein Schmiermittel zwischen den Kunststoffmolekülen und machen die Materialien je nach Bedarf unterschiedlich elastisch.
Durch den Zusatz von Weichmachern hat insbesondere auch PVC eine enorme Bedeutung erlangt. Der Anteil an Weichmachern kann bis zu 70% betragen. Einsatzgebiete für mit Weichmacher versetztem "Weich- PVC" sind u.a. Bodenbeläge, Kabel, Folien, Beschichtungen, Farben und Profile für den Bau von Fenstern und Türen.
Neben allen aus technischer Sicht wertvollen Eigenschaften haben Weichmacher den Nachteil, dass sie langsam wieder ausgasen. In Wohnungen treffen wir zwangsläufig auf ausgetretene Stoffen von Weichmachern, denn sehr häufig werden dort aus "Weich- PVC" Bodenbeläge, Profile in Fenstern und Möbeln, Decken und Wandelemente, Beschichtungen und in zunehmendem Maße auch Tapeten eingesetzt. Wie auch bei anderen Schadstoffen in der Innenraumluft liegen über diese Stoffe vergleichsweise wenig wissenschaftliche Daten über die Schadstoffaufnahme und über toxikologische Wirkungen vor.


Westwerk
Der Bauteil im Westen des Hauptschiffes einer Bischofs- oder Klosterkirche galt als Gastraum für den Kaiser, wurde aber auch liturgisch als Pfarr- und Traufkirche genutzt. In karolingischen, ottonischen und frühromanischen Bauten (Romanik) wurden solche Westwerke errichtet. Ihre monumentale Wirkung können sie durch Turmgruppen (Mittelturm mit seitlichen Treppentürmen) entfalten.


Werktrockenmörtel
Werktrockenmörtel


Würfelkapitell
Das Würfelkapitell wurde aus der Durchdringung von Würfel und Kugel entwickelt: Seine kubische Form mit der klar umgrenzten Schildfront auf jeder Seite entsprach dem Architekturempfinden der Romanik, in der sich die Baumeister um exakte Scheidung der einzelnen Architekturelemente bemühten. Spielerisch konnte der Würfel auch unterteilt werden in Doppelschildkapitelle. Durch kegelstrumpfförmige Verlängerung entstand ein Faltenkapitell.





X




Y




Z

Zement
Zement
Geschichte des Zementes
Zementarten
Zementfestigkeit


Zentralbau
Ein Zentralbau ist ein Bauwerk, dessen Hauptachsen gleich lang sind, im Unterschied zu einem Längsbau, etwa einer Basilika. Mögliche Grundrisse eines Zentralbaus sind kreisförmig, oval, quadratisch, kreuzförmig, oktogonal auch nonagonal oder höher polygonal; er kann von einem Umgang umschlossen sein und/oder sich zu Kapellen, Nischen und Anräumen öffnen.
Neben der Hallenkirche, der Basilika und dem Saalkirche ist sie einer der vier Grundtypen des christlichen Kirchenbaus.


Ziegel
Ziegel
Mauerziegel
aktuelle Ziegelformate
historische Ziegelformate
Geschichte des Ziegels


Zikkurat
Mesopotamische Sakraltürme werden Zikkurate genannt. Darunter versteht man die durch Terrassen mehrstufige Tempelarchitektur, die sich im babylonischen, sumerischen, assyrischen und elamitischen Götterkult entwickelt hat. Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. entstanden einstufige Hochtempel, auf dessen Terrasse der Kultbau stand. Die endgültige Form erhielt die Zikkurat in der 2. Hälfte des 3. Jahrtausends in den Städten Ur, Obed, Eridu, Nippur und Umma. Von Ziegelmauern eingefasst, ragten die mehrstufigen Bauwerke 20 m in die Höhe und konnten über eine Rampentreppe betreten werden. Ihre Fassaden waren mit Risaliten gegliedert, die Mauern dabei geböscht. Die Außenwände waren mit gebrannten Ziegeln umkleidet, das Innere bestand aus ungebrannten Lehmziegeln, unterbrochen von Schilflagen und Bitumenschichten.


Zisterzienser
Zisterzienser nennen sich die Mönche und Nonnen, die in der Tradition der Gründer des "Neuklosters" in Cîteaux ein Leben des Gebets, der Lesung und der Arbeit führen wollen. Der Zisterzienserorden ist durch Reformen aus der Tradition der Benediktinermönche entstanden.


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