Trockenbauarbeiten

Stuck Nagel Berlin
Der Trockenbau gehörte bis Ende 2004 mit zu den Putz- und Stuckarbeiten (DIN 18350).
Ab 2005 gibt es in der VOB eine eigene DIN für Trockenbauarbeiten (DIN 18340). In diesem Zusammenhang wurde auch die DIN 18350 Stuck- und Putzarbeiten geändert.

Im Zuge der europäischen Harmonisierung von nationalen und europäischen Normen wurde in den letzten Jahren (2005-2007) einige vertraute DIN-Normen durch EN-Normen ersetzt. Mit den harmonisierten Produktnormen werden zusätzliche europäische Bezeichnungen und Kennzeichnungen eingeführt.
Grundlage dieser Neuerung ist der Beschluss des Ministerrates der EU vom Mai 1985, technische Regeln und Normen für Bauprodukte zu harmonisieren, mit dem Ziel, Handelshemmnisse abzubauen. CE-gekennzeichnete Produkte dürfen im europäischen Wirtschaftsraum zwar gehandelt und in Verkehr gebracht werden, allerdings wird die Verwendbarkeit der Gipsplatten in Bauteilen, wie z. B. in Wänden oder Decken, national geregelt.
Verbunden mit der CE-Kennzeichnung ist auch eine neue Benennung der Plattentypen nach europäischer Norm.

So wird die zum Beispiel DIN 18180 “Gipsplatten - Arten, Anforderung, Prüfung“ durch die EN 520 “Gipsplatten-Begriffe, Anforderungen, Prüfverfahren“ ersetzt. Am 01.09.2005 begann für diese beiden Normen die Koexistenzphase, die am 31.08.2006 endete (bei einigen Normen gibt es eine verlängerte Koexistenzphase). Danach gilt nur noch die DIN 520. Eine nationale Restnorm der DIN 18180 bleibt aber erhalten.

Die Verarbeitung und Ausführung ist in der DIN 18168-1 (Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken Teil 1: Anforderungen für die Ausführung), DIN 18181 (Gipsplatten im Hochbau - Grundlage für die Verarbeitung), DIN 18182 (Zubehör für die Verarbeitung von Gipsplatten) und DIN 18183 (Trennwände und Vorsatzschalen aus Gipsplatten mit Metallunterkonstruktion) geregelt.
Die Normen finden Berücksichtigung in den Technischen Merkblättern der einzelnen Systeme der Hersteller, so dass man sich bei der Ausführung von Trockenbauarbeiten an die Vorgaben der Hersteller halten muss um die gewünschten Eigenschaften der Konstruktion zu erhalten, da nicht alle Produkteigenschaften und Kennzeichnungseigenschaften in der DIN EN 520 geregelt sind.

Zu den Trockenbauarbeiten zählt die Ausführung folgender Bauleistungen:

Leichte Trennwände mit Metall- oder Holzständer sowie aus Gips-Wandbauplatten
Unterdecken, abgehängte Decken
Dämmungen, Auffüllungen und Schüttungen
Bekleidungen, Unterböden, Doppelböden, Platten
Vorsatzschalen, Unterkonstruktion, Folien, Pappen
Dampfsperren, Strahlenschutzverkleidungen und dergleichen

In Verbindung mit diesen Konstruktionen und Arbeiten werden auch

Zargen, Türen, Fenster,Oberlichter, Revisionsöfnungen
Tragekonstruktionen für sanitäre Einrichtungen
Leuchten, Zu- und Abluftleitungen

und dergleichen eingebaut.

Zu diesen Arbeiten zählen auch Konstruktionen als Brandschutz, Schallschutz, Wärme- und Feuchteschutz.
Der moderne Trockenbau, der mit US-Importen begann, erlebte als Bautechnik in den 70er und 80er Jahren seinen Durchbruch auf den gewerblichen Baustellen Deutschland. Er ist die konsequente und durch neue Baustoffe ermöglichte Weiterentwicklung des "klassischen" Trockenbaus, nämlich des Holzbaus.



Gipsplatten

Gipsplatten wurden bisher nach der DIN 18180 als Gipskartonplatten bezeichnet.

Die Gipskartonplatte wurde 1894 in den USA von Augustine Sackett zum Patent angemeldet, jedoch erst ab 1910 industriell gefertigt. Als Synonym für Gipsplatten wird im deutschsprachigen Raum auch oft der Name Rigips-Platte genutzt, da die ersten Gipsplatten auf dem europäischen Festland seit 1938 in Riga ("Rigaer Gips") hergestellt wurden. Bei dem daraus abgeleiteten Rigips handelt es sich jedoch genau genommen um einen Produkt- und Herstellernamen. Die Rigips-Platte war 1949 ein für den deutschen Baumarkt völlig neues Erzeugnis für den Innenausbau. Hergestellt wurde sie zu Beginn von den Vereinigten Baustoffwerken Bodenwerder GmbH (jetzt: Saint-Gobain Rigips GmbH).

Die leichte Formbarkeit und die kurze Versteifungs- und Erhärtungszeit von gipsgebundenen Baustoffen stellen gute Voraussetzungen für die Produktion aus Bauteilen dar. Dazu kommen günstige bauphysikalische und baubiologische Eigenschaften sowie eine ausreichende Festigkeit. Diese Materialeigenschaften sind zudem durch Zuschläge und Füllstoffe beeinflussbar.
Der Hauptrohstoff für die Herstellung von Gipsbauplatten ist der Gips, der in der Natur als Gipsstein vorkommt sowie als REA-Gips bei der Rauchgasentschwefelung anfällt.

Die Gipsplatten bestehen aus einem Gipskern, der einschließlich der Längskanten mit Karton ummantelt ist. Die Querkanten sind produktionsbedingt nicht ummantelt. Um eine erhöhte Oberflächenqualität mit geringerem Spachtelaufwand zu erreichen gibt es mitlerweile Gipsplatten mit vierseitig abgeflachter und kartonummantelter Kante.
Gipsplatten werden im kontinuierlichen Betrieb auf großen Bandanlagen hergestellt. Der gemahlene und gebrannte Gips wird mit Wasser und Zusatzstoffen angemacht, auf den unteren Karton gespritzt und zusammen mit dem oberen Karton zur Platte geformt.

Eine große Anzahl günstiger Eigenschaften zeichnen Gipsplatten aus und eröffnen ihnen ein breites Einsatzspektrum, unter anderem auch in Bereichen des Schall-, Brand-, Wärme- und Feuchteschutz sowie zur Konstruktionsaussteifung.
Gipsplatten sind in den Dicken 9, 12,5, 15, 18, 20 und 25 mm im Handel erhältlich. Die Rohdichte liegt zwischen 800 und 1000 kg/m3. Gipsplatten gehören der Baustoffklasse A2, nichtbrennbar, Lochplatten der Baustoffklasse B1, Hartschaum-Verbundplatten der Baustoffklasse B2, an.
Die Platteneigenschaften beruhen auf der Verbundwirkung von Gipskern und Kartonummantelung. Der Karton wirkt als Zugbewehrung und verleiht der Platte einen festen Verbund mit dem Gipskern und somit die notwendige Steifigkeit. Dadurch können, trotz geringer Dicke, mit Gipskartonplatten beträchtliche Spannweiten überbrückt werden. Die Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften der Platten sind in Richtung der Kartonfaser, d.h. in Längsrichtung der Platten, größer als quer zur Richtung der Kartonfaser. Die Richtungsabhängigkeit ist bei der praktischen Verarbeitung zu berücksichtigen.
Der hohe Anteil von Makroporen, die bei der Herstellung der Platten entstehen, ermöglicht eine sehr schnelle Aufnahme von Wasser, sowohl in flüssiger Form als auch als Wasserdampf. Diese Porosität ist verantwortlich für die günstigen feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der Platten.

Für verschiedene Verwendungszwecke gibt es gemäß DIN EN 520 und DIN 18 180 unterschiedliche Plattentypen, die sich durch den äußeren Karton und Zusätze im Gipskern unterscheiden.




Gipspatten nach DIN EN 520

Plattentyp
Typ A Standard Gipsplatte
Typ D Gipsplatte mit definierter Dichte
Typ F Gipsplatte mit verbessertemGefügezusammenhalt bei hohen Temperaturen
Typ H Gipsplatte mit reduzierter Wasseraufnahmefähigkeit (H1, H2 und H3)
Typ I Gipsplatte mit erhöhter Oberflächenhärte
Typ P Putzträgerplatte
Typ R Gipsplatte mit erhöhter (Biegezug-) Festigkeit
Typ E Gipsplatte für die Beplankung von Außenelementen (sheating board)

Die DIN EN 520 sieht aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in en europäischen Mitgliedsländern für die gesamte Wasseraufnahme drei unterschiedliche Anforderungsniveaus H1 bis H3 vor. Die in Deutschland übliche Qualität für imprägnierte Gipsplatten entspricht mit maximal 10% Wasseraufnahme dem neuen Typ H2.

Darüber hinaus wird nach DIN EN 520 bei imprägnierten Gipsplatten Typ H zusätzlich die Wasseraufnahme über die Oberfläche gemessen und auf 180g/m2 begrenzt.

Feuerschutzplatten müssen nach DIN EN 520 dem Typ F (verbesserter Gefügezusammenhalt des Kerns bei hohen Temperaturen im Brandfall) genügen. Um den deutschen Qualitätsstandard zu erreichen,ist jedoch ein Mindestflächengewicht. Von z.B. 10 kg/m2 für eine 12,5 mm dicke Feuerschutzplatte, einzuhalten. Daher müssen Feuerschutzplatten in Deutschland zusätzlich die Anforderung des Typs D (Mindestrohdichte von 800 kg/m3) erfüllen. Die komplette Bezeichnung für Feuerschutzplatte lautet damit Gipsplatte Typ DF.

Für Gipsplatten des Typs I gibt die DIN EN 520 eine neue Anforderung an die Oberflächenhärte vor.


Brandverhalten von Gipskartonplatten

Das Brandverhalten (Brennbarkeit) von Baustoffen wird z.Zt. in Deutschland nach DIN 4102-1 klassifiziert.
Gipsplatten nach DIN 18180 mit geschlossener Oberfläche sind nach DIN 4102-4 in die Baustoffklasse A2 (nichtbrennbar) eingestuft.
Mit Einführung der DIN EN 520 wird das Brandverhalten von Gipsplatten nach DIN EN 13501-1 geprüft und klassifiziert.
In der Regel sind Gipsplatten nach DIN EN 520 nichtbrennbar. Die Klassifizierung nach DIN EN 13501-1 lautet A2-s1-d0. (A2 = nicht brennbar; s1 = kein Rauch; d= kein brennendes Abfallen/Abtropfen)

Weitere Informationen zum Brandschutz und zur DIN 4102/DIN EN 13501



Plattentypen, Verwendung und Kennzeichnung von Gipsplatten

Gipsplatten nach DIN EN 520 können Leistungsmerkmale mehrerer Plattentypen aufweisen. In diesem Fall sind in der Bezeichnung der Platte alle Buchstaben aufzuführen, die auf die entsprechenden Leistungsmerkmale hinweisen.

Plattentyp Kurzbezeichnung DIN 18180 Kurzbezeichnung DIN EN 520 Anwendungsbereich Farbe Karton Farbe Aufschrift
Bauplatten GKB Typ A sämtliche Trockenbauarbeiten ohne Anforderungen weiß bis gelblich blau
Feuerschutzplatten GKF Typ DF sämtliche Trockenbauarbeiten mit Anforderung an die Feuerwiderstandsdauer weiß bis gelblich rot
Bauplatten - imprägniert GKBI Typ H2 verzögerte Wasseraufnahme; Verwendung insbesondere in Feuchträumen grünlich blau
Feuerschutzplatten - imprägniert GKFI Typ DFH2 Anforderungen an Feuerwiderstandsdauer insbesondere in Feuchträumen grünlich rot
Putzträgerplatte GKP Typ P Putzträger auf Unterkonstruktion grau blau
Gk-Lochplatten, Schlitzplatten oder Kassetten - - Akustikdecken und als gestalterische Elemente - -
Beschichtete Gipskartonplatte - - Dampfsperre, Strahlenschutz, Dekoration etc. - -
Gipskaton-Verbundplatte - - Gk-Platte mit Dämmstoff kaschiert für Wärmedämmung und Schallschutz - -
GK-Zuschnittsplatten - - werkmäßig weiterverarbeitete Gk-Platte, wie z.B. GK-Kassetten - -
Formbare Gipsbauplatten - - dünne, flexible GK-Platten zur Beplankung von Konstruktionen mit geschwungenen Formen - -
Gips-Kasetten ohne Kartonummantelung - - dekorative Deckenkassetten für Einlegemontage - -

Loch-und Zuschnittplatten nach DIN 18180 werden europäisch nicht in DIN EN 520 Gipsplatten, sondern in DIN EN 14190 Gipsplattenprodukte aus der Weiterverarbeitung geregelt.
Verbundplatten nach DIN 18184 werden voraussichtlich ab September 2006 europäisch harmonisiert geregelt in DIN EN 13950 “Gips-Verbundplatten zur Wärme- und Schalldämmung“.

Jede Gipsplatte ist nach DIN EN 520 mit dem Firmen- oder Markennamen, einem Hinweis auf das Herstellerwerk, der DIN-Hauptnummer, dem Kurzzeichen der Plattenart, der Baustoffklasse nach DIN 13501 und den einheitlichen Überwachungszeichen zu kennzeichnen.



Längskantenausbildung von Gipskartonplatten

Hinsichtlich der Kantenformen und -bezeichnungen ergeben sich zwischen der DIN 18180und der DIN EN 520 keine Änderungen.

Bezeichnung Abkürzung Verwendung
Halbrunde abgeflachte Kante HRAK zur Verspachtelung mit und ohne Bewehrungsstreifen
Abgeflachte Kante AK bei Verspachteln der Fugen, das Abflachen dient zur Aufnahme der Fugenverspachtelung
4-seitig abgeflachte Kante 4 AK erhöhte Anforderung an Deckenebenheit
Halbrunde Kante HRK zur Verspachtelung ohne Bewehrungsstreifen
Runde Kante RK vorwiegend bei Putzträgerplatte
Volle Kante VK vorwiegend zur Trockenmontage ohne Verspachtelung




Gipsfaserplatten

Gipsfaserplatten sind ein faserverstärkter Werkstoff, der aus einem Gemisch aus Gips und Zellulosefasern besteht. Die Platten sind eben, rechtwinklig und vierseitig scharfkantig.
Die Zellulosefasern werden überwiegend aus Altpapier gewonnen, das zerkleinert und zerfasert wird. Die Gipsmasse wird in einem Mischer mit den Fasern durchsetzt. Die gründlich vermischte Masse wird dann auf ein Streuband aufgebracht, bewässert und untere hohem Druck gepresst oder gewalzt. Nach dem Abbinden durchlaufen die Platten einen Trockner. Es entsteht eine homogene, mit Zellulosefasern verstärkte Platte.
Gipsfaserplatten sind zur Zeit nicht genormt, sie unterliegen allerdings der Eigenüberwachung der Hersteller sowie einer Fremdüberwachung durch anerkannte Materialprüfungsinstitute, sofern Prüfbescheide und bauaufsichtliche Zulassungen diese vorschreiben.
Die Platten können für die selben Verwendungszwecke wie Gipsplatten eingesetzt werden - zum Teil auch darüber hinaus. Unabhängig vom Anwendungsbereich kommt grundsätzlich nur ein Plattentyp zur Anwendung. Gipsfaserplatten dienen als Wand- und Deckenbekleidung, als Decklage von Unterdecken sowie für die Bekleidung von Montagewänden. Sie werden auch zur Herstellung von Gipsfaser-Verbundplatten verwendet.
Zusätzlich finden Gipsfaserplatten Anwendung als Trockenunterböden, auch in Verbindung mit Hartschaum oder Mineralwolle zur Trittschall- und Wärmedämmung, sowie für den Brandschutz. Gipsfaserplatten werden des weiteren für Hohlraum- und Doppelbodensysteme eingesetzt und finden als Trägerplatte für Furniere und Beschichtung Anwendung.
Gipsfaserplatten sind in den Dicken 10, 12,5, 15 und 18 mm im Handel erhältlich. Die Rohdichte liegt zwischen 1150 und 1400 kg/m2. Nach den Prüfbescheiden der Hersteller hinsichtlich des Brandverhaltens sind die Platten der Baustoffklasse A2, nicht brennbar, eingestuft. Das dichte Gefüge mit der inneren Armierung aus Zellulosefasern verleiht dem Produkt weitgehend isotrope Festigkeitseigenschaften und erhöht die Zähigkeit gegenüber Gipsplatten. Gipsfaserplatten können in allen für den Trockenbau relevanten Bereichen einschließlich häuslicher Bäder und ähnlich genutzter Räume eingesetzt werden. Das Sorptionsverhalten von den Platten und der damit verbundene Einfluss auf das Raumklima sind grundsätzlich ähnlich wie bei Gipsplatten.




Bauphysikalische Eigenschaften von Gipsplatten und Gipsfaserplatten

Bauphysikalische Eigenschaft Gipsplatte Gipsfaserplatten
Rohdichte 800 - 1000 kg/m3 1150 - 1400 kg/m3
Ausgleichsfeuchte
20° C, 65% rel. Luftfeuchte
ca. 0,5 Masse % ca. 1,00 Masse %
Wärmeleitfähigkeit
Rechenwert nach DIN 4108 Teil 4
0,21 W/mK 0,36 W/mK
Wasserdampfdiffusionswiderstand u
DIN 4108 Teil 4
6-10 - 11 -
feuchteabhängige Längenänderung
bei freier Dehnung
5-8 * 10-6 je % r.F. keine Angabe
temperaturbedingte Längenänderung
bei freier Dehnung
1,3-2,0 * 10-5 je °K keine Angabe
Schwind-/Quellmaß
20 °C, Veränderung der rel. Luftfeuchte um 40%
keine Angabe ca. 0,5 mm/m
Dickenquellung
nach 24h Wasserlagerung
keine Angabe ca. 1 %




Dämmstoffe

Unter dem Begriff Dämmstoffe werden im Bauwesen Materialien bezeichnet, die den Wärmeschutz, den Schallschutz und den Brandschutz positiv beeinflussen. Um die Anforderung an die meisten Konstruktionen im Bezug auf den Wärme-, Schall- und Brandschutz zu erfüllen, ist der Einsatz von Dämmstoffen zwingend erforderlich.
Klassisches Einsatzgebiet für Dämmstoffe ist der Wärmeschutz insbesondere an der Außenfassade. Hier sind die Anforderungen, wie sie in der Wärmeschutz-Verordnung festgelegt sind, stark gestiegen. Im Innenbereich werden Dämmstoffe hauptsächlich für den Schall- und den Brandschutz verwendet, aber auch die Wärmedämmung spielt eine Rolle. Auch beim Schall- und Brandschutz sind die Anforderungen an die Dämmstoffe und die Konstruktionen ebenfalls stark gestiegen. Im Wohn- und Arbeitsbereich gilt es, die Lärmbelästigung gering zu halten und durch sinnvolle Brandschutzanforderungen dem Personenschutz zu dienen.

Dämmstoffe müssen bauaufsichtlich zugelassen sein; eine Güteüberwachung findet statt. Für die meisten Dämmstoffe gibt es Stoffnormen, in denen Mindestanforderungen und Anwendungsbereiche festgelegt sind. In den Dämmstoffnormen und fast allen bauaufsichtlichen Zulassungen werden die einzelnen Produkte sogenannten Anwendungstypen zugeordnet, die durch ein Kurzzeichen gekennzeichnet sind.

Für Trockenbaubauarbeiten werden hauptsächlich Mineralwollen verarbeitet. Das sind insbesondere Glaswolle (für Zwischensparrendämmung, Trennwandplatten etc.) und Steinwolle (für Brandschutzkonstruktionen).
Verbundplatten für die direkte Wandmontage oder Fußbodenverlegeplatten mit Dämmstoffen bestehen aus Gipsplatten mit EPS-Dämmplatten oder Mineralwolleplatten. Ausgleichsschüttungen kommen mit Dämmstoffen aus Blähperlite oder Blähton zur Anwendung.
Andere Dämmstoffe wie etwa Zellulosedämmungen kommen im Trockenbau aufgrund der höheren Materialkosten und der teilweise geringeren Dämmleistung seltener vor.


Weitere Informationen zu Dämmstoffen finden Sie hier.



Unterkonstruktion

Für die Konstruktion aus freistehenden Vorsatzschalen, nichtragenden Montagewänden und Unterdecken werden häufig Metallprofile verwendet. Holzunterkonstruktionen werden außer beim Dachgeschossausbau in leichten Innenausbau weniger verwendet, da bei Metellprofilen keine Verformung durch Feuchtigkeit auftreten können und sie auch im Brandverhalten wesentlich günstiger sind. Die Metallprofile sind leicht, verwerfungsfrei, passgerecht und nicht brennbar. Die Profile werden aus korrosionsgeschütztem (verzinktem) dünnwandigen Stahl durch Kaltverformung hergestellt. Gipsplatten und Gipsfaserplatten können ohne vorbohren direkt mit Schnellbauschrauben auf der Unterkonstruktion befestigt werden.
Die Metallprofile gibt es in verschiedenen Dicken, Breiten und Längen.




Standard-Wandprofile aus Metall

Profilkurz-
zeichen
Benennung Breite
in mm 1)
Nenn-Blechdicke
in mm
CW 30 x 06 C-Ständerprofil
für Wände
28,8 0,6
CW 50 x 06 48,8 0,6
CW 50 x 07 48,8 0,7
CW 50 x 1,0 48,8 1,0
CW 75 x 06 73,8 0,6
CW 75 x 07 73,8 0,7
CW 75 x 1,0 73,8 1,0
CW 100x 06 98,8 0,6
CW 100 x 07 98,8 0,7
CW 100 x 1,0 98,8 1,0
UW 30 x 06 U-Anschlußprofil
für Wände
30 0,6
UW 50 x 06 50 0,6
UW 75 x 06 75 0,6
UW 100 x 06 100 0,6
UA 50 x 20 U-Aussteifungsprofil 48,8 2,0
UA 75 x 20 73,8 2,0
UA 100 x 20 98,8 2,0
1) +/- 0,2 mm>

Metallprofile mit den Breiten von 125 mm und 150 mm kommen selten zur Ausführung.




Standard-Deckenprofile aus Metall für Gipskarton

Profilkurz-
zeichen
Benennung Breite
in mm 1)
Nenn-Blechdicke
in mm
CD 48/27 C-Profile
für Decke
48 0,6
CD 60/27 60 0,6
UD 28 U-Anschlußprofil
für Wände
28 0,6
1) +/- 0,2 mm




Befestigungsmittel

Für die Befestigung von Trockenbauplatten auf Metall- und Holzprofilen werden Schrauben, Nägel, Klammern, Nieten, Crimpern oder Klemmen verwendet. Werden Trockenbauplatten direkt auf dem Untergrund befestigt, so verwendet man Ansetzgipse und Kleber. Jede Befestigungsart hat ihre Vor- und Nachteile und einen bestimmten Einsatzbereich.

Schrauben sind auf die Trockenbauplatten so abgestimmt, dass der Trompetenkopf fransenfrei in die Platte versenkt werden kann. Die Form der Schraube ist so gestaltet, dass der erforderlich Vortrieb zum Bohren gewährleistet wird, ohne dass ein Gipsauswurf stattfindet. Zudem bildet die Schraubspitze einen hohen Kragen im Metallprofil, in dem der Sitz der Schraube gewährleistet ist.
Bei den Schnellbauschrauben unterscheidet man Schrauben mit Feingewinde für Metallprofile sowie Schrauben mit Grobgewinde für Holzprofile. Ebenso gibt es unterschiedliche Schrauben für Gipsplatten und Gipsfaserplatten. Schnellbauschrauben können auch zur Verbindung von Hölzern untereinander eingesetzt werden, z.B. bei abgehängten Decken.
Schnellbauschrauben müssen nach DIN mindestens 10 mm in Metallprofile und mindestens 20 mm in Holzprofile tief eindringen.
Das Nageln von Trockenbauplatten auf eine Unterkonstruktion wird nicht so häufig ausgeführt. Die Nägel werden mit Pressluft eingenagelt.
Werden Trockenbauplatten untereinander verbunden, etwa bei der Ummantelung von Stützen, Rohkästen oder dergleichen, verwendet man Klammern. Es dürfen heute nur noch Klammern mit symmetrischen Spitzen mit einer Mindestdrahtdicke von 1 mm verwendet werden. Die Länge der Klammern richtet sich nach der Plattenart, der erwünschten Konstruktion (Brandschutz etc.) sowie nach dem Drahtdurchmesser.
Nieten werden nur zur Befestigung von Metallprofilen untereinander eingesetzt. Sie werden vor allem deshalb verwendet, weil der Flachrundkopf der Niete weniger aufträgt als der Zylinderkopf von Schrauben. In der Regel gelangen Nieten mit einer Schaftlänge von 4,5 mm und einem Durchmesser von 3,00 mm zur Anwendung, die mit 3,2 mm Durchmesser vorzubohren sind. Bevorzugt werden Nieten beim Einbau von Riegeln für Türen und Fenstern eingesetzt. Ihr Einsatz ist nicht empfehlenswert für die Halterung von Türzargen.
Das Crimpern als Befestigungsmittel ist ebenso wie das Nieten nur für Metallprofile untereinander möglich. Dabei wird ein Dorn durch zwei aufeinanderliegende Bleche gedrückt und verbindet diese so miteinander. Diese Art einer Befestigung ist nur für das Vorfixieren von Metallständerkonstruktionen zulässig. Anschließend muss die Konstruktion vernietet oder verschraubt werden.
Klemm-Montage eignet sich für folienkaschierte Trockenbauplatten oder Dekorplatten. Die Auflagerbreite der Trockenbauplatte wird auf ca. 10 mm reduziert, um das Hutprofil einbauen zu können. Das Hutprofil kann gleichzeitig auch Regalträger sein. Hutprofile ohne Regalträger erhalten zur Abdeckung der Schraubköpfe Abdeckprofile aus PVC oder Aluminium.

Müssen Trockenbauplatten aus konstruktiven oder ästhetischen Gründen ohne sichtbare Befestigungen eingebaut werden, so wird geklebt. In Fällen, wo z.B. die Befestigung von Dekorplatten unsichtbar sein soll, werden diese Platten auf zuvor verschraubte Grundplatten aufgeklebt. Die Verklebung erfolgt dabei im Dünnbettverfahren.
Sollen Trockenbauplatten als Trockenputz aufgebracht werden, verwendet man zur Befestigung Ansetzgips. Diese Anwendung ist auf ebene Wände mit tragfähigem Untergrund beschränkt.




Spachtelung

Für Gipslatten werden je nach Fugenart und dem teilweise erforderlichen Bewehrungsstreifen unterschiedliche Spachtelmassen verwendet. Als Spachtelmassen gelangen gipshaltige Fugenfüller, Jointfüller (gipsfrei) und gebrauchsfertige Spachtelmassen zum Einsatz. Als Bewehrungsstreifen verwendet man solche aus Glasfaser, aus Papier und aus Kunstfaser-Gittergewebe. Glasfasergewebe sind nur für die Handverarbeitung einsatzfähig, während Papierstreifen sowohl für die Handverarbeitung als auch für die Maschinenverarbeitung eingesetzt werden können. Kunstfaser-Gittergewbe zeichnen sich durch eine hohe Reißfestigkeit aus.

Qualitätsstufen von Spachtelarbeiten im Trockenbau

Das Problem bei der Verspachtelung von Gipsplatten liegt darin, dass es keine Norm in Bezug der Oberflächen und der Ebenheitsqualitäten gibt. Um der DIN 18202 (Maßtoleranzen im Hochbau, Bauwerke) zu genügen, reicht in der Regel ein Spachtelgang aus.

Bis vor kurzem gab es zwei Qualitätsstandard bei der Spachtelung von Gipsplatten. Bei der Standardverspachtelung sollte deren Oberflächenqualität ausreichend für normale Dispersionsfarbanstriche mit der Lammfellrolle oder Tapeten in Raufaserqualitäts ein. Alle höheren Qualitätsanforderungen verlangten die Sonderverspachtelung, die aber gezielt ausgeschrieben werden musste.
Im Juni 2002 wurde das Merkblatt Nr.2 "Verspachtelung von Gipsplatten -Oberflächengüten" des Bundesverbandes der Gips und Gipsplattenindustrie in Zusammenhang mit der BAKT (Bundesarbeitskreis Trockenbau) und den Handwerksverbänden (u.a. dem Deutschen Stuckgewerbebund) überarbeitet und neu herausgegeben.
In diesem Merkblatt sind nun vier Qualitätsstufen der Oberflächengüte beschrieben:

Q 1 - Qualitätsstufe 1
An die Oberflächen werden keine optischen (dekorativen) Anforderungen gestellt. Es reicht eine Grundverspachtelung der Fugen und der Befestigunsmittel.
Q 2 - Qualitätsstufe 2
Diese Verspachtelung entspricht der früheren Standardverspachtelung. Nach der Grundverspachtelung (Q1) müssen die Fugen, Befestigungsmittel, Innen- und Aussenecken sowie Anschlüsse bis zum Erreichen eines stufenlosen Überganges zur Plattenoberfläche nachgespachtelt werden.
Q3 - Qualitätsstufe 3
An die Oberfläche werden erhöhte Ansprüche gestellt. Nach der Standardverspachtelung (Q2) müssen die Fugen breit ausgespachtelt sowie durch scharfes Abziehen der restlichen Kartonoberfläche die Poren mit Spachtelmasse geschlossen werden.
Q4 - Qualitätsstufe 4
Die Qualitätsstufe 4 erfüllt die höchsten Anforderungen an die gespachtelte Oberfläche. Um dieses zu erreichen, muss man die Oberfläche vollflächig spachteln oder abstucken. Nach der Standardverspachtelung (Q2) werden die Fugen breit ausgespachtelt sowie die gesamte Fläche vollflächig mit geeigneter Spachtelmasse bis zu 3 mm dick überzogen und geglättet.
Die Oberflächen mit der Qualitätsstufe 4 eignen sich insbesondere für hochwertige Lasuren und Anstriche sowie für die Spachtel- und Glätttechnik.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Spachtelarbeiten der Qualitätsstufe Q4 die Firma ausführt, die später auch die Endbschichtung aufbrngt.

In Bezug auf die Ebenheitstoleranzen sollte bei den Qualitätsstufen Q3 und Q4 stets die erhöhten Werte aus der DIN 18202 Tabelle 2 Zeile 7 (erhöhte Anforderung) erreicht werden. Den Qualitätsstufen Q1 und Q2 liegt die Zeile 6 (Mindestanforderung) zugrunde. Diese Tabelle beschreibt die Ebenheit der Oberfläche.

Für das Erreichen der Qualitätsstufen Q2, Q3 und Q4 ist es Voraussetzung, dass zwischen den einzelnen Arbeitsschritten die erforderlichen Trocknungszeiten eingehalten werden.
Um die Qualitätsstufen Q3 und Q4 zu erhalten, ist es zwingend notwendig, dass diese zusätzliche Leistungen auch in der Ausschreibung eindeutig und erschöpfend beschrieben sind und vertraglich vereinbart werden. Sicherheitshalber sollte die spätere Endbeschichtung beschrieben sein. Wird in der Ausschreibung keine Angaben zu den Oberflächen und der Ebenheit genannt, wird immer eine Standardverspachtelung (Q2) ausgeführt.
Ist bei der Abnahme vorgesehen, dass Streiflicht als Abnahmekriterium zum Tragen kommt, ist dieses ebenfalls vorher festzulegen und vertraglich zu vereinbaren. In diesem Fall ist vom Auftraggeber dafür zu sorgen, dass bei den Spachtelarbeiten vergleichbare Lichtverhältnisse vorhanden sind.

Bei Gipsfaserplatten wird in der Regel nur gipshaltiger Fugenfüller verwendet. Die Fugen der mit Abstand von ca. 5 mm montierten Platten werden bis auf den Fugengrund mit Spachtelmasse ausgefüllt. Gegebenenfalls ist eine Nachspachtelung mit dem selben Material erforderlich.

Die nachfolgenden Oberflächenbehandlungen ( Anstriche, Tapeten etc.) dürfen erst ausgeführt werden, wenn das Spachtelmaterial abgebunden und durchgetrocknet ist.




Oberflächenbeschichtung

Grundierung
Durch Grundierung wird das unterschiedliche Saugverhalten von Karton bzw. Gips- und Spachtelflächen ausgeglichen. Zum Grundieren von Gipsplatten und Spachtelflächen sind zu verwenden:

wasserverdünnbare Grundbeschichtungsstoffe
feindisperse Kunststoffdispersionen oder Kunstharzemulsionen
lösungsmittelverdünnbare Grundbeschichtungsstoffe

Die geeignete Grundierung ist je nach weiterem Beschichtungsaufbau auszuwählen. Das verwendete Material muss auf seine Untergrundverträglichkeit geprüft werden. Flächen, die längere Zeit ungeschützt waren, können durch Lichteinfall vergilben oder durch Restfeuchte im Material ausbleichen. In solchen Fällen müssen die entsprechenden Bereiche mit einem gesonderten Absperrmittel überstrichen werden.

Farbanstrich
Mineralfarben und Kalkfarben sollten auf Gipsuntergründen nicht verwendet werden, außer wenn deren Eignung vom Hersteller nachgewiesen wurde. Silikatfarben können verwendet werden, sofern diese auf Dispersionsbasis hergestellt sind. Dispersionsfarben sind ohne Einschränkungen möglich.

Weitere Beschichtung
Als weitere Beschichtungen auf Gipsplatten können Tapeten aus allen gängigen Materialien mit dem geeigneten Tapetenkleber aufgebracht werden. Außerdem können Strukturputze auf Kunstharz- oder Dispersionsbasis aufgezogen und strukturiert werden.
Ebenfalls ist auch der Auftrag von Akustikputzen möglich. Da diese Putze mit den Gipskartonplatten ein geschlossenes System darstellen, sind unbeding die Verarbeitungsvorschriften der Systemhersteller zu beachten.