Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS)

Stuck Nagel Berlin

Referenzliste Wärmedämmung

Außenseitige Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) sind Baustoffsysteme bei denen die Dämmplatte direkt auf der Außenseite einer Außenwand befestigt und mit einem bewehrten Unterputz und einer Oberflächenschicht - meist einem Oberputz - versehen werden.
Wärmedämm-Verbundsysteme werden seit Mitte der fünfziger Jahre in der Praxis angewendet; ab Mitte der sechziger Jahre wurden WDV-Systeme in zunehmend größeren Umfang eingesetzt.
Die heutigen Anforderungen aller Wärmeschutzverordnungen und der neuesten Energieeinsparverordnung lassen sich mittels Wärmedämm-Verbundsystemen unkompliziert erfüllen.
Wie sein Name aussagt handelt es sich beim Wärmedämm-Verbundsystem um ein System, bei dem alle Schichten miteinander und mit dem Untergrund fest verbunden sind. Alle Systembestandteile sind aufeinander abgestimmt. Deshalb dürfen nur geschlossene Systeme eines Herstellers angewendet werden, diein einer bauaufsichtlichen Zulassung beschrieben sind. Die Kombination von systemfremden Materialien oder Produkten verschiedener Lieferanten kann dazu führen, daß sowohl die bauphysikalischen Funktionen als auch die Dauerhaftigkeit gefährdet sind.
“System“ leitet sich aus dem griechischen systema =“Gebilde“ ab und bedeutet soviel wie “ein in sich geschlossenes, geordnetes und gegliederrtes Ganzes, ein Gefüge von Teilen, die voneinander abhängig sind, ineinander greifen oder zusammen wirken“. Viele Einzelbestandteile werden kombiniert, um als Ganzes zu funktionieren. Werden einzelne Komponenten geändert oder ausgetauscht oder bestimmte Schritte nicht eingehalten, kann es zum Kollaps kommen: das Ganze ist nicht mehr geschlossen. Deshalb ist es bei Wärmedämm-Verbundsystemen wichtig, dass im System, genauer in einem System gearbeitetr wird. Das bedeutet:

Es ist ausschließlich ein geprüftes und vom DIBt zugeassenes WDVS einzusetzen
Alle Systemkomponenten sind, wie in der Zulassung gefordert beziehungsweise zwingend vorgeschrieben, von einem Zulassungsinhaber (Anbieter/Hersteller) zu liefern
Sämtliche Arbeitsschritte und Details (insbesondere Anschlüsse und Fugenausbildung) sind nach dem Stand der Technik, geltenden Gesetzen und Regelwerke sowie den technischen Richtlinien der Zulassung auszuführen

Gerade die Beachtung der Systembindung wird leider immer wieder vermisst und führt zu einem Verlust der Zulassung. Grund für das Mischen von Systemen ist eine kostenersparnis, da immer das günstigste Material eingebaut wird.



Durch die Kombination verschiedener Befestigungsmöglichkeiten, verschiedenartiger Dämmstoffe, unterschiedlicher Unterputze und vielfältiger Oberflächengestaltung können WDVS-Systeme auf die jeweiligen Gegebenheiten, Anforderungen und Wünsche maßgeschneidert und optimal angepasst werden.

Die Systeme werden beschrieben in den Normen DIN EN 13499 (Wärmedämmstoffe für Gebäude - Auseitige Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) aus expandiertem Polystyrol - Spezifikation) und DIN EN 13500 (Wärmedämmstoffe für Gebäude - Auseitige Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) aus Mineralwolle - Spezifikation), die Verarbeitung wird in der DIN 55699 (Verarbeitung von Wärmedämm-Verbundsystemen) geregelt.
Ab 2005 gibt es eine eigene Allgemeine Technische Vertragsbedingung (ATV Wärmedämm-Verbundsystem - DIN 18345) in der VOB/C (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen).


Bei den Wärmedämm-Verbundsystemen gibt es vier unterschiedliche Systeme, die am häufigsten zur Anwendung kommen:

Polystyrol-Hartschaum (expandiertes Polystyrol EPS)

Dem Dämmstoff Polystyrol-Hartschaum liegt die DIN EN 13163 (Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol EPS) zugrunde. Bei der Herstellung kommen natürliche Rohstoffe zum Einsatz. Polystyrol ist als umweltgerechter Baustoff einzustufen, ist FCKW- und Formaldehyd- frei, lässt sich problemlos entsorgen und kann nach erfolgten Recycling wieder in den Produktionsprozess gelangen. EPS-Dämmplatten mit bauaufsichtlicher Zulassung entsprechen der Baustoffklasse B1 (schwerentflammbar) nach DIN 4102.
Das zentrale Dämmelement sind Fassadendämmplatten aus expandiertem Polystyrol, einem universal einsetzbaren und äußerst preiswerten Material - besser bekannt unter dem Begriff Styropor. Das EPS-System eignet sich sowohl für die Dämmung von Neu- als auch von Altbauten und lässt sich individuell an jede Fassade anpassen. Während bis vor kurzer Zeit fast ausschließlich Dämmplatten mit einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) 040 und WLG 035 zur Ausführung kamen, werden immer häufiger Dämmplatten mit einer WLG 032 eingesetzt. Diese Generation von Dämmplatten reduziert die erforderliche Dämmstoffstärke bei gleichem Wärmeschutz um rund 20%. Die auch für Passivhäuser zertifizierte Dämmplatte ermöglicht es erstmals, den bei diesen Bauten geforderten U-Wert von 0,15 W/m2K mit einem WDVS von nur 20 Zentimeter zu erreichen. Generel führt schlankere Dämmung zu Vorteilen - kürzere Dübel,schmalere Sockelleisten und Fensterbänke. Zudem optimiert der elastifizierte Aufbau die Schallschutzeigenschaften der bauaufsichtlich zugelassenen Dämmplatte.
EPS-Dämmplatten stehen werkseitig mit verschiedenen Kantenausbildungen zur Verfügng. Haupsächlich werden Dämmplatten mit stumpfer Kantenausbildung verwendet. Weiterhin kommen Dämmplatten mit Nut und Feder und Stufenfalz zur Anwendung. Doch deren Anteil liegt unter 10%.
Weiterhin stehen spezielle Dämmplatten zur Verfügung, wie z.B. eine hochdiffusionsoffene EPS-Dämmplatte, eine elastifizierte, schallschutzverbessernde EPS-Dämmplatte sowie eine Dämmplatte für mechanisch besonders beanspruchte Flächen mit harter, schlagfester Oberfläche.
EPS-Dämmstoffsysteme sind nur bis zu der Hochhausgrenze von 22 m zugelassen.

Resol-Dämmstoff

Auch bei den Dämmstoffen bleibt die technische Entwicklung nicht stehen; die Industrie entwickelte aufgrund der höheren gesetzlichen Vorgaben Dämmplatten aus Resol-Hartschaum mit einer WLG 022. Die neue Generation von Dämmplatten reduziert die erforderliche Dämmstoffstärke bei gleichem Wärmeschutz um rund 30%. Die Befestigung der Dämmplatten an der Fassade erfolgt mit speziell auf die Dämmplatte abgestimmte Klebemörtel, die mit speiwellem Armierungsmörtel armiert werden müssen. Eine Verdübelung ist ebenfalls notwendig.
Resol-Hartschaum ist ein duroplastischer Kunststoff, der hauptsächlich aus Bakelit besteht. Bakelit wiederum ist ein vollsynthetischer Kunststoff auf der Basis von Phenolharz. Es ist sehr strapazierfähig. Das Material ist 100% FCKW und H-FCKW frei.
Vorteil dieser Dämmplatte ist die geringe Dicke um die aktuelle Energieeinsparverordnung einzuhalten. Allerdings schreckt viele Auftraggeber die enormen Kosten dieser Dämmung ab.

Mineralwolle

Das mineralische WDV-System ist ein nicht brennbares Dämmsystem. Herzstück des Systems sind Mineralwolledämmplatten der Baustoffklasse A 1 nach DIN 4102, d. h. sie enthalten keinerlei brennbare Bestandteile. Die Platten bestehen aus Steinfasern, die mit Phenolharz zu einer Platte verbunden wurden. Das System bietet beste bauphysikalische Eigenschaften sowie allerbesten Schallschutz und bietet alle Möglichkeiten für eine individuelle, vielfältige Fassadengestaltung. Mineralische Dämmsysteme finden mit steigender Tendenz Eingang in den Markt der Wärmedämmung. Die Mineralfaserdämmplatten stehen mit den als WLG 040 (MW-Platen HD) und WLG 035 (MW-Platen WV) zur Verfügung.
Weiterhin gibt es Mineralwolle-Lamellenplatte mit einer beidseitigen Haftbrückenbeschichtung. Unterschied zwischen beiden Dämmplatten ist, dass bei der Lamellenplatte die Mineralfasern senkrecht zur Fassadefläche stehen und nicht parallel wie bei den normalen Mineralfaserplatten. Diese Platte ist flexibler und biegsamer als normale Mineralwollplatten und müssen in der Regel nicht verdübelt werden. Sie lässt sich auch leicht an gekrümmten Flächen verarbeiten. Allerdings muss die Mineralfaserlamelle vollflächig geklebt werden, so dass der Untergrund absolut eben sein muss, da keine Unebenheiten ausgeglichen werden können.

Zusätzlich gibt es auf dem Markt nicht brennbare, faserfreie mineralische Dämmplatten (Mineralschaum) der WLG 045 auf der Basis von aufgeschäumten Calciumsilikat.

Für Hochhäuser (Gebäude über 22 m Höhe) oder für Einrichtungen mit viel Personenverkehr gelten besondere Bauvorschriften bezüglich des baulichen und vorbeugenden Brandschutzes. So dürfen zur Dämmung solcher Fassaden nur nicht brennbare Materialien der Baustoffklasse A eingesetzt werden. Aber auch bei brandgefärdeten Gebäuden wie z. B. bei Holzhäusern empfiehlt sich ein Dämmmaterial mit besonderen Brandschutzeigenschaften.

Sockeldämmung (extrudiertes Polystytrol XPS)

Der Sockelbereich ist der mit am stärksten belastete Bereich der Fassade. Feuchtigkeit, Spritzwasser, Schmutz sowie mechanische Belastungen erfordern hier besondere Schutzmaßnahmen. Das WDV-System Sockel ist speziell auf diese hohen Anforderungen abgestimmt. Die Sockeldämmplatten sind aus schwer entflammbarem Polystyrol, die Sockel- und Perimeterdämmplatten sind auch für die Anwendung bis zu 3m im erdberührten Bereich zugelassen. Bevor die Dämmung angebracht wird, muss jedoch sichergestellt sein, dass Niederschlagswasser von der Fassade weggeleitet wird. Außerdem ist der in den erdberührten Bereich geführte Sockelputz bis zur Geländeoberkante mit einem Feuchteschutz, z. B. einen Bitumenanstrich oder einer flexiblen Dichtungsschlämme zu versehen.

Schienensystem

Abgeplatzter, mürber Putz, Risse oder Schmutz, unebene oder nicht klebegeeignete Untergründe stellen herkömmliche WDV-Systeme vor große Probleme. Denn wenn die Dämmplatten nicht sicher und dauerhaft befestigt werden können, ist eine Außenwanddämmung nicht möglich. Das WDV-System Schiene wird mit einem System aus Halte- und Verbindungsleisten sowie mit Spezialdübeln mechanisch im tragenden Mauerwerk verankert. Als Dämmschicht können sowohl EPS- als auch Mineralwolle-Dämmplatten verwendet werden. So können selbst schadhafte, nicht tragfähige Wandoberflächen sicher und dauerhaft gedämmt werden. Unebenheiten und Vorsprünge werden problemlos ausgeglichen.
Damit ist das System Schiene ein ideales WDV-System für Renovierung und Sanierung.

Vakuum-Dämmung

Drei Jahre nach der Einführung einer Fassadendämmung auf Basis von Resol-Hartschaum mit der Wärmeleitgruppe (WLG) 022 wurde ein neues Wärmedämm-Verbundsystem mit einer WLG von 007 entwickelt. Dabei handelt es sich um hochwärmedämmende Vakuum-Isolationspaneele, die dank einer neuen Verlegetechnik, baustellengerecht, nahezu ohne leistungsmindernde Wärmebrücken verarbeitet werden können. Wärmebrücken waren bis jetzt das Größte Problem war der Vakuum-Dämmung.
Die empfindlichen Vakuum-Isolationspaneele (VIP) sind bei dem neuen System in EPS-Platten integriert und dadurch vor Beschädigungen auf der Baistelle wirkungsvoll geschützt. Zudem können die Dämmplatten in den 4 cm breiten Randbereichen geschnitten und auch gedübelt werden, ohne das der Vakuum-Kern beschädigt wird. Damit ist das System auch für die energetische Sanierung von Bestandsbauten geeignet.
Der Hauptvorteil des Systems ergibt sich aber aus der Verlegung der Dämmplatten in zwei Ebenen. Die erste Ebene besteht aus den so genannten Plates, die direkt auf dem Mauerwerk verklebt und gedübelt werden kann. Auf dies Plates werden dann in einem zweiten Schritt die Lock-Platten aufgebracht, die das System verschließen. Die Dämmplatten sind so konstruiert, dass sich die Vakuum-Isolationspaneele stets überlappen. Trotz des Aufbaus auf zwei Ebenen bleibt die Fassade schlank und filigran. Abhängig vom Objekt genügt bereits eine Schichtdicke von neun Zentimetern, um auf Passivhaus-Niveau zu dämmen.
Zum System gehört auch eine spezielle Lock-Plate-Planer-Software. Damit können selbst komplizierte Fassaden mit viele Fensterflächen einfach und schnell geplant werden. Die Software errechnet den erforderlichen Dämmstoffbedarf und verteilt die Lock-Plate-Platten so effizient wie möglich auf der Fassade.
Die Software erstellt ebenfalls einen Verlegeplan an den man sich bei der Verarbeitung ebenfalls halten muss. Denn nur Feinjustierungen sind aufgrund der vorgegebenen Plattengröße (Plate- aus EPS 50x 50 cm und 100x50 cm) über die zuschneidbaren Randbereich möglich. Die in EPS eingepackten Vakuum-Isolationspanneele selbst lassen sich auf der Baustelle nicht zuschneiden. Auch eventuelle Durchdringungen müssen daher vorab in den Planungen berücksichtigt werden.



In Abhängigkeit des gewählten Systems, den Untergrundgegebenheiten und Gebäudehöhe sind verschiedene Befestigungarten möglich. Bei klebegeeigneten Untergründen dürfen WDV-Systeme mit EPS- und Mineralwolle-Lamellenplatten (nur vollflächig) ausschließlich durch Verkleben befestigt werden. Zu den klebegeigneten Untergründen zählt u.a. ebenes, ohne haftmindernde Stoffe verunreinigtes Mauerwerk, Beton etc.. Dübel, auch ohne bauaufsichtliche Zulassung dürfen zusätzlich verwendet werden.

Folgende Klebemörtel stehen zur Verfühgung:
  • zementhalige Kleber in Pulverform (Werktrockenmörtel)
  • organisch gebundene Dispersionskleber

Je nach Art des Untergrundes und der Dämmplatten wird der Klebemörtel nach der Punkt-Wulst-Methode bzw. dem Zahnbettverfahren auf die Dämmplatte oder maschinell direkt auf die Wand aufgebracht.
Bei nicht klebegeeignete Untergründen, allen Mineralfaserdämmplatten (außer Lamellenplatten) und Mineralschäume müssen die Dämmplatten verklebt und zusätzlich mit bauaufsichtlich zugelassenen Dübeln befestigt werden. Bei nicht tragfähigen Untergründen ist eine Schienenbefestigung der Dämmplatten sinnvoll.

Dübel für WDVS-Systeme können nach folgenden Kriterien unterschieden werden:
  • bauaufsichtliche Zulassung
  • Verankerung in der Wand (Spreizdübel, Schraubdübel etc.)
  • Verankerung im Dämmstoff (Tellerdübel, Dübel mit versenknaren Köpfen etc.)
Die mehrlagigen, armierten Putzbeschichtungen bestehen in der Regel aus:
  • Unterputz (Armierungsputz)
  • Armierungsgewebe
  • Endbeschichtung

Der Unterputz besteht aus zementgebundenen, pulverförmigen Werktrockenmörteln oder aus organisch gebundenen, pastösen Armierungsmörtel (zementfrei). In ihm wird ein Armierungsgewebe eingelegt. Dieses Armierungsgewebe besteht aus einem alkalibeständigen Glasseidengittergewebe unterschiedlicher Maschenbreite.

Die Auswahl der Oberflächengestaltung lässt keine Wünsche offen:
Putze auf unterschiedlicher Bindemittelbasis in einer Vielzahl von Strukturen und Körnungen stehen zur Verfügung. Diese Putze lassen sich im weißen Farbton liefern oder können nach den Farbtonkarten der jeweiligen Hersteller eingefärbt werden.

Dünschichtige Putze können bis zur einer Korngröße von 6 mm hergestellt werden. Kommen sie als Kratz- oder Rillenputz zur Ausführung werden sie in Kornstärke aufgetragen und verscheibt. Je nach Hersteller ist eine Zwischenanstrich im Farbton des Oberputzes auf den Armierungsputz auszuführen. Nach der DIN 18345 sind für Putze mit einer Korngröße unter 2 mm besondere Maßnahmen nötig, da die geringe Kornstärke keinerlei Grate, geschweide Untergrundunebenheiten ausgleichen kann. Das gleiche gilt für dünnschichtige Glatt- und Filzputze.

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass Wärmedämm-Verbundsysteme zulassungspflichtige Baustoffe sind und die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom Deutschen Institut für Baustoffe vergeben wird, die vom Hersteller des Dämmsystems beantragt werden muss. Die Zulassungsnummer ist in den technischen Merkblättern sowie den Katalogen genannt.

Die Wahl des "richtigen" Wärmedämm-Verbundsystems geht stets eine gründliche Analyse der speziellen Anforderungen voraus, bezogen auf baurechtliche Kriterien, den Untergrundbeschaffenheiten, den gestalterischen Ansprüche bis hin zu den Applikationsmöglichkeiten.
Für die richtige Bemesseung der Dämmstoffstärke, muss der gesamte Wandaufbau und die Wandstärke mit in die Berechnung einbezogen werden.

Ebenso wichtig wie die Wahl des passenden Wärmedämm-Verbundsystems ist die Einhaltung von Detaillösungen in Problembereichen, wie Anschlüsse zu anderen Bauteilen (z.B. Sockel, Fenster, Fensterbänke, Dachüberstand etc.) sowie die Abschluß- und Kantenprofile.

Folgende Ergänzungsprodukte stehen dür Wärmedämm-Verbundsysteme zur Verfühgung:
  • Sockelabschlussschienen
  • Kompri-Bänder (Dichtbänder aus Weichschaum)
  • Anputzprofile
  • Gewebeeckschutzwinkel
  • Diagonalarmierungsstreifen
  • Dehnfugenprofile
  • Fensterbänke mit Zubehör
  • Tropfkantenprofile
  • Spezielle Einbauteile zur Befestigung fremder Bauteile (z.B. Lampen, Schildern etc.) zur Verhinderung von Wärmebrücken


Neben den WDV-System-gebundenen Dämmstoffen Polystyrol und Mineralwolle sind auch andere (allerdings nur wenig gebräuchliche Dämmstoff-Alternativen auf dem Markt:
  • Kork
  • Baumwolle
  • Flachs, Hanf
  • Schafwolle
  • Weichholzfaserplatten
  • Zellulose
  • Schilf, Stroh, Kokos, etc.
  • Schaumglas
  • Perlite
Diese alternativen Dämmstoffe bieten allerdings keine wirkliche Alternative, bedenkt man deren eingeschränkte Mengenverfügbarkeit und Verarbeitungsbeschränkungen hinsichtlich Technik, Normung und Brandschutzanforderungen.


Siehe hierzu auch Informationen zum Thema:
Wärmeschutz
Dämmstoffe
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Energrieausweiss




Dämmstoffstärke

Anhand der nachfolgend beschriebenen Tabelle kann ersehen werden, welche Dämmstoffstärke man bei den unterschiedlichen Wandbaustoffen benötigt, um die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen. Bei der Renovierung bzw. der Sanierung ist nach der Energieeinsparverordnung ein U-Wert von 0,24 W/(mxK) gefordert. Wir möchten darauf hinweisen, dass die nachfolgende Tabelle nur Hinweise auf die Dämmstoffdicke gibt, die eine Berechnung durch einen Fachmann nicht ersetzen kann.



Mauerwerksart Rohdichte kg/dm3 Wärmeleit- zahl Wandstärke in cm U-WertWand Dämmstoff WLG 035 in mm Dämmstoff WLG 032 in mm Dämmstoff WLG 022 in mm
          120 140 160 180 120 140 160 180 90 100 120 140
Vollziegel,
Vollkinker
2,0 0,96 24 2,38 0,25 0,22 0,19 0,17 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,14
30 2,07 0,25 0,21 0,19 0,17 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
36,5 1,82 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,20 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
49 1,47 0,23 0,21 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,19 0,16 0,14
1,8 0,81 24 2,14 0,24 0,22 0,19 0,17 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,85 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
36,5 1,61 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,20 0,19 0,16 0,14
49 1,29 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
1,6 0,68 24 1,91 0,24 0,21 0,19 0,17 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,64 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
36,5 1,41 0,23 0,21 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
1,4 0,58 24 1,71 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,46 0,23 0,21 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,19 0,16 0,14
36,5 1,25 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
1,2 0,50 24 1,54 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,20 0,19 0,16 0,14
30 1,30 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
36,5 1,11 0,22 0,20 0,18 0,16 0,21 0,18 0,16 0,15 0,19 0,18 0,15 0,13
Leichthochlochziegel
nach DIN 105-2
0,8 0,33 24 1,11 0,22 0,20 0,18 0,16 0,21 0,18 0,16 0,15 0,19 0,18 0,18 0,13
30 0,93 0,21 0,19 0,17 0,16 0,20 0,18 0,16 0,15 0,19 0,17 0,15 0,13
36,5 0,78 0,21 0,18 0,17 0,15 0,19 0,17 0,16 0,14 0,18 0,17 0,14 0,13
0,7 0,30 24 1,03 0,22 0,19 0,18 0,16 0,20 0,18 0,16 0,15 0,19 0,18 0,15 0,13
30 0,85 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,17 0,16 0,14 0,18 0,17 0,15 0,13
36,5 0,72 0,20 0,18 0,16 0,15 0,19 0,17 0,15 0,14 0,18 0,16 0,14 0,13
Kalksandstein
nach DIN 106-1 und -2
1,60 0,79 24 2,11 0,25 0,22 0,19 0,17 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,82 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,20 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
36,5 1,58 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,20 0,19 0,16 0,14
1,4 0,70 24 1,95 0,24 0,21 0,19 0,17 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,82 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,20 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
36,5 1,45 0,23 0,21 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
1,2 0,56 24 1,67 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,42 0,23 0,21 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
36,5 1,22 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
Vollsteine (V)
aus Leichtbeton
nach DIN 18151
1,4 0,63 24 1,82 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,20 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,55 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,22 0,19 0,16 0,14
36,5 1,33 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
1,2 0,54 24 1,63 0,24 0,21 0,19 0,17 0,22 0,19 0,17 0,16 0,21 0,19 0,16 0,14
30 1,38 0,23 0,20 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
36,5 1,18 0,22 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
1,0 0,46 24 1,45 0,23 0,21 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
30 1,22 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
30 1,38 0,23 0,20 0,18 0,17 0,22 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
Hochblocksteine aus Leichtbeton
(Hbl) nach
DIN 18151
0,8 0,39 24 1,27 0,23 0,20 0,18 0,16 0,21 0,19 0,17 0,15 0,20 0,18 0,16 0,14
30 1,06 0,22 0,20 0,18 0,16 0,21 0,18 0,16 0,15 0,19 0,18 0,15 0,13
36,5 0,90 0,21 0,19 0,17 0,16 0,20 0,18 0,16 0,14 0,19 0,17 0,15 0,13
0,6 0,32 24 1,09 0,22 0,20 0,18 0,16 0,21 0,18 0,16 0,15 0,19 0,18 0,15 0,14
30 0,90 0,21 0,19 0,17 0,16 0,20 0,18 0,16 0,14 0,19 0,17 0,15 0,13
36,5 0,76 0,20 0,18 0,17 0,15 0,19 0,17 0,15 0,14 0,18 0,17 0,14 0,13
Porenbeton
nach DIN 4165
0,60 0,20 24 0,73 0,20 0,18 0,16 0,15 0,19 0,17 0,15 0,14 0,18 0,16 0,14 0,13
30 0,60 0,19 0,17 0,16 0,14 0,18 0,16 0,15 0,13 0,17 0,16 0,14 0,12
36,5 0,50 0,18 0,16 0,15 0,14 0,17 0,15 0,14 0,13 0,16 0,15 0,13 0,12
Normalbeton
nach DIN
EN V 2006
2,4 2,1 15 4,14 0,26 0,23 0,20 0,18 0,24 0,21 0,18 0,17 0,22 0,20 0,17 0,15
30 3,20 0,26 0,22 0,20 0,18 0,24 0,21 0,18 0,16 0,22 0,20 0,17 0,15




Fassadenprofile für Wärmedämmverbundsysteme

Stuckprofile haben im Handwerk eine lange Tradition. Bei den Zweckbauten der 50er und 60er Jahren mit ihrem sachlich-nüchteren Baustil wurde, im Gegensatz zu Stilfassaden, auf solche Elemente jedoch kaum Wert gelegt. Im Zuge der Renovierung solcher Objekte mit modernen, wärmedämmenden Systemen taucht die Frage nach der Wiederherstellung bzw. der Erhaltung von Stilfassaden oder nach einer gestalterischen Aufwertung von funktionalen Fassaden auf. Alte Techniken mit schweren Stuck- oder Steinprofilen, Reliefs und anderen Zierelementen sind aus Gewichts- und Kostengründen meist nicht realisierbar. Die vorgefertigten Fassadenprofile aus Leichtbaustoffen bieten hier eine fast unbegrenzte Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Mit den werkseitig gefrästen Formteilen können stilgetreue Nachbildungen historischer Profile hergestellt werden. Ein breites Standard-Programm ermöglicht eine stilsichere Gestaltung historischer und auch moderner Fassaden. Ebenso sind Sonderanfertigungen jeder Profilierung möglich.





Wärmedämmputz

Durch die Forderung der Wärmeschutzverordnung, die Wärmedämmeigenschaften der Außenwände zu verbessern, wurden Putze entwickelt, mit denen diese Forderungen erfüllt werden sollen. Dazu werden extrem leichte Zuschläge (wie Bims oder Polystyrol) verwendet, mit denen eine Rohdichte des trockenen Wärmedämmputzes von <300 kg/m³ erreicht wird.
Wärmedämmputzsysteme sind in der DIN 18 550 (Putze), Teil 3 reglementiert und bestehen aus aufeinander abgestimmten, wärmedämmenden Unterputzen (Wärmedämmputz) und einem ein- oder zweischichtigen wasserabweisenden Oberputz. Der Unterputz übernimmt den Wärmeschutz und die Spannungsentkopplung zwischen der Putzschale und der Wand, der Oberputz die optische Gestaltung und den Witterungsschutz. Bei Putzgründen, die eine Übertragung von Bewegungen oder Spannungen auf den Putz erwarten lassen, kann sich die mechanische Entkopplung zwischen dem Putzgrund und der äußeren wetterschützenden Putzschicht positiv auswirken. Infolgedessen haben sich Wärmedämmputze in der zunehmenden Altbausanierung mittlerweile etabliert.
Als Wärmedämmputze werden nach der DIN 18550, Teil 1 die Putze bezeichnet, die einen Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit <= 0,20 W(mK) aufweisen. Diese Anforderungen gilt als erfüllt, wenn die Trockenrohdichte des erhärteten Materials <= 600 kg/m³ beträgt. Leichtputze nach DIN 18550, Teil 4 sind keine Wärmedämmputze. Unter Beachtung der Mindestputzdicke können aber Wärmedämmputze als Leichtputze eingesetzt werden.
Mit Wärmedämmputzsystemen können fugenlose Dämmschichten erzielt werden, die sich allen geometrischen Formen des Untergrundes problemlos anpassen können. Damit sind der Gestaltungsvielfalt kaum Grenzen gesetzt und werden für den Bauherren und Planer individuelle Fassadengestaltung möglich. Für die Verarbeitung gelten die gleichen Handwerksregeln wie bei der herkömmlichen Verarbeitung klassischer, mineralischer Außenputze. Wärmedämmputze werden mit marktüblichen Putzmaschinen verarbeitet., die für die Dämmputzverarbeitung mit Dämmputzwedel, Nachmischer etc. nachgerüstet werden müssen.
Hinsichtlich des Brandschutzes werden Wärmedämmputze mit EPS-Zuschlag in die Baustoffklasse B1 und bei besonderer bauaufsichtlicher Zulassung in die Baustoffklasse A2 nach der DIN 4102 (Brandverhalten von Baustoffen) eingestuft. Wärmedämmputze mit mineralischen Zuschlägen sind nicht brennbar und werden in die Baustoffklasse A1 bzw. A2 eingestuft. Die Wärmeleitfähigkeit liegt in der Regel zwischen 0,07 und 0,15 W/(mK) und ist entweder in der DIN 18550 Teil 3 oder in der jeweiligen bauaufsichtlichen Zulassung geregelt.
Damit der Oberputz rissfrei bleibt, muss der E-Modul nach oben begrenzt sein. Aufgrund der Zusammensetzung weisen Wärmedämmputze einen sehr niedrigen E-Modul auf, so dass sie neben der Verbesserung der Wärmedämmung eines Bauteils auch geeignet sind, auf Untergründen verputzt zu werden, die das Verputzen mit herkömmlichen Putzen nicht mehr zulassen. Des Weiteren können Wärmedämmputze durch ihr geringes Eigengewicht auch dickschichtig auf stark zerklüftetes oder wenig tragfähiges Mauerwerk aufgebracht werden.
Das Wärmedämmputzsystem wird aus Werktrockenmörtel nach DIN 18 557 (Werktrockenmörtel) hergestellt und unterliegt damit der ständigen Eigen- und Fremdüberwachung. Zur Überprüfung sind die Säcke oder Silos mit dem entsprechenden Übereinstimmungskennzeichen gekennzeichnet. Die einzelnen Komponenten eines Wärmedämmputzes sind aufeinander abgestimmt. Um die Gewährleistung des Materialherstellers für die bauphysikalische Funktion und Dauerhaftigkeit nicht zu gefährden, dürfen keine systemfremden und ungeprüften Materialkomponenten eingesetzt werden.






KfW-Programm zur CO2-Minderung

Das KfW-Programm dient der zinsgünstigen, langfristigen Finanzierung von Investitionen zur CO2-Minderung und Energieeinsparung in Wohngebäuden. Finanziert werden Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes der Gebäudeaußenhülle und die Installation von Brennwertkesseln, einschließlich der unmittelbar durch die Brennwertnutzung veranlassten Maßnahmen.
Entsprechende Finanzierungsanträge können von Unternehmen und Privatpersonen gestellt werden. Bei Unternehmen erfolgt die Antragstellung direkt bei der KfW (Kreditanstalt für Wideraufbau). Privatpersonen steht die Wahl des Kreditinstitutes offen, entsprechende Antragsformulare liegen bei den Kreditinstituten vor. Ziel ist eine langfristige Finanzierung mit Kreditlaufzeiten bis 15 Jahre bei drei tilgungsfreien Anlaufjahren.
Der Höchstbetrag beläuft sich je nach CO2-Einsparung zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Wohneinheit und bezieht sich auf Gebäude, die ganz oder teilweise Wohnzwecken dienen.
(Stand 2006)


Nähere Informationen bei der Kreditanstalt für Wideraufbau.



Siehe hierzu auch Informationen zum Thema:
Algen und Pilze auf Fassaden
Schimmelbildung
Egalisationsanstriche auf Edelputzen
Wärmeschutz
Dämmstoffe
Energieeinsparverordnung
Energieausweiss
Brandschutz
Schallschutz